Pratteln: SBB und Kanton präsentieren Entflechtungsstudie.

Die SBB und der Kanton Basel-Landschaft präsentierten am Mittwochnachmittag die Studienergebnisse zur Entflechtung Pratteln den Grundeigentümern an der Bahnlinie. Die Studie sieht im Bahnhof einen Ausbau der Gleis- und Perronanlagen vor sowie eine Zugsunterführung westlich des Bahnhofs. So können sich die Züge kreuzen, ohne einander zu behindern. Das erhöht die Kapazität und ist darum eine der entscheidenden Voraussetzungen für einen S-Bahn-Viertelstundentakt Basel–Ergolztal und Basel–Fricktal.

Die Nordwestschweizer Kantone streben mit der Regio-S-Bahn eine Fahrplanverdichtung zum Viertelstundentakt im Agglomerationsbereich an. Insbesondere für einen Viertelstundentakt ins Ergolz- und ins Fricktal sind jedoch Ausbauten notwendig, unter anderem in Pratteln. Denn westlich des Bahnhofs Pratteln überschneiden sich die Fahrwege der Güterzüge Richtung Ergolztal mit den Fahrwegen der Reisezüge Richtung Fricktal und umgekehrt. Das schränkt die Kapazität ein und sorgt bei Unregelmässigkeiten im dicht verwobenen Fahrplan für zusätzliche Verspätungsminuten.

Die Kantone haben deshalb die SBB im Februar 2010 beauftragt, eine Studie für ein sogenanntes «Entflechtungsbauwerk» zu erarbeiten. Die Studienergebnisse unter Einbezug der Stellungnahmen von Kanton und Gemeinde liegen seit Ende 2011 vor. Am 19. Januar wurde an einer Raumplanungsveranstaltung der Gemeinde Pratteln die Öffentlichkeit informiert. Am 28. März 2012 orientierten die SBB und der Kanton Basel-Landschaft die Grundeigentümer an der Bahnlinie.

Entflechtungen sind Brückenbauwerke oder Unterquerungen an Kreuzungsstellen. Sie ermöglichen, dass sich Züge gleichzeitig auf unterschiedlichen Ebenen kreuzen können, ohne einander zu behindern. Die von SBB, Kanton und Gemeinde favorisierte Entflechtungsvariante sieht eine Unterquerung westlich des Bahnhofs Pratteln vor. Die dem Personenverkehr dienenden Gleise auf der Seite Muttenz werden dabei unmittelbar nach der Querung Hardstrasse in einen rund 700 Meter langen zweispurigen Tunnel geführt, unter den bestehenden Brückenbauwerken hindurch. Dies erlaubt ein kreuzungsfreies Ein- und Ausfädeln der Personenzüge von und nach Frick- und ins Ergolztal.

Die Gleisanlangen im Bahnhof sollen gleichzeitig nördlich, in Richtung Wasenstrasse, ausgebaut werden. Anstatt vier Hauptgleise stehen Güter- und Personenverkehr im Endausbau neu acht Hauptgleise zur Verfügung. So können die durchfahrenden Züge die haltenden Züge auf separaten Gleisen überholen, was sich wiederum positiv auf die Kapazität auswirkt. Der Bahnhof bleibt, im Gegensatz zu einer früheren Variantenidee, am selben Ort.

Die bestehenden Perrons könnten damit in Richtung Osten verlängert werden. Dies käme der kantonalen Planung entgegen, welche eine Verlängerung der Tramlinie 14 nach Salina Raurica via Gallenweg vorsehen. Mit einer entsprechenden Umsteigeplattform im Bereich Gallenweg gelangten die Reisenden direkt von den Trams zu den Zügen und umgekehrt.

Die geschätzten Kosten für die gesamte Entflechtung (Endausbau) belaufen sich laut Studie auf rund 1,2 Milliarden Franken. Eine erste Etappe mit Unterquerung und fünf statt acht Hauptgleisen würde rund 0,5 Milliarden Franken kosten. Die 1. Etappe würde jedoch, zusammen mit anderen Ausbauten bereits einen S-Bahn-Viertelstundentakt ins Ergolztal und ins Fricktal ermöglichen. Die Bauzeit für die erste Etappe dürfte – unter laufendem Bahnbetrieb – über zehn Jahre betragen.

Der Bau der Entflechtung Pratteln soll mit Bundesmitteln finanziert werden. Die erste Etappe zählt in der Botschaft des Bundesrates zu «Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur» FABI zu den Projekten der ersten Dringlichkeitsstufe. Diese sollen in zeitlich gestaffelten Ausbauschritten bis 2040 umgesetzt werden. Im ersten Ausbauschritt des Bundes (bis 2025) ist die Entflechtung nicht enthalten. Weitere Informationen zu FABI: www.sbb.ch/fabi

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