Bessere Anschlüsse und mehr Komfort fürs Freiamt.

Die SBB, der Kanton Aargau und die Stadt Lenzburg weihten heute Morgen nach zweijähriger Bauzeit das 3. Gleis Gexi–Lenzburg ein. Dank dessen zusätzlichen Kapazitäten fahren ab Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 alle S-Bahn-Züge aus dem Freiamt wieder bis Lenzburg und bieten dort beste Anschlüsse an die Fernverkehrszüge. Zudem kommen neu moderne FLIRT-Züge zum Einsatz. Diese Verbesserung feierten auch die Freiämter Gemeinden Wohlen, Muri und Sins heute mit Zugstaufen und Festivitäten für die Bevölkerung.

Das 3. Gleis Gexi–Lenzburg ist fertig gestellt. Heute, etwas mehr als zwei Jahre nach dem Spatenstich am 5. September 2008, wurde es in Lenzburg offiziell eingeweiht. Dank dem zwei Kilometer langen, zusätzlichen Gleis können S-Bahn-Züge aus dem Freiamt neu gleichzeitig mit den Fernverkehrzügen in Lenzburg einfahren. Das ermöglicht ab Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 den Halbstundentakt zwischen dem Freiamt und Lenzburg. Dies ohne Umsteigen in Othmarsingen wie bisher, dafür mit besten Anschlüssen an die Fernverkehrszüge Richtung Zürich und Basel. «Heute ist ein Freudentag für den Verkehrsknotenpunkt Lenzburg», betonte denn auch der Lenzburger Stadtammann Hans Huber an der Einweihung.

«Ein so komplexes Projekt in zwei Jahren fertig zu stellen, ist eine grosse Leistung aller Beteiligten», sagte der SBB Infrastruktur Leiter Philippe Gauderon. Denn das zusätzliche Gleis benötigte zusätzlichen Raum und dies mitten in Lenzburg. Den Bahndamm mit der bestehenden Doppelspur verbreiterten die Bauteams um sieben Meter, die Bahnbrücke Niederlenzenstrasse um 6 Meter. Der Einschnitt, durch welchen die Gleise ab dem Damm bis zur Verzweigung Gexi führen, wurde ausgeweitet. Die Brücken Römerweg und Gexi mussten deswegen abgebrochen und mit grösserer Spannweite neu erstellt werden.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich inklusive Lärmschutzmassnahmen auf rund 85 Millionen Franken. Der Kanton Aargau beteiligt sich mit 20 Millionen Franken. Die Stadt Lenzburg leistet einen Beitrag an den Neubau der Brücken. «Das 3. Gleis ist ein wichtiger Wachstumsimpuls für das Freiamt mit seinen über 100'000 Einwohnern und der attraktiven Lage in unmittelbarer Nähe zu den Wirtschaftsregionen Zürich, Zug und Luzern», freute sich der Aargauer Landammann Peter C. Beyeler.

Entsprechend feierten denn heute auch die Freiämter Gemeinden Wohlen, Muri und Sins die Angebotsverbesserungen mit Festivitäten für die Bevölkerung. Im Zentrum standen dabei unter anderem die Täuflinge, drei sogenannte «FLIRT»-Züge. Die modernen S-Bahn-Züge mit Niederflureinstieg, Klimaanlage, Kundeninformationsmonitoren und behindertengerechten Toiletten kommen ab Fahrplanwechsel im Freiamt zum Einsatz. «Mit dem FLIRT profitieren Sie von mehr Komfort und mehr Platz – und das nicht nur zum Flirten», sage Anna Barbara Remund, Leiterin SBB Regionalverkehr, an der Taufe in Wohlen.

Auch Reisende aus der Zentralschweiz profitieren von den flinken FLIRT-Zügen. So fährt die S26 in Rotkreuz ab Fahrplanwechsel vier Minuten später in Richtung Aarau ab. Diese vier Minuten holen die Züge jedoch im Freiamt dank ihrem hohen Beschleunigungs- und Bremsvermögen wieder ein. So entstehen in Rotkreuz neue Anschlüsse mit kurzen Umsteigezeiten von der S1 aus Zug. Gleichzeitig bleiben in Lenzburg und Aarau die heutigen Anschlüsse bestehen.

Weiterführender Inhalt