Basel St. Johann–Basel SBB: Unterhaltsarbeiten aus einem Guss.

Die SBB setzt seit März 2011 die Bahnlinie zwischen Basel St. Johann und Basel SBB Instand. Zurzeit saniert sie den Kannenfeld- und Schützenmatttunnel und ersetzt Fahrleitung und Masten. Im November erneuert sie zudem Schienen, Schwellen und Schotter im Kannenfeldtunnel auf einer Länge von zwei Mal 1200 Metern. Die drei Unterhaltsprojekte werden in einem Guss ausgeführt. Das spart Geld und Bauzeit. Die Kosten belaufen sich auf rund 14 Millionen Franken.

Instandsetzung aus einem Guss: Nach dieser Devise erneuert die SBB die rund vier Kilometer lange Bahnlinie ab der Landesgrenze bis zum Bahnhof Basel SBB. Sie kombiniert in einem Zeitfenster von März bis November Unterhaltsarbeiten an Tunnel, Fahrleitung und Gleisanlagen. «Damit sparen wir Geld und verkürzen die Bauzeit um rund ein halbes Jahr», sagte SBB Projekt- und Oberbauleiter Gabriele Pagliari an der Baustellenführung für Medienschaffende am 13. Juli 2011.  

Zurzeit sanieren die Bauteams das Gewölbe des ein Kilometer langen Kannenfeldtunnels und des 300 Meter langen Schützenmatttunnels. «Das Ziel ist, die doppelspurigen Tunnel gegen durchsickerndes Wasser abzudichten», sagte Lukas Seiler, stellvertretender Leiter Tunnelsanierungen beim Spezialtiefbauunternehmen Greuter AG. Denn permanente Feuchtigkeit setzt dem Bauwerk, der Fahrleitung und den Gleisen zu.

Die Bauleute bessern darum beschädigte Fugen aus und dichten das Gewölbe mit Spritzbeton ab. Gleichzeitig brechen sie für künftige Kontroll- und Unterhaltsarbeiten je Tunnel vier zusätzliche Rückzugsnischen für Mitarbeitende aus. Für die Selbstrettung wird im Kannenfeldtunnel ein Fluchtweg mit Brandnotbeleuchtung, Fluchtwegbeschilderung und einem Handlauf auf der gesamten Tunnellänge ergänzt. 

Nachts werden im Tunnel mit einer vollautomatischen Bohrvorrichtung auf einem Bauzug die neuen Deckenstromschienen montiert. Der Fahrdraht hängt bei dieser Fahrleitungsbauart nicht frei, sondern wird über die ganze Länge von einer Schiene eingeklemmt. «Diese innovative Fahrleitungsbauart ist wegen ihrer geringen Einbauhöhe sehr platzsparend und daher gerade für ältere Tunnel mit weniger hohem Profil ideal», sagte Heinz Roder, Projekt- und Bauleiter beim Berner Fahrleitungsbau-Ingenieurbüro Furrer+Frey AG. 

Die Arbeiten an Gewölbe und Fahrleitung dauern noch bis September. Sie können tagsüber, unter laufendem Einspurbetrieb vorgenommen werden. Nachts ist die Linie für den Bahnverkehr gesperrt. Die Arbeiten haben daher nur Auswirkungen auf den nächtlichen Güterverkehr. Bis und mit September werden zudem 3,3 Kilometer Fahrleitung und 90 Masten auf der offenen Strecke ersetzt. Im November erneuert die SBB an zwei Wochenenden auf einer Länge von 1200 Meter pro Spur Schienen, Schwellen und Schotter im Kannenfeldtunnel. 

Die Kosten für die Arbeiten belaufen sich auf rund 14 Millionen Franken. Sie sind Teil der rund 25‘000 Unterhaltsaufträge, welche die SBB jährlich ausführt. Insgesamt investiert die SBB im laufenden Jahr 630 Millionen Franken in die Unterhaltsarbeiten. Denn die SBB unterhält das meistbefahrene Bahnnetz der Welt. Im letzten Jahr verkehrten pro Kilometer Schiene und Tag durchschnittlich 95,4 Züge. Was so intensiv genutzt wird, muss auch gepflegt werden. 


SBB-Fahrleitung mit «französischer» Spannung

Die Strecke Basel St. Johann–Basel SBB war bis Ende 2002 eine Pachtstrecke der Französischen Staatsbahnen. Grund und Boden waren im Besitz der SBB, die Anlagen gehörten der Résau Ferré de France (RFF). Auf Basis einer neuen Netzanschlussvereinbarung und eines neuen Netzanschlussvertrags übernahm die SBB ab 1. Januar 2003 die Anlagen. Im Zuge der aktuellen Erneuerungsarbeiten ersetzt die SBB Fahrleitungen und Masten des Typs SNCF durch SBB Standards. Durch die Fahrleitungen fliesst jedoch auch weiterhin Bahnstrom mit «französischer» Spannung, sprich 25‘000 Volt. Der Bahnstrom der SBB hat eine Spannung von 15‘000 Volt. Das bedeutet, die Strecke kann zwischen Landesgrenze und Basel SBB nur von französischen oder zweistromfähigen Zügen befahren werden.

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