Grundsatzvereinbarung über die Erneuerung der Ritom-Konzession.

Die SBB, der Kanton Tessin und das kantonale Elektrizitätswerk AET haben eine Grundsatzvereinbarung über die gemeinsame Nutzung der Wasserkraft im Kraftwerk Ritom getroffen. Die Vereinbarung wurde vom SBB Verwaltungsrat gutgeheissen; der Tessiner Staatsrat genehmigte sie am Dienstag, nachdem der AET-Verwaltungsrat seine Zustimmung gegeben hatte.

Die SBB und der Kanton Tessin haben sich in einer Grundsatzvereinbarung über die Nutzung der Ritom-Wasserkraft geeinigt, welche die SBB bisher in alleiniger Kompetenz bewirtschaftet hat. Die vereinbarte Lösung sieht die Gründung einer gemeinsamen Betriebsgesellschaft für das Kraftwerk Ritom und die dortige Nutzung des Wassers vor. Das Wasser stammt nebst dem Kanton Tessin auch aus den Kantonen Uri und Graubünden. Die künftige «Ritom SA», an der sich die SBB zu 75 Prozent und der Kanton Tessin zu 25 Prozent beteiligen, wird den Partnern dank des auf 80 Jahre ausgerichteten Konzessionsgesuchs langfristig Vorteile bringen.

Die SBB wird das bei der zuständigen Bundesbehörde eingeleitete Verfahren zur Inanspruchnahme der Ritom-Wasserkraft sistieren. Endgültig zurückziehen wird sie das entsprechende Gesuch, sobald der «Ritom SA» die Konzession erteilt wurde. Im Frühling 2011 will die SBB das endgültige Konzessionsgesuch für das Unternehmen «Ritom SA» beim Kanton Tessin einreichen. Die Erteilung der Konzession obliegt dem Tessiner Kantonsparlament.

Die getroffene Grundsatzvereinbarung umfasst für beide Parteien tragbare technische Lösungen für die bestehenden, gemeinsam zu bewirtschaftenden Anlagen. Sie trägt den Interessen des Kantons Tessin und der AET Rechnung, insbesondere durch deren Beteiligung in Höhe von 25 Prozent an der «Ritom SA». Die Betriebsgesellschaft wird die bestehenden und künftigen Wasserfassungsanlagen, Leitungen und Stauanlagen für die weitere Nutzung anteilsmässig bewirtschaften. Dank der Vereinbarung können der Kanton und die AET ihre Politik zur Förderung der einheimischen Produktion erneuerbarer Energie weiterführen. Zudem wird die Zusammenarbeit zwischen Bund und Kanton gestärkt.

Für die SBB ist die Grundsatzvereinbarung ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Bahnstromversorgung im Tessin, nicht zuletzt auch im Hinblick auf den künftigen Betrieb des Gotthard- und des Ceneribasistunnels. Die Züge der SBB fahren zu rund 70 Prozent mit praktisch klimaneutralem Strom aus Wasserkraftwerken. Die Grundsatzvereinbarung trägt erheblich dazu bei, dass die SBB diesen Umweltvorteil auch künftig für ihren Betrieb nutzen kann.

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