Güterbahnen, Verlader, Industrie und Wissenschaft spannen zusammen: Gemeinsame Innovationen für den Güterwagen der Zukunft.

Leise, leicht und effizient – so sollen moderne Güterwagen im internationalen Transportgeschäft höhere Marktanteile zu Gunsten der Bahn bringen. Um die technische Entwicklung rasch und nachhaltig voranzutreiben, bringen Güterbahnen, Industrie, Verlader und die technischen Universitäten in Berlin und Dresden ihr Know-how zusammen. An der Fachmesse InnoTrans in Berlin präsentierten die Mitglieder der Zukunftsinitiative „5L“ erste konkrete Schritte für den Güterwagen der Zukunft.

Wie wird der Schienengüterverkehr fit für die Zukunft? Wie lassen sich steigende Transportmengen auf die Bahn bringen? Welchen Beitrag kann die Schiene zu den Klimazielen der Politik leisten? Um diese und weitergehende Fragen beantworten zu können, treffen sich die Teilnehmer der Initiative „5L“ regelmässig. An der InnoTrans präsentierten sie mit dem „Weissbuch innovativer Eisenbahngüterwagen 2030“ erste konkrete Ergebnisse. Darin analysiert die Arbeitsgruppe detailliert die Wachstumsmöglichkeiten und -faktoren. Der Eisenbahngüterwagen rückt dabei in den Fokus. In einem Stufenplan zeigt die Initiative auf, welche Schritte durch technische Neuerungen am Güterwagen bis zum Jahr 2030 notwendig sind, um eine Stärkung der Wettbewerbsposition gegenüber den anderen Verkehrsträgern zu erreichen.

„Der Güterwagen der Zukunft ist leise, leicht und effizient. Er lässt sich beispielsweise automatisch kuppeln und meldet seinen Betriebszustand oder allfällige Störungen in Echtzeit an den Lokführer und die Leitstelle“, sagt Jürgen Hüllen, Mitglied der Zukunftsinitiative „5L“. Um derart komplexe Entwicklungen wirksam voranzutreiben, setzt sich die Initiative aktiv für eine Änderung des Innovationsprozesses ein. Mit vereintem Know-how lassen sich Neuerungen und somit Produktivitäts- und Effizienzgewinne rascher realisieren. Gleichzeitig sollen alle beteiligten Akteure von den wirtschaftlichen Vorteilen der Weiterentwicklungen profitieren.

Technische Lösungen – beispielsweise automatische Kupplungen für ein effizienteres Rangieren und Zusammenstellen der Wagen – wären oft bereits vorhanden, konnten jedoch noch nicht bis zur Markteinführung vorangetrieben werden. In zwei Pilotprojekten wird deshalb der neue Ansatz in der Praxis bereits getestet: So werden zum einen Mindeststandards von automatischen Diagnoseeinrichtungen an Güterwagen erarbeitet. Zum anderen entwickeln die Projektteilnehmer ein technisch-betriebliches Anforderungsprofil für ein modernes Standarddrehgestell. Erste Ergebnisse dieser Projekte werden Ende 2012 erwartet.

„In technischen und wirtschaftlichen Innovationen am Wagen sehen wir reelle Wachstumschancen“, sagt Jürgen Mues, Leiter Asset Management und Mitglied der Geschäftsleitung von SBB Cargo. Denn der Güterwagen sei ein essentielles Bindeglied zwischen der Transport- und Industrielogistik. Damit die Investitionen rentabel, nachhaltig und zweckmässig sind, müssen alle Akteure zusammenspannen. „Da wir nicht nur regional, sondern international unterwegs sind, können wir diese Ziele nur gemeinsam im Verbund mit allen Beteiligten und über die Grenzen hinweg erreichen“, betont Jürgen Mues. Deshalb engagiere sich SBB Cargo in der Initiative „5L“.

Die Teilnehmer der Zukunftsinitiative „5L“ sind: BASF SE, DB Schenker Rail, DB Waggonbau Niesky GmbH, Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH, Rail Cargo Austria, SBB Cargo AG, ThyssenKrupp AG, VTG AG und Waggonbau Graaff GmbH. Die wissenschaftliche Unterstützung erfolgt durch die Professur für Bahnverkehr, öffentlicher Stadt- und Regionalverkehr der TU Dresden sowie das Fachgebiet Schienenfahrzeuge der TU Berlin. „5L“ steht für die integrierte Umsetzung der fünf Wachstumsfaktoren bezogen auf Eisenbahngüterwagen: Leise, Leicht, Laufstark, Logistikfähig und Life-Cycle-Cost-orientiert.

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