Die Züge am Gotthard rollen wieder.

Sehr geehrte Kundin
Sehr geehrter kunde

Knapp einen Monat nach dem Unterbruch der Gotthard-Linie rollten am 2 Juli wieder die ersten Züge über den bisher gesperrten Streckenabschnitt Erstfeld-Göschenen. Es ist die Rückkehr zum Normalzustand, nachdem die Linie am 05. Juni 2012 durch einen Felssturz bei Gurtnellen unpassierbar geworden war.

Die vierwöchige Sperre war für Sie als Bahnkunde eine grosse Belastungsprobe. Aber auch für die SBB bzw. SBB Cargo war dieses Naturereignis eine grosse Herausforderung, das alle unsere Kräfte gefordert hat. An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich für die Geduld und für das Verständnis, aber auch für die hervorragende Zusammenarbeit in dieser aussergewöhnlichen Situation.

Nach der Sprengung mussten zuerst umfangreiche Hangsicherungsarbeiten vorgenommen werden, bevor mit der eigentlichen Instandhaltung der Bahnlinie begonnen werden konnte. Einerseits mussten Fangnetze über die ganze Breite der Abbruchstelle montiert werden. Andererseits waren mehrere tausend Flugbewegungen mit Helikoptern notwendig, um Baumaschinen, Schutzmatten und Netze vor Ort zu bringen.

Roberto Pedrazzini, Verantwortlicher Leiter dieser Arbeiten, verbaute mit seinen Mitarbeitenden zweimal 170 Meter neue Schienen, das Schotterbett wurde komplett ausgetauscht und es wurden vier neue Mastfundamente für die neue Fahrleitung betoniert. Zudem wurden die durch den Felssturz ebenfalls zerstörten Fahrleitungen komplett erneuert. Im Felssturzgebiet von Gurtnellen werden die Schutznetze zukünftig mit Sensoren ausgerüstet, um auch kleinste Bewegungen oder Steinschläge sofort zu registrieren. Bei der Instandstellung wurde teilweise im Dreischichtbetrieb und mit insgesamt 150 Mitarbeitern gearbeitet, um den anspruchsvollen Zeitplan einzuhalten.

SBB Cargo arbeitete während der Sperre unter Aufbietung aller Kräfte daran, möglichst viele Kapazitäten für den Güterverkehr anzubieten. Trotz der mehrwöchigen Sperre gelang es SBB Cargo einen Teil der Transporte weiterhin auf der Schiene abzuwickeln. Oberste Priorität hatte für SBB Cargo die Versorgung des Tessins. Es ist uns gelungen, jeden Tag ein bis zwei zusätzliche Züge pro Richtung (Nord-Süd und Süd-Nord) über die Lötschberg-Simplon-Trasse zu fahren. Die Krisenorganisation des Vertriebs, der in den letzten vier Wochen aus sechs Personen bestand, hat die sehr beschränkten Trassen rund um die Uhr gemanagt und das Cargo Operation Team hat mit enormen Einsatz sowie vielen Überstunden so viele Transporte wie möglich abgewickelt. Nach ersten Schätzungen geht die SBB von finanziellen Auswirkungen im zweistelligen Millionenbereich aus.

Es freut uns sehr, dass wir Ihre Transporte durch den Gotthard wieder durchführen dürfen. SBB Cargo setzt alles daran, dass die Transporte möglichst rasch wieder im gewohnten Rahmen abgewickelt werden können. Trotzdem kann es in dieser Woche noch vereinzelt zu Verspätungen kommen, da noch Restlasten transportiert werden müssen.

Wir entschuldigen uns bei Ihnen für die grossen Unannehmlichkeiten, die durch das Naturereignis verursacht wurden. Ebenso wollen wir uns noch einmal herzlich für Ihre Geduld und auch Ihre aktive Mithilfe in dieser Ausnahmesituation bedanken!

Mit freundlichen Grüssen

Peter Schär
Leiter Vertrieb

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