Durchmesserlinie – Brückenbaustellen: Spektakuläre Phase steht bevor.

Heute Dienstagmorgen lud die SBB zu einer Besichtigung der Brückenbau-werke ein, die im Gleisfeld westlich des Zürcher Hauptbahnhofes entstehen. Die Letzigraben- und die Kohlendreieckbrücke sind Teil des Grossprojekts Durchmesserlinie und dienen ab 2015 der Ausfahrt der Fernverkehrszüge aus dem neuen Durchgangsbahnhof Löwenstrasse in Richtung Westen. Mit der modernen Bauweise wird der Lärm für die Anwohner der Brücken reduziert.

Für die Durchmesserlinie baut die SBB zwischen dem Hauptbahnhof Zürich und Altstetten zwei Brücken: die Letzigrabenbrücke – mit 1156 Metern Länge künftig die längste SBB Bahnbrücke – und die 394 Meter lange Kohlendreieckbrücke. Die beiden Viadukte dienen ab 2015 der Ausfahrt aus dem unterirdischen Durchgangsbahnhof Löwenstrasse, dessen Rampe auf der Höhe des Zentralstellwerks kurz vor der Langstrasse an die Oberfläche stösst. In Richtung Westen fahrende Schnellzüge überqueren dann mit rund 80 Kilometern pro Stunde auf der Kohlendreieckbrücke das sogenannte Kohlendreieck, wo Gleise von und nach Altstetten, Wiedikon und Hauptbahnhof zusammenkommen. Anschliessend führt die Durchmesserlinie unter der Hardbrücke hindurch und dann über die Letzigrabenbrücke. Diese überquert zuerst die Duttweilerbrücke, dann das ganze Gleisfeld und schliesst in Altstetten an die bestehenden Schnellzugsgleise an. Die Höchstgeschwindigkeit auf der Letzigrabenbrücke beträgt 120 Kilometer pro Stunde.


Herbst 2012: Das Vorschubgerüst überquert die Duttweilerbrücke

Anlässlich eines Medienanlasses lud die SBB die Medien zu einer Besichtigung der Brückenbaustellen ein. «Seit Dezember 2011 betonieren wir den Trog der Letzigrabenbrücke mithilfe des sogenannten Vorschubgerüsts», sagt Roland Kobel, SBB Gesamtprojektleiter der Durchmesserlinie. Mittlerweile ist das 91 Meter lange, 650 Tonnen schwere Gerüst bereits im vierten Brückenfeld – zwischen dem dritten und dem vierten Pfeiler also – angelangt. «Richtig spektakulär wird es im Herbst 2012», sagt Kobel. «Dann überquert das Vorschubgerüst die vom Privatverkehr befahrene Duttweilerbrücke.»

Die Vorarbeiten an der Letzigraben- und der Kohlendreieckbrücke sind bereits seit Mitte 2008 im Gange. Mittlerweile sind eine Mehrheit der insgesamt 30 Pfeiler – 23 für die Letzigraben-, deren 7 für die Kohlendreieckbrücke – sowie die östliche Rampe der Letzigraben- und die westliche Auffahrt der Kohlendreieckbrücke fertiggestellt.

Die Rohbauarbeiten an den beiden Brücken dauern noch bis Ende 2014. Anschliessend erfolgt der Einbau der bahntechnischen Anlagen – unter anderem Fahrbahn, Fahrleitung und Lärmschutzelemente –, bevor die Brückenbauwerke im Dezember 2015 in Betrieb genommen werden. Dann verkehren auch Fernverkehrszüge über die Durchmesserlinie. Diese wird bereits Mitte 2014 für den S-Bahn-Verkehr eröffnet – allerdings nur auf der Achse Wiedikon–Hauptbahnhof–Oerlikon.


Die Durchmesserlinie im Überblick

Von Altstetten über den Hauptbahnhof Zürich bis nach Oerlikon durchquert die Durchmesserlinie die Stadt Zürich in einem grossen Bogen. Herzstück ist der Durchgangsbahnhof Löwenstrasse. Richtung Osten verbindet der Weinbergtunnel den Hauptbahnhof mit Oerlikon. Die 9,6 Kilometer lange Durchmesserlinie bildet einen zentralen Teil der West-Ost-Achse des nationalen Schienenverkehrs. Als Kapazitätssteigerung für den Hauptbahnhof Zürich ermöglicht sie ab Mitte 2014 neue Angebotskonzepte im S-Bahn- und Fernverkehr. Die Durchmesserlinie wird vollständig Ende 2015 eröffnet – nach rund neun Jahren Bauzeit.

Weitere Informationen zur Durchmesserlinie finden sich im Internet unter www.durchmesserlinie.chLink öffnet in neuem Fenster.

Lärmschutz

Auch beim Bau der Durchmesserlinie achtet die SBB auf die Einhaltung der Lärmschutzvorschriften des Bundes. Beim Bau der Letzigraben- und der Kohlendreieckbrücke kann der Bahnlärm bereits mit der Bauweise reduziert werden: Die beiden Brückentröge brechen die Schallwellen, die beim Kontakt zwischen Schiene und Rad entstehen. Zusätzlich bringt die SBB an den Trögen der Kohlendreieckbrücke beidseitig auf der gesamten Länge des Viadukts Lärmschutzelemente an, um die Anwohnerinnen und Anwohner vor dem Bahnlärm zu schützen. Bei der Letzigrabenbrücke wird darauf verzichtet, weil die Distanz zu den nächstgelegenen Wohnhäuser deutlich grösser ist.

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