Uttigen–Thun: Drei fahrende Fabriken erneuern die Gleise.

Die SBB erneuert seit 31. Oktober auf einem 4,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Uttigen und Thun eines von zwei Gleisen. Drei jeweils über eine Zentnertonne schwere Maschinen stehen im Einsatz, um insgesamt 9012 Meter Schienen, 7500 Schwellen und rund 13 000 Tonnen Schotter zu ersetzen. Die Arbeiten dauern bis am 10. Dezember 2011. Die Strecke Strecke Uttigen–Thun ist während dieser Zeit nur einspurig befahrbar. Dies hat im Bahnverkehr Fahrplanänderungen, Zugsausfälle und Verspätungen im Minutenbereich zur Folge.

Die SBB besitzt das meistbefahrene Bahnnetz der Welt. Was so intensiv genutzt wird, muss auch unterhalten werden. Die SBB erneuert deshalb vom 31. Oktober bis 10. Dezember 2011 ein 4,5 Kilometer langes Gleis zwischen Uttigen und Thun. Dabei werden 9012 Meter Schiene ersetzt, 7500 Schwellen ausgewechselt und rund 13 000 Tonnen Schotter ausgehoben. An einer Baustellenführung am 8. November präsentierte die SBB die Arbeiten interessierten Journalistinnen und Journalisten. 

An Stellen mit schlechtem Untergrund wurden bereits im vergangenen Jahr Entwässerungsleitungen eingebaut. Diese Stellen werden nun mit einem Bauzug des Typs «Puscal 2» saniert. Er ist eine veritable fahrende Fabrik, wiegt 148 Tonnen und hat eine Gesamtlänge von über 55 Metern plus zusätzliche Material- und Energiewagen. 

In einem ersten Schritt schneiden die Gleisbauer die beiden Schienen in 18 Meter lange Teilstücke. Dann hebt der «Puscal 2» diese mit den Schwellen aus und transportiert sie mit fahrenden Portalkranen in den hinteren Teil des Zuges. Dort werden die alten Schwellen durch neue ersetzt. 

Gleichzeitig hebt das Förderwerk des Bauzugs den Schotter und rund 30 Zentimeter des Untergrunds aus. Via Portalkran wird eine Schicht Kiesgemisch eingefüllt, danach der Schotter. Nun ist das Schotterbett bereit für den Einbau der Schienenstücke mit den neuen Schwellen. Diese liefern wiederum die Portalkrane an. Die Schienen werden nachträglich ausgewechselt. 

In den anderen Abschnitten stehen zwei weitere grosse Bauzüge im Einsatz. Sie ersetzen die Schwellen und sieben den Schotter. Nur genügend grosse Schotterstücke werden wieder eingebaut. «Die beiden Maschinen bewältigen zwischen 85 und 250 Meter Gleis pro Stunde», erklärte Hans Bachmann, SBB-Ausführungsprojektleiter, an der Führung. Der Wechsel der Schwellen erfolgt parallel zur Schottersanierung. Erst nachträglich werden die Schienen ausgewechselt und durch neue, 108 Meter lange Schienenstücke ersetzt.

Insgesamt erfolgt die Sanierung in Abschnitten von 100 bis 500 Metern pro Tag. Nebst der Manövrierung des insgesamt über 400 Tonnen schweren Maschinenparks stellt die Transportlogistik eine Herausforderung dar. Das ausgesonderte Material muss täglich nach Lyss transportiert werden. Umgekehrt liefern Güterzüge neue Schienen und Schwellen sowie frischen Schotter an. 

«Mit der kompletten Gleissperrung kann das Gleis in sechs statt in 15 Wochen umgebaut werden», sagte SBB-Projektleiter Markus Gerber. Zudem können die Arbeiten tagsüber stattfinden, wodurch die lärmigen Arbeiten in der Nacht auf ein Minimum reduziert werden können. 

Die Kosten für die Gleiserneuerung Uttigen–Thun belaufen sich auf knapp acht Millionen Franken; ein Bruchteil der 630 Millionen, welche die SBB im Jahr 2011 für rund 25 000 Unterhaltsaufträge bezahlt – allesamt um den Betrieb und die Sicherheit auf dem meistbefahrenen Bahnnetz der Welt sicherzustellen.


Fahrplan während Bauzeit geändert

Wegen den Gleiserneuerungsarbeiten zwischen Uttigen und Thun ist die Strecke vom 31. Oktober bis 10. Dezember 2011 nur ein- anstatt zweispurig befahrbar. Dies führt zu Fahrplanänderungen, Zugsausfällen und Verspätungen im Minutenbereich sowohl im Fern-, als auch im Regional- und S-Bahn-Verkehr. Detaillierte Informationen sind auf www.sbb.ch/aaretal abrufbar. Der Online-Fahrplan ist angepasst. 

Weiterführender Inhalt

Kontakt.

SBB AG

Kommunikation
Hilfikerstrasse 1
Postfach 65
3000 Bern