Liestal: Ausbau für mehr Kapazität und Pünktlichkeit.

BAV, SBB, Kanton und Stadt präsentierten am Mittwochmorgen in Liestal den Medien die Studienergebnisse zu einer neuen Entflechtungsvariante. Mittels eines Vierspurausbaus sollen sich die Züge im Bahnhof Liestal künftig behinderungsfrei kreuzen können. Das erlaubt einen pünktlicheren Bahnverkehr im Ergolztal und ist eine der Voraussetzungen für einen weiteren Angebotsausbau. Gleichzeitig sollen die Perronanlagen und -zugänge ausgebaut werden. Die Bauzeit beträgt rund siebeneinhalb Jahre, frühester Baustart wäre 2018. Das 300 Millionen Franken schwere Bauprojekt soll im Rahmen des Grossprojektes «Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur» (ZEB) finanziert werden.

Nördlich des Bahnhofs Liestal überschneiden sich die Fahrwege der Bahnlinien Muttenz–Liestal und Pratteln–Liestal. Das schränkt die Kapazität ein und sorgt bei Unregelmässigkeiten im dicht verwobenen Fahrplan für zusätzliche Verspätungsminuten. Um diese Einschränkung zu beheben, haben die Planer der SBB in den vergangenen Monaten in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verkehr (BAV), dem Kanton Basel-Landschaft und der Stadt Liestal eine neue Variante für eine sogenannte «Entflechtung» entwickelt: den «Vierspurausbau Liestal». Am Mittwoch, 27. Juni 2012, stellten sie die Studienergebnisse gemeinsam in Liestal den Medien vor.

Grundidee der Entflechtungsvariante ist, die Kreuzungskonflikte in Liestal nicht mit grossen Brücken- oder Unterquerungsbauwerken zu beheben, sondern mittels zusätzlichen Gleisachsen. Insbesondere soll die Anzahl Hauptgleise im Bahnhof von zwei auf vier erhöht werden. Dadurch ist der Eingriff ins Ortsbild und in die städtische Infrastruktur weniger stark und die Bauzeit kürzer als bei früheren Varianten mit Entflechtungsbauwerken. Zudem können im selben Zug die Perronanlagen und -zugänge ausgebaut werden. Die Studie sieht diesbezüglich einen neuen Mittelperron vor und eine zusätzliche Unterführung inklusive behindertengerechter Zugänge. Die Zahl der Perronkanten, an welchen die SBB-Züge in Liestal halten können, erhöht sich so von heute zwei auf vier. Um die Einschränkungen für die Reisenden möglichst gering zu halten, sollen die umfangreichen Arbeiten unter laufendem Bahnbetrieb erfolgen. Die Bauzeit dürfte daher rund siebeneinhalb Jahre betragen. Unter Einberechnung des üblichen Vorlaufs für die weitere Planung und das Bewilligungsverfahren wäre ein Baubeginn ab 2018 möglich. Die Projektkosten liegen gemäss Studienschätzung bei 300 Millionen Franken.

Der «Vierspurausbau Liestal» alleine erlaubt wie die früheren Entflechtungsvarianten keine Verdichtung des Angebotes. Möglich wird jedoch der zweite Fernverkehrshalt in Gelterkinden (Interregio Basel–Liestal–Aarau–Zürich). Der Vierspurausbau sorgt vor allem für weniger Kreuzungskonflikte und erlaubt einen pünktlicheren und störungsfreieren Bahnverkehr im Ergolztal. Er ist zudem neben Ausbauten in Basel und Pratteln eine der unabdingbaren Voraussetzungen für einen weiteren Angebotsausbau der Regio-S-Bahn, beispielsweise den Viertelstundentakt zwischen Liestal und Basel.

Der Vierspurausbau Liestal soll im Rahmen des Programms «Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur» (ZEB) finanziert und realisiert werden. ZEB ist ein Bahnausbaupaket des Bundes mit einem Umfang von 5.4 Milliarden Schweizer Franken. Es beinhaltet schweizweit mehr als 100 Infrastruktur-Projekte. Diese beseitigen Engpässe, schaffen mehr Kapazität und verbessern die Fahrplanstabilität. Ziel ist, die ZEB-Ausbauten schrittweise ab 2014 bis circa 2025 in Betrieb zu nehmen. Für weitere Infos: www.sbb.ch/zeb oder www.bav.admin.ch/zebLink öffnet in neuem Fenster.

Zitate der Referierenden und Medienkontakte.

Kanton Basel-Landschaft.

  • Regierungsrätin Sabine Pegoraro, Bau und Umweltschutzdepartement: «Mit der neuen Variante erhält Liestal einen Bahnhof, der in absehbarer Zukunft allen Anforderungen genügt. Auch bei einem späteren Anschluss des Wisenbergtunnels müssten am Bahnhof selbst keine Anpassungen vorgenommen werden, wodurch ein zweimaliger Umbau innert kurzer Zeit verhindert werden kann. Ein weiterer Pluspunkt gegenüber den früheren Varianten ist die kürzere Bauzeit. Damit ist eine frühe Realisierung möglich. Auch die Einschränkungen während der Bauzeit sind geringer.»
  • Kontakt für Medienanfragen: Sabine Pegoraro, Regierungsrätin, 061 552 55 81, sabine.pegoraro@bl.chLink öffnet in neuem Fenster.

Stadt Liestal.

  • Stadtpräsidentin Regula Gysin: «Die vorliegende Variante beinhaltet alle positiven Aspekte der städtischen Bestvariante aus dem ersten Variantenfächer: Bahnhofanlagen definitiv fertig erstellt, moderne Infrastrukturanlagen am Bahnhof, keine Eingriffe in das Landschaftsbild mittels Überwerfung oder in die Infrastrukturen der Stadt mittels Unterwerfung. Dazu fallen auch die Absenkungen im Bereich Gitterlistrasse / Frenkenstrasse weg. Somit ist die Stadt mit dem vorliegenden Projektvorschlag sehr zufrieden.»
  • Kontakt für Medienanfragen: Martin Hofer, Leiter Stadtbauamt, 061 927 52 72, martin.hofer@liestal.bl.chLink öffnet in neuem Fenster.

Bundesamt für Verkehr (BAV).

  • Thomas Berner, BAV Gesamtprojektleiter ZEB: «Das Projekt ist ein wichtiger erster Schritt für die geplanten weiteren Ausbauten in der Nordwestschweiz. Die vorliegende Variante mit einem Vierspurausbau durch den Bahnhof Liestal zeigt auf, dass innovative Lösungen gefunden werden können, welche die Bedürfnisse der einzelnen Parteien bestmöglich berücksichtigen.»
  • Kontakt für Medienanfragen: Bundesamt für Verkehr, Information, 031 322 36 43, presse@bav.admin.chLink öffnet in neuem Fenster.

SBB.

  • Georg Schmalz, SBB Gesamtprojektleiter ZEB: «Die Variante Vierspurausbau Bahnhof Liestal ist aus Gesamtsicht die beste Alternative zu den umstrittenen Plänen für ober- oder unterirdische Entflechtungsbauwerke beim Bahnhof Liestal. Wenn Kanton, Stadt, SBB und BAV dieses Projekt beherzt und mit vereinten Kräften anpacken, können wir den Reisenden ab 2025 noch mehr Stabilität und Kapazität im Ergolztal bieten.»
  • Kontakt für Medienanfragen: SBB Medienstelle, 051 220 41 11, press@sbb.ch

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