Nach Felssprengung und Instandsetzung: Bahnverkehr rollt am Gotthard wieder.

Seit heute Mittag rollt der Verkehr wieder vollständig über den Gotthard. Nachdem sich gestern Sonntagnachmittag die während mehrerer Tage abgestellten Transitgüterzüge nach ihren Zieldestinationen im Norden und Süden Europas aufmachten, gesellten sich heute Montag auch die Personenzüge dazu. Die wichtigste Alpentransversale Europas blieb wegen eines Felssturzes während gut vier Tagen für jeglichen Zugverkehr gesperrt. Verletzte waren nicht zu beklagen, die Schutzbauwerke entfalteten ihre Wirkung.

Die SBB konnte ihren Fahrplan zur Wiederinbetriebnahme der Gotthardstrecke nach einem Felssturz bei Gurtnellen am vergangenen Mittwochnachmittag umsetzen. Nach der erfolgreichen Sprengung am Samstag kurz vor dem Mittag und der anschliessenden Bestätigung der Geologen, der betroffene Hang oberhalb des Bahntrassees sei nun sicher, machten sich in der Nacht Samstag/Sonntag gegen 50 SBB Mitarbeitende an die Räumungs- und Instandsetzungsarbeiten. Sie räumten hunderte Tonnen Gestein und Geröll weg, ersetzten zehn Meter Gleis, reparierten geknickte Fahrleitungen etc.

Ab Sonntagmittag verkehrten als erste die rund ein Dutzend nördlich und südlich des Gotthards abgestellten Transitgüterzüge über die in Stand gestellte Strecke. Heute Montag nimmt als erster Personenzug ein Intercity Zürich–Lugano um ca. 12.15 Uhr die wieder voll funktionsfähige Strecke unter seine Räder.

Während des Unterbruchs setzte die SBB zwischen Flüelen resp. Erstfeld und Göschenen bis zu 15 Busse ein, die während des Unterbruchs gegen 340 Züge ersetzten. Die Kapazitäten über den Gotthard betrugen etwa einen Viertel des normalen Angebots, die Reisezeiten von und nach dem Tessin verlängerten sich um bis zu 60 Minuten. Über die aufgeschaltete Gratis-Hotline der SBB erkundigten sich gegen 2600 Anrufende nach Reisealternativen. Die SBB dankt den betroffenen Reisenden für ihr Verständnis und ihre Geduld.

Schutzbauwerk hielt 99 Prozent des Gerölls zurück.

Erste geologische Erkenntnisse lassen vermuten, wie es zum Felssturz von Mittwoch hatte kommen können. Im warmen Januar sammelte sich zwei bis drei Meter unter dem besagten Fels bei Gurtnellen viel Feuchtigkeit und Wasser an. Wegen des sehr kalten Februars bildete sich unter dem Fels viel Eis, das starken Druck erzeugte und in der Folge zum Felssturz führte. Noch letzten Sommer war der betroffene Hang kontrolliert worden – nach aktueller Einschätzung war der nun eingetretene Felssturz weder voraussehbar, geschweige denn sichtbar.

Die Wirkung des unterhalb des Hanges vorhandenen Schutzbauwerkes hat sich am Mittwoch eindrücklich gezeigt: Gegen 99 Prozent der fast 400 Kubikmeter herunterstürzendes Gestein konnten durch den gegen 40 Meter langen Schutzdamm aufgehalten und somit weiterer sehr grosser Schaden an den Bahnanlagen verhindert werden.

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