Zürcher S-Bahn: Die 4. Teilergänzungen kommen in Fahrt.

Vertreterinnen und Vertreter des Kantons Zürich, der Nachbarkantone, des Bundesamts für Verkehr (BAV), des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) und der SBB feierten heute den Spatenstich zum Ausbau der 4. Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn. Weil sich die Nachfrage auf dem Netz der Zürcher S-Bahn seit deren Einführung mehr als verdoppelt hat, ist ein weiterer Ausbau dringend notwendig. Nach Abschluss aller Bauarbeiten im Jahr 2018 profitieren Bahnreisende von mehr und schnelleren Zugverbindungen im Grossraum Zürich.

Der Ausbau des Zürcher S-Bahn-Netzes geht in die nächste Runde. Bereits dreimal wurde das Netz der Zürcher S-Bahn erweitert. Nach einer fast zehnjährigen Planungszeit starten nun die Ausbauarbeiten für die 4. Teilergänzungen. Ab Mitte 2014 bis 2018 werden sie etappenweise in Betrieb genommen. Mit den 4. Teilergänzungen können die dringendsten Kapazitätsprobleme, insbesondere in den Hauptverkehrszeiten am Morgen und Abend, gelindert werden.

Nationale Projekte schaffen regional mehr Kapazität.

Heute wurden in Litti, auf der Zuger Seite des Albistunnels, die Bauarbeiten zu den 4. Teilergänzungen feierlich lanciert. In drei Etappen – Mitte 2014, Ende 2015 und Ende 2018 – werden Bahnhöfe und Gleisanlagen der Zürcher S-Bahn ausgebaut. Dies geschieht in Abstimmung mit Grossprojekten wie der Durchmesserlinie (DML), dem Schweizer Anschluss an das Eisenbahn-Hochleistungsnetz (HGV-A) und der Zukünftigen Entwicklung Bahninfrastruktur (ZEB).

Mehr Angebot benötigt Fahrzeuge.

Infrastrukturanpassungen alleine reichen nicht aus, um das Angebot der Zürcher S-Bahn auszubauen. Es braucht auch mehr Fahrzeuge. Dazu wurden 29 Doppelstöcker der dritten Generation für die Zürcher S-Bahn bestellt. Seit Februar 2012 sind die ersten Fahrzeuge auf den Linien der S12 und S14 im Einsatz. Zudem erhalten alle 115 Doppelstöcker der 1. Generation klimatisierte Niederflurdoppelstockwagen (NDW) im Mittelteil, die ein ebenerdiges Ein- und Aussteigen ermöglichen.

Qualitative und quantitative Verbesserungen.

«Damit der Verkehr fliesst, müssen Engpässe beseitigt werden. Die 4. Teilergänzungen bringen einen Ausbau der Infrastruktur und eine Erweiterung des Angebots mit sich», betont Toni Eder, Vizedirektor des Bundesamtes für Verkehr (BAV), in seiner Rede beim Spatenstich. «Nicht immer bedarf es spektakulärer Ausbauten von ganzen Streckenabschnitten oder Bahnhöfen. Für Reisende bemerkbar werden etwa Neuerungen an den Signalanlagen durch kürzere Fahrzeiten oder ein dichteres Zugsangebot», ergänzt Philippe Gauderon, Leiter SBB Infrastruktur. Regierungsrat Ernst Stocker gibt bei aller Freude jedoch zu bedenken: «Nach den 4. Teilergänzungen ist die bestehende Infrastruktur rund um Zürich vollständig ausgelastet. Pflaster-Politik hilft dann leider nicht mehr weiter - es braucht Befreiungsschläge.»

Die 4. Teilergänzungen bringen den Halbstundentakt überall auf der Zürcher S-Bahn; in den Hauptverkehrszeiten im näheren Agglomerationsgürtel der Stadt Zürich den Viertelstundentakt. Die Gesamtkosten der 4. Teilergänzungen belaufen sich auf rund 420 Millionen Franken.

Die 4. Teilergänzungen im Überblick.

Mit der Einführung neuer S-Bahn-Linien im ZVV sowie der Verlängerung und Verdichtung bestehender Linien wird das jetzige Zürcher S-Bahn-Netz schrittweise ausgebaut. In der ersten Etappe erhält das linke Zürichseeufer im Rahmen des Grossprojekts Durchmesserlinie (DML) ein neues Angebotskonzept (Inbetriebnahme Juni 2014). Die zweite Etappe enthält mit der Fertigstellung der DML im Dezember 2015 den Ausbau auf mehreren Korridoren (Knonaueramt, Limmat- und Furttal, Zürcher Unterland, Pfäffikon ZH und rechtes Zürichseeufer). In einem letzten Schritt werden Angebotsverbesserungen auf der Strecke Zürich–Winterthur und weitere Verbindungen ab Winterthur, zum Beispiel in das Tösstal, realisiert (Inbetriebnahme Dezember 2018).

Im Oktober 2010 stimmte der Zürcher Kantonsrat den Infrastrukturausbauten und den damit verbundenen Investitionen von rund 350 Millionen Franken zu. Am 21. April 2011 unterzeichneten das Bundesamt für Verkehr, die Kantone Zürich, St. Gallen, Schwyz, Glarus, Zug sowie die Gemeinde Marthalen gemeinsam mit der SBB die Finanzierungsvereinbarung für die zusätzlichen Investitionen der ersten und zweiten Etappe der 4. Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn.

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