Felssturz bei Gurtnellen: Gotthard-Strecke bleibt rund einen Monat gesperrt.

Heute Morgen konnte der gestern installierte Geo-Radar erste Erkenntnisse liefern: Die überwachte Felswand verhielt sich während der Nacht ruhig. Dennoch muss sie noch mehrere Tagen überwacht werden, da weiterhin Felssturzgefahr besteht. Bis zum Abschluss aller Beobachtungs-, Sicherungs-, Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten bleibt die Gotthard-Linie gesperrt. Die Arbeiten nehmen voraussichtlich rund einen Monat in Anspruch.

Erste oberflächliche Messungen der Abbruchstelle mit dem Geo-Radar verliefen positiv. Grössere Felsabbrüche wurden in der Nacht nicht festgestellt. Die Lage bleibt dennoch angespannt, es besteht weiterhin Felssturzgefahr. Heute werden Rodungsarbeiten oberhalb der Abbruchstelle vorgenommen, Sprengungen sind erst möglich, nachdem sich die überwachte Felswand während mehreren Tagen ruhig verhalten hat. Erst dann können die Felssanierungen vorgenommen werden. Danach werden Experten den Damm aufräumen, das lose Gestein entfernen und die Bahninfrastruktur wieder herstellen. Diese Arbeiten werden voraussichtlich rund einen Monat beanspruchen, erst danach kann die Gotthard-Linie wieder für den Bahnverkehr geöffnet werden.

Marc Hauser, Geologe der SBB, hielt heute Morgen vor Medien fest: «Die eingeleiteten Felssicherungsmassnahmen an der Abbruchstelle von März 2012 haben funktioniert». Und weiter: «Mit einem Felsabbruch in diesem rund 30-50 Meter rechts davon liegenden Fels konnte niemand rechnen. Es gab keinerlei Anzeichen und Felsbewegungen, die auf ein Abbrechen hindeuteten.»

Betriebskonzept bleibt bestehen.

Während dem kommenden Monat bleiben die gestern kommunizierten Einschränkungen für die Reisenden bestehen. Kundinnen und Kunden aus den Räumen Basel, Olten, Aarau und Bern wird empfohlen, für Fahrten von und nach dem Süden die Lötschberg–Simplon-Achse zu benützen. Kundinnen und Kunden aus den Räumen Zürich und Luzern steigen zwischen Flüelen und Erstfeld auf die rund 15 im Einsatz stehenden Ersatzbusse um – sie müssen mit einer Reisezeitverlängerung von 60 bis 90 Minuten rechnen. Der Güterverkehr wird zurückgestellt und grossräumig umgeleitet. Die Gratis-Hotline unter der Nummer 0800 99 66 33 bleibt aufgeschaltet und der Online-Fahrplan unter www.sbb.ch ist angepasst. Auf allen grösseren Bahnhöfen der Nord–Süd-Achse sowie in Zürich und Luzern stehen in den nächsten Tagen rund 40 Kundenbetreuer der SBB im Einsatz.

Alternativen für Klassen auf Schulreise.

Der Juni ist Hochsaison für Schulreisen, das Tessin gehört zu den beliebtesten Destinationen. Bereits für kommenden Freitag sind rund 1500 Schülerinnen und Schüler für ihren Ausflug in den Südkanton angemeldet – sie können ihre Reise trotz der Gotthard-Sperre antreten und erfahren alternative Reiserouten- und zeiten frühzeitig. Dasselbe gilt für die Schülerinnen und Schüler, die in den kommenden Wochen ihre Reise ins Tessin antreten. Die SBB bedauert die Unannehmlichkeiten für ihre Kundinnen und Kunden und bittet um Verständnis.

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