Der VöV und der Preisüberwacher einigen sich.

Die im Januar 2010 beschlossenen Tariferhöhungen im öffentlichen Verkehr sind vom Preisüberwacher nach eingehenden Verhandlungen in weiten Teilen akzeptiert worden. Insgesamt werden die Tarife per Dezember 2010 um 5,9 Prozent angehoben. Die Preise von Einzeltickets und von Streckenabonnementen erhöhen sich jedoch statt um durchschnittlich 3,4 nur um 2,4 Prozent, dazu fällt die Beschränkung der Gültigkeit der Tagskarte Gemeinde ab 9 Uhr weg. Zusätzlich verlangt der Preisüberwacher, die von verschiedenen öV-Unternehmen angewandten Distanzzuschläge durch ein neues System mit objektivierten, namentlich kostenorientierten Parametern wie Angebotsdichte, -kapazität und -qualität zu ersetzen.

Auch die Tariferhöhung der Tageskarte Gemeinde wird wie beschlossen umgesetzt, hingegen wird auf die so genannte «9-Uhr-Regelung» verzichtet, die beliebten Tageskarten bleiben also auch weiterhin einen ganzen Tag lang gültig. Gleichzeitig werden Massnahmen eingeführt, um die Abgabe der Tageskarten auf ihren ursprünglichen Bestimmungszweck als «Schnupperangebot» zurückzuführen.

Im Weiteren haben sich die Verhandlungspartner darauf geeinigt, das historisch gewachsene System der Distanzzuschläge durch ein neues System mit objektiven, namentlich kostenorientierten Parametern zu ersetzen. Das können beispielsweise Dichte, Kapazität oder Qualität des Fahrplanangebots sein. Der VöVLink öffnet in neuem Fenster. und der Preisüberwacher haben sich darauf geeinigt, dass die dazu notwendigen Grundlagen bis am 30. April 2011 erarbeitet werden. Die Thematik der Distanzzuschläge ist auch ein wichtiges Element der von den Transportunternehmen bereits eingeleiteten Arbeiten für ein zukünftiges Preissystem im öffentlichen Verkehr der Schweiz.

Mit den nun definitiven Tarifmassnahmen bleibt der öffentliche Verkehr der Schweiz mit seiner flächendeckenden Versorgung und einem immer dichteren Fahrplanangebot weiterhin äusserst attraktiv. Gleichzeitig ist klar, dass angesichts der grossen Herausforderungen, vor denen der öffentliche Verkehr steht, sich die Kundinnen und Kunden künftig noch vermehrt an der Finanzierung des öffentlichen Verkehrs beteiligen müssen.


Gewöhnliche Billette und Streckenabonnemente.

Die Erhöhung bei gewöhnlichen Billetten und bei Streckenabonnementen beträgt 2,4 Prozent und beinhaltet wie alle anderen Sortimentskategorien die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,4 Prozent.


Halbtaxabonnemente.

Die Erhöhung beim 1-Jahres-Halbtax ist die erste seit 1993. Das Halbtaxabonnement ist die beliebteste Rabattkarte der Schweiz. 75 Prozent der Einzelbillette werden heute in Kombination mit einem Halbtax-Abonnement gelöst. Die Verantwortlichen des öffentlichen Verkehrs sind überzeugt, dass die Erhöhung mit 15 Franken für das 1-Jahres-Halbtax moderat angesetzt ist.

» Erhöhung der Preise für Halbtaxabonnemente.


Generalabonnemente.

Das überaus beliebte Generalabonnement wird zunehmend als Pendlerfahrausweis für immer längere Distanzen benutzt. Diese an sich erfreuliche Tatsache führt dazu, dass die Erträge pro gefahrenen Kilometer bei den Transportunternehmungen laufend zurückgehen. Heute erhalten die Transportunternehmungen nur noch rund 10 Rappen pro gefahrenen Kilometer – Tendenz fallend. Trotz der Erhöhung von durchschnittlich 6,7 Prozent weist das GA auch weiterhin ein sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis auf.

Keine Preisanpassungen wurden dagegen beim GA Kind, GA Plus Familia Kind, GA Plus Familia Jugend und GA Behinderte vorgenommen.

» Erhöhung der Preise des GA-Sortiments.


Tageskarten.

Wie beim GA muss auch bei diesem Fahrausweissortiment die Ertragssituation verbessert werden. Das bestehende Tageskartensortiment erfährt eine differenzierte Preiserhöhung. Im Durchschnitt beträgt die Erhöhung rund 6,6 Prozent. Dabei steigt der Preis für die normale Tageskarte um 5,6, derjenige der 9-Uhr-Tageskarte um 7.5 Prozent. Die 9-Uhr-Tageskarte ist nur noch Montag bis Freitag gültig.

Der Preis der Tageskarte Gemeinde wird um 15 Prozent erhöht, gleichzeitig sollen drei Massnahmen ihren ursprünglichen Bestimmungszweck als «Schnupperangebot» klarer definieren: Der Zwischenhandel wird untersagt, Abgabe und Versand sind (Ausnahmen nach Absprache in besonderen Fällen) nur noch innerhalb der jeweiligen Gemeinde möglich. Dazu wird die maximale Anzahl Tageskarten, die von einer Gemeinde bezogen werden kann, wird an ihre Einwohnerzahl gekoppelt.

» Erhöhung der Preise der Tageskarten.

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