Aarburg-Oftringen–Zofingen: Zwei fahrende Fabriken erneuern die Gleise.

Die SBB erneuert seit Ende August die Streckengleise zwischen Aarburg-Oftringen und Zofingen. Zwei über eine Zentnertonne schwere Maschinen stehen im Einsatz, um insgesamt über 17 000 Meter Schienen, über 14 000 Schwellen und über 11 000 Tonnen Unterbau und Schotter zu ersetzen. Die Arbeiten am westlichen Gleis dauern bis Mitte Oktober, die Arbeiten am östlichen Gleis bis Anfang Dezember 2012. Dank einem neuen Konzept mit längeren Gleissperrungen kann die Gesamtbauzeit um zirka dreissig Nächte verkürzt werden.

Die SBB besitzt das meistbefahrene Bahnnetz der Welt. Was so intensiv genutzt wird, muss auch unterhalten werden. Die SBB erneuert deshalb die Streckengleise zwischen Aarburg-Oftringen und Zofingen. Die Arbeiten am westlichen Gleis dauern vom 26. August bis 12. Oktober 2012, die Arbeiten am östlichen Gleis vom 15. Oktober bis 7. Dezember 2012. Dabei werden über 17 000 Meter Schiene ersetzt, über 14 000 Schwellen ausgewechselt und rund über 11 000 Tonnen Unterbau und Schotter ausgehoben. An einer Baustellenführung am Dienstagabend, 18. September 2012, präsentierte die SBB die Arbeiten den Medien.

«Auf dem SBB-Netz verkehren immer mehr und immer schnellere und schwerere Züge. Die SBB muss deshalb die Unterhalts- und Erneuerungsarbeiten intensivieren», sagte Thomas Vogel, Leiter Intervallplanung SBB Infrastruktur. Um dieses Ziel zu erreichen, testet die SBB dieses Jahr unter anderem beim laufenden Projekt zwischen Aarburg-Oftringen und Zofingen ein neues Konzept für Gleissperrungen. Dieses Konzept beinhaltet einerseits längere Sperrungen und andrerseits eine Konzentration von mehreren Unterhaltsarbeiten im gleichen Zeitfenster. Denn aufwändig an Unterhaltsarbeiten sind jeweils die Auf- und Abbauarbeiten.

Mit der neuen Planung können die Bauteams mehr Arbeiten am Stück vornehmen und damit rascher und effizienter arbeiten. Beim Erneuerungsprojekt Aarburg-Oftringen–Zofingen sperrt die SBB in den Nächten vom 16./17. bis 27./28. September 2012 jeweils ein Gleis komplett für zehn Stunden anstatt den bisher üblichen vier bis sechs Stunden. Das verkürzt die Gesamtbauzeit um zirka dreissig Nächte, spart öffentliche Gelder und reduziert die Dauer der Lärmbelastung für die Anwohnerinnen und Anwohner. Eine Auswertung der insgesamt sieben Pilotprojekte in diesem Jahr findet Ende 2012 statt.

Markus Gerber, Projektleiter SBB Infrastruktur, und Thomas Hafner, Bauleiter SBB Infrastruktur, erklärten die Arbeiten vor Ort. In einem ersten Schritt legt das Gleisbauteam die neuen Schienen als Hilfsgleise für den ersten Bauzug, die 400 Tonnen schwere und 150 Meter lange „PUMA 18“. Danach schneiden sie die bestehenden Schienen in 18 Meter lange Teilstücke, sogenannte «Gleisjoche». Der PUMA 18 fährt nun auf den Hilfsgleisen auf den ersten 18 Meter langen Abschnitt. Dort hebt er mittels Portalkran das Gleisjoch inklusive Schwellen aus und transportiert es – ebenfalls mit dem Portalkran – zu den dafür vorgesehenen Depotwagen. Der PUMA schiebt sich 18 Meter vorwärts, der Portalkran fährt zurück und hebt das nächste Gleisjoch aus. Am Schluss des Puma 18 wird mit den neuen Schienen das Hilfsgleis für den nun folgenden Bauzug, der „DRL C“, montiert.

Die DRL C ist, wie die PUMA 18 auch, eine veritable fahrende Fabrik der Scheuchzer AG, einem spezialisierten Schweizer Gleisbauunternehmen. Sie ist 800 Tonnen schwer und mit Aushub- und Materialwagen rund 280 Meter lang. Die DRL C hebt mit ihrem Becher-Förderwerk den Schotter rund einen halben Meter tief aus. Der ausgehobenen Steine werden auf dem Bauzug maschinell gesiebt respektive die durch stete Nutzung zerkleinerten Steine ausgeschieden. Lange Förderbänder transportieren diesen Ausschuss in offene Güterwagen an der Spitze der Komposition. Intakte Steine werden – ergänzt mit neuem Schotter – sofort wieder eingesetzt. Anschliessend befestigt das Gleisbauteam mittels zwei Schwellensetzapparaten der DRL C und solider Handarbeit die neuen Schwellen an die Schienen. Um das Gleis zu stabilisieren und auszurichten, folgt anschliessend eine Stopfmaschine, welche mit vibrierenden Stopfhämmern und -pickeln den Schotter unter den Schwellen verdichtet. Nach dem Verschweissen der Schienen und einer weiteren Stopfung ist das neue Gleis fertig.

Die Kosten für die Gleiserneuerung Aarburg–Zofingen belaufen sich auf rund 11,5 Millionen Franken. Insgesamt investiert die SBB 2012 über eine Milliarde Franken in die Erneuerung des bestehenden Schienennetzes. Dazu kommen jährlich Unterhaltsarbeiten im Umfang von gut 500 Millionen Franken. Unterhalt und Erneuerungen des bestehenden Netzes finanzieren die SBB und der Bund gemeinsam. Der Bund trägt seinen Anteil über die mehrjährige Leistungsvereinbarung. Der andere Teil kommt von den Trassenerträgen, also vom Entgelt des Fern-, Güter- und Regionalverkehrs für die Benützung der Infrastruktur. Dazu kommen Ausgleichszahlungen von SBB Immobilien

Wegen der Gleiserneuerung fallen nachts InterRegio-Züge aus.

Die Gleiserneuerungsarbeiten zwischen Aarburg-Oftringen und Zofingen sind nicht ohne Auswirkungen auf den Zugfahrplan möglich. Vom 16. bis 27. September 2012 fallen ab 19.30 Uhr jeweils mehrere InterRegio-Züge zwischen Luzern und Olten sowie Luzern und Bern aus. Die SBB hat für die betroffenen Reisenden alternative Umsteigeverbindungen via Olten eingeplant. Die Reisezeit verlängert sich um bis zu 30 Minuten und es sind frühere Abfahrtszeiten zu beachten. Die SBB empfiehlt den Reisenden, den angepassten Online-Fahrplan auf www.sbb.ch zu konsultieren. Sie informiert die Reisenden über die Fahrplanänderungen zudem mit Durchsagen in den Zügen und an den Bahnhöfen sowie mittels grossen Info-Plakaten an den Bahnhöfen. In Luzern und Olten werden Kundenbetreuer vor Ort sein. Detaillierte Auskünfte erhalten Kundinnen und Kunden zudem an den Bahnschaltern, unter www.sbb.ch/166 sowie 24 Stunden am Tag über den RailService 0900 300 300 (CHF 1.19/Min. aus dem Schweizer Festnetz).

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