Nach Brand im Simplontunnel: Grössere Schäden als angenommen.

Die SBB hat die Untersuchung des beim Brand vor Pfingsten beschädigten Tunnelabschnitts abgeschlossen. Die Resultate zeigen, dass das Naturstein-Gewölbe im Tunnel stärker beschädigt ist als bisher angenommen. Der Tunnelabschnitt wird nun bis zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 wieder in Stand gesetzt. Damit schafft die SBB optimale Voraussetzungen für die bereits geplanten Tunnelerneuerungsarbeiten in den Jahren 2012–2014. Der aktuelle Fahrplan gilt bis zum Fahrplanwechsel und wird anschliessend bis zum Ende der ordentlichen Sanierungsarbeiten 2014 weitergeführt.

Nach der erfolgreichen Bergung der zehn ausgebrannten Güterwagen aus dem Simplontunnel, hat die SBB nun auch die Untersuchung der Struktur des vom Brand am 9. Juni betroffenen Tunnelabschnitts Simplon 2i abgeschlossen. Wie die Resultate zeigen, weist das Naturstein-Tunnelgewölbe auf einer Länge von rund 300 Metern Schäden in Form von Abplatzungen auf. Teilweise brach das Temperaturen von bis zu 800 Grad ausgesetzte Gewölbe auf einer Tiefe von bis zu 20 Zentimetern aus. Das Schadenausmass ist grösser als nach einer ersten oberflächlichen Sichtung angenommen. Die Tragfähigkeit des Gewölbes ist jedoch nicht gefährdet.

Die SBB hat aufgrund dieser Erkenntnisse entschieden, die Zeit bis zum Fahrplanwechsel vom 11. Dezember zu nutzen, um nicht nur provisorische, sondern definitive Massnahmen zur Instandsetzung des beschädigten Tunnelabschnitts einzuleiten. Die gesamte Infrastruktur des betroffenen Abschnitts wird zum Schutz vor Langzeitschäden und weiteren Ereignissen komplett wiederhergestellt. Dazu arbeiten fortan je rund 15 Mitarbeitende in zwei Bauschichten an zehn Stunden. Die Kapazität für die Instandsetzungsarbeiten ist damit aus Gründen der Logistik und Sicherheit ausgeschöpft. Die Mitarbeitenden tragen im Tunnel unter anderem auf einer Fläche von rund 1800 m2 Spezialmörtel im beschädigten Tunnelgewölbe auf. Zusätzlich sind ausserhalb des Tunnels dauernd zwischen 20 und 25 Personen mit den Instandsetzungsarbeiten beschäftigt. Die SBB rechnet für die Instandsetzung mit Kosten von rund CHF 12 Mio. In welchem Ausmass Versicherungen für die Kosten aufkommen, ist Gegenstand von Abklärungen. Der Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe (UUS) des eidg. Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK obliegt die Suche nach der Ursache des Brandes.

Angepasster Fahrplan während rund dreieinhalb Jahren

Mit den Massnahmen zur definitiven Instandsetzung des beschädigten Tunnelabschnitts 2i schafft die SBB die Voraussetzungen, um überhaupt die betriebliche Verfügbarkeit während der bereits geplanten Tunnelerneuerungsarbeiten zwischen 2012 und 2014 gewährleisten zu können. Im Rahmen dieser ordentlichen Sanierung passt die SBB sämtliche baulichen und technischen Anlagen des über 100 Jahre alten Tunnels den heutigen Anforderungen bezüglich Sicherheit und Technik an. Dazu gehören beispielsweise Selbstrettungsmassnahmen, ein Stellwerk- und Weichenersatz sowie Anpassungen bei der Entwässerung. Insgesamt investiert die SBB für die ordentliche Sanierung des Simplontunnels CHF 130 Mio.

Der heute gültige provisorische Fahrplan durch den Simplontunnel bleibt bis zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 in Kraft. Grob sieht er wie folgt aus:

  • Die internationalen Eurocity-Züge (EC) Genf–Mailand und Basel–Mailand verkehren wie bis anhin planmässig in beiden Richtungen. 
  • Die angepassten Fahrzeiten für Regional- und Interregio-Züge sind unter www.sbb.ch abrufbar. Es ist grundsätzlich mit keiner Reisezeitverlängerung zu rechnen. 

Dieser Fahrplan wird für die ordentlichen Sanierungsarbeiten 2012–2014 weitergeführt. 

Kapazitätseinschränkungen wegen der Instandsetzungs- und Sanierungsarbeiten zeichnen sich in erster Linie beim Güterverkehr ab. Ein Teil der ursprünglich über den Simplon geplanten Güterzüge werden via Gotthard–Luino oder Gotthard–Chiasso umgeleitet. Die SBB bedankt sich an dieser Stelle bei ihren Kunden und den Bahnunternehmungen für ihr Verständnis und ihre Flexibilität bei den kurzfristigen Änderungen der Fahrpläne.

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