Die SBB baut für 117 Millionen Franken die grösste Serviceanlage der Schweiz.

Die SBB löste im Mai 2010 die grösste Rollmaterialbestellung ihrer Geschichte aus: SBB Personenverkehr beauftragte Bombardier Transportation Switzerland AG mit dem Bau von 59 neuen Doppelstockzügen für den Fernverkehr. Das Auftragsvolumen beträgt rund 1,9 Milliarden Franken. Um die Instandhaltung dieser Züge zu gewährleisten, investiert die SBB 117 Millionen Franken in die Erweiterung ihrer Serviceanlage Zürich Herdern. Ein entsprechendes Vorprojekt wurde vom SBB Verwaltungsrat nun gutgeheissen.

Die regelmässige Instandhaltung des SBB Rollmaterials ist ein zentraler Sicherheits- und Qualitätsfaktor. Alleine SBB Personenverkehr investiert bis 2020 über 800 Mio Franken in neue Anlagen und Vorrichtungen für die einwandfreie Instandhaltung ihrer Fahrzeuge. Die Fern- und Regionalverkehrsflotten werden schweizweit in zehn Serviceanlagen und vier Industriewerken gewartet. Diese Standorte für die Instandhaltung der Fahrzeuge gilt es laufend dem neusten technischen Stand und den ändernden Bedürfnissen anzupassen.

Vor diesem Hintergrund hat der SBB Verwaltungsrat einem Vorprojekt zur Erweiterung der Serviceanlage Herdern im Umfang von 117 Millionen Franken zugestimmt. Diese Investition ermöglicht die Wartung der 59 neuen Doppelstockzüge für den Fernverkehr, die ab Dezember 2013 schrittweise in Betrieb genommen werden. Mit ihrer Nähe zum Hauptbahnhof Zürich bietet sich die Serviceanlage Herdern für die Instandhaltung der neuen Fernverkehrs-Doppelstockzüge an, da diese primär auf der Ost–West-Achse zum Einsatz kommen und somit die Anfahrtswege von und zur Anlage auf ein Minimum reduziert werden können.


Kapazität für 400 Meter lange Züge
Das vom SBB Verwaltungsrat gutgeheissene Projekt sieht den Bau einer 420 Meter langen und 23 Meter breiten neuen Halle vor, südlich der bestehenden Serviceanlage Zürich Herdern. Insgesamt entstehen in der Halle vier neue Standplätze (1 x 400 Meter und 3 x 200 Meter), an denen die neuen Triebzüge gewartet werden. Zudem können auch konventionelle Fernverkehrszüge (Lokomotiven und Wagen) von bis zu 400 Metern Länge ohne aufwändige Trennmanöver gewartet werden.


Inbetriebnahme Ende 2013
Das Projekt umfasst neben der neuen Halle auch die neu zu erstellenden Hallenzufahrtsgeleise, sämtliche Betriebseinrichtungen sowie die notwendigen ökologischen Ausgleichsmassnahmen. Als nächsten Schritt wird das Bundesamt für Verkehr (BAV) im November 2010 das Plangenehmigungsverfahren auslösen, das rund ein Jahr in Anspruch nehmen wird. Plangemäss kann Anfang 2012 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Ende 2013 – parallel zur Einführung der neuen Doppelstock-Fernverkehrzüge – wird die neue Anlage dann in Betrieb genommen.

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