Ausbau der Zugsicherung: Ausrüstung weiterer 1700 Signale mit Geschwindigkeitsüberwachung.

Die SBB bedauert den gestrigen Vorfall in Neuhausen (SH). 17 Kundinnen und Kunden wurden bei der seitlichen Streifkollision zweier Züge verletzt und mussten sich in ärztliche Behandlung begeben. Für die SBB ist das Thema der Zugsicherung und damit des sicheren Bahnbetriebs ein zentrales Anliegen. Basierend auf einem Entscheid von Ende 2011 und als Teil der Leistungsvereinbarung mit dem Bund, werden bis 2020 nochmals rund 50 Millionen in den Ausbau der bestehenden Zugsicherungssysteme investiert, um das Sicherheitsniveau nochmals zu verbessern.

Zugbeeinflussungssysteme sorgen dafür, dass der Zugverkehr auf dem dicht befahrenen Netz der SBB sicher und pünktlich abgewickelt werden kann. Statistisch betrachtet ereignet sich auf eine Million gefahrene Zugskilometer im Durchschnitt 0,7 Signalfälle. Als Signalfall wird das Überfahren eines Halt zeigenden Signals bezeichnet, bei welchem der Zug technisch stark abgebremst wird und so automatisch zum Stillstand kommt. Auch im Fall von Neuhausen kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein Rotlicht überfahren wurde. Die Unfalluntersuchung dazu läuft und die unabhängige Unfalluntersuchungsstelle des Bundes (SUST) wird letztendlich beurteilen, welche Einflüsse zur seitlichen Streifkollision zweier Personenzüge von Thurbo und der SBB geführt haben.
Seit Jahren investiert die SBB in den Ausbau und die Weiterentwicklung ihrer Zugbeeinflussungssysteme. Sämtliche der rund 11 000 Signale auf dem SBB-Netz sind mindestens mit einer punktuellen Sicherung ausgerüstet. Diese reagiert, wenn ein Zug an einem Halt zeigenden Signal vorbeifährt und löst beim vorbeifahrenden Zug automatisch eine Schnellbremsung aus. Das System stoppt den Zug automatisch ab.

Rund ein Drittel dieser Signale sind zusätzlich mit einer Geschwindigkeitsüberwachung (ZUB) ausgerüstet. Dieses System überwacht die Geschwindigkeit des Zuges bereits vor dem Befahren des Signalpunkts und leitet automatisch eine Bremsung ein, sofern der Lokführer nicht die dem Signal entsprechende Bremskurve einhält. Die SBB hat in den vergangenen Jahren bereits enorme Summen in den Ausbau dieses geschwindigkeitsabhängigen Zugbeeinflussungssystems ZUB investiert. Nach einer ersten Beurteilung wurden bereits seit den 1990er-Jahren Signale risikobasiert mit einer Geschwindigkeitsüberwachung ausgestattet. Basierend auf einem Entscheid von Ende 2011 werden bis 2020 mit zusätzlichen 50 Millionen Franken nun nochmals rund 1700 Signale zusätzlich nachgerüstet. Die Finanzierung erfolgt über Effizienzsteigerungsmassnahmen bzw. durch die Leistungsvereinbarung mit dem Bund für die Jahre 2017–2020.

Dank dieser risikoorientierten Ausrüstungsstrategie wurde bis jetzt das Risiko in Folge von Signalfällen um einen Drittel gesenkt. Mit dem neuen Zusicherungspaket wird das Risiko nochmals um mehr als einen Drittel weiter reduziert. Die daraus resultierenden Verbesserungen in der Sicherheit sind erheblich.

Damit profitieren die Bahnkunden auch zukünftig von einem immer höher werdenden Sicherheitsniveau. Die SBB setzt sich auch in Zukunft aktiv dafür ein, dass weitere Signale risikobasiert nachgerüstet und die Zugsicherung auch in Zukunft weiter verbessert werden kann. Auch der Bahnhof Neuhausen wird im Rahmen dieses Programms in den kommenden Jahren mit einer geschwindigkeitsabhängigen Zugüberwachung nachgerüstet. Ob damit die seitliche Streifkollision hätte verhindert werden können, wird die unabhängige Unfalluntersuch des Bundes feststellen. Die SBB ihrerseits bedauert den Vorfall sehr, bei welchem 17 Bahnpassagiere leicht verletzt wurden und ein Sachschaden in Millionenhöhe entstanden ist.

Investitionen der SBB in die geschwindigkeitsabhängige Zugüberwachung (ZUB).

  • Anfang 1990 bis 2000: Ausrüstungsstart von ZUB mit 1800 Signalen
  • Ab 2001: Ausrüstung von 270 Signalen mit Kosten von rund 12 Mio CHF.
  • 2005 bis 2011: Ausrüstung von 625 Signalen mit Kosten von rund 35 Mio CHF.
  • 2012 bis 2020: Ausrüstung von 1700 Signalen mit Kosten von rund 50 Mio CHF.

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