Zürich erwartet am Montag den Durchstich des Weinbergtunnels.

Am kommenden Montagmorgen, 22. November 2010, durchsticht die Tunnelbohrmaschine die letzten Zentimeter des Weinbergtunnels. Die Vorbereitungen dazu sind abgeschlossen. Grösste Herausforderungen bei diesem Abschnitt der Zürcher Durchmesserlinie (DML) bildeten die Unterquerung des Zentrums der Stadt Zürich und die Abdichtung der Tunnelröhre gegen die Limmat hin, um Wassereinbrüche zu verhindern.

Ohne nennenswerte Probleme unterquerte die Bohrmaschine in den vergangenen Monaten in knapp 15 Meter Tiefe die Limmat und den stark befahrenen Bahnhofquai inmitten Zürichs. Die Arbeiten im Untergrund gingen von der Öffentlichkeit praktisch unbemerkt über die Bühne. Und das ist gut so: «Unsere elektronischen Sicherheitssysteme kontrollierten rund um die Uhr das Herz der Zürcher Tramverbindungen und Strassen. Es traten während der Arbeiten im Untergrund keine nennenswerten Hebungen oder Senkungen an der Oberfläche auf», sagt DML-Abschnittleiter Marco Ceriani nicht ohne Stolz. Und: «Die umfangreichen Hilfsmassnahmen und die gewählten Bauverfahren haben sich vollumfänglich bewährt.»

Eine weitere grosse Herausforderung war, den Tunnel wasserdicht zu machen. Ceriani: «Die Tunnelbohrmaschine befindet sich noch mitten im Grundwasser und stösst nun ins Trockene vor. Unser besonderes Augenmerk während der Bauarbeiten galt der Dichtung des Tunnels gegen das Grundwasser und gegen die Limmat. Denn der Wasserdruck in dieser Tiefe ist bereits so hoch, dass er innert Kürze Tunnel und Baustelle fluten könnte.» Selbstverständlich erfüllten die gewählten Bauverfahren auch höchste Anforderungen bezüglich Ökologie. Die Arbeiten sind beendet, der Tunnel ist dicht und die Vorbereitungen für den Durchstich sind abgeschlossen.

Zurzeit befindet sich die Spitze der Tunnelbohrmaschine 35 Zentimeter vor dem Schacht Südtrakt beim Hauptbahnhof Zürich. Am kommenden Montagmorgen wird sie das letzte Stück durchbrechen und damit den Blick auf den rund 11,3 Meter messenden Bohrkopf freigeben. Damit hat Zürich eine neue unterirdische Verbindung zwischen Oerlikon und dem Hauptbahnhof Zürich. Der rund 5 Kilometer lange Weinbergtunnel wird ab Sommer 2014 von S-Bahnen und ab 2015 auch von Fernverkehrszügen durchquert, was neue Angebotskonzepte ermöglichen wird.

«Am Montag werden wir einen wichtigen Meilenstein beim Bau der Durchmesserlinie erreicht haben. Die Vorfreude bei allen Beteiligten ist gross», sagt DML-Gesamtprojektleiter Roland Kobel abschliessend.

Weitere Informationen sind auf der Internetseite www.durchmesserlinie.ch abrufbar.

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