Muttenz: Modernisierung des Rangierbahnhofs auf Kurs.

Die im April 2010 aufgenommene Modernisierung des Rangierbahnhofs Basel I in Muttenz schreitet plangemäss voran. Die Arbeiten an der nördlichen Hälfte der Anlagen sind abgeschlossen. Seit Januar 2012 stattet die SBB die südliche Hälfte des Rangierbahnhofs mit leiseren, hydraulischen Balkenbremsen aus. Sie optimiert zudem die umfangreichen Gleisanlagen, erneuert die Stellwerk-technik und ersetzt Weichen, Schienen, Schwellen sowie Schotter. Die Arbeiten im Umfang von 195 Millionen Franken dauern noch bis Herbst 2013.

Die SBB erneuert seit Anfang April 2010 den Rangierbahnhof Basel I in Muttenz. Der Rangierbahnhof besteht seit den dreissiger Jahren und dient dem Nord–Süd-Verkehr. Gemeinsam mit dem daneben liegenden, in den siebziger Jahren für den Süd–Nord-Verkehr gebauten Rangierbahnhof Basel II bildet er im Dreiländereck eine wichtige Drehscheibe sowohl im schweizerischen als auch im internationalen Güterverkehr. Am 25. April 2012 präsentierte die SBB die Arbeiten im Rahmen einer Baustellenführung interessierten Medienschaffenden.

«In Rangierbahnhöfen werden die Wagen ankommender Güterzüge getrennt und nach ihrem Bestimmungsort zu neuen Zügen formiert», erklärte Thomas Baldinger, Leiter Rangierbahnhof Basel. Eine Rangierlok schiebt dazu die Wagen über eine Erhebung, den sogenannten «Ablaufberg». Darauf rollen sie in die «Richtungsgleisgruppe», einem sich weit öffnenden Fächer mit Gleisen. Mittels Weichenschaltungen werden dabei pro Zielbahnhof die Wagen oder Wagengruppen in einem Gleis formiert.

Auf diese beiden Bereiche, den Ablaufberg und die Richtungsgleisgruppe, konzentrieren sich die Hauptarbeiten des 195-Millionen-Projektes, wie Rudolf Burri, SBB
Gesamtprojektleiter, ausführte. Dies, weil die Stellwerke und Bremsanlagen das Ende ihrer Lebensdauer erreichen und die Beschaffung von Ersatzteilen schwierig ist. Damit die SBB den Rangierbahnhof Basel I auch während den Arbeiten, wenn auch eingeschränkt, nutzen kann, nimmt sie die Modernisierung etappenweise vor. «In einem ersten Schritt haben wir die ganze Nordhälfte der Anlage erneuert und diese Ende Januar 2012 wieder in Betrieb genommen. Nun bauen wir bis Herbst 2013 die südliche Hälfte um, kurz, wir sind auf Kurs», so Burri.

Im Rahmen des Projektes bringt die SBB so die Gleisanlagen auf den neusten Stand und ersetzt drei Stellwerke. Mit dem neuen Rangierstellwerk werden die Laufeigenschaften der abrollenden Wagen in die Richtungsgleisgruppe gemessen und individuell automatisch abgebremst. Bis anhin mussten die Mitarbeitenden diesen Bremsprozess vor Ort mit einem Regler manuell steuern. Ein neues Bremssystem, eine Kombination aus zwei Staffeln hydraulischer und einer Staffel elektrodynamischer Bremsen, wird die Güterwagen zudem leiser abbremsen.


Mit neuer Technik leistungsfähiger

Weiter tragen die SBB rund 145‘000 Kubikmeter Erde ab, um das von blossem Auge kaum sichtbare Gefälle der Richtungsgleisgruppe in die Horizontale zu bringen. Damit hält sich die SBB die Option offen, zu einem späteren Zeitpunkt wenn nötig mit tragbarem Aufwand eine Güterwagenförderanlage einzubauen. Eine solche bringt die abrollenden Güterwagen mittels flachen Förderwagen und Winden noch präziser und damit effizienter an die richtige Stelle.

Stellwerktechnik und Bremssystem machen die Anlage leistungsfähiger: Betrug die frühere maximale Kapazität der Anlage 2000 Wagen pro Tag, beträgt sie nach der Modernisierung neu 2400 Wagen. Dies, obwohl die SBB die Zahl der Richtungsgleise von 41 auf 32 reduziert. «Wir bauen 59 Weichen und 25 Gleiskilometer Schiene aus und ersetzten diese durch 38 Weichen und 24 Gleiskilometer Schiene», sagte Oliver Wittmeier, Oberbauleiter SBB.

Gleichzeitig erneuern die Bauteams Schwellen, Schotter und den Gleisunterbau. Im Bremsbereich der Wagen erstellt die SBB auf einer Länge von 280 Metern rund vier Meter hohe Lärmschutzwände. Der gesamte Bereich der umgebauten Verteilzone wird zudem mit einer Entwässerung mit eigenem Sickerbecken ausgerüstet.

Weiterführender Inhalt

Kontakt.

SBB AG

Kommunikation
Hilfikerstrasse 1
Postfach 65
3000 Bern