Einigung zwischen Unia, SBB und der AB Brandschutz AG: Lohnnachzahlung sichergestellt – im Bahnhof Löwenstrasse wird wieder gearbeitet.

In der Nacht auf heute Donnerstag konnte eine Lösung im Lohndumpingfall auf der Baustelle des Bahnhofs Löwenstrasse gefunden werden. Die Gewerkschaft Unia hat sich im Beisein der SBB mit der AB Brandschutz AG auf Lohnnach-zahlungen in der Höhe von 700'000 Franken geeinigt. Damit können die Brand-schutzarbeiten auf der Baustelle der Durchmesserlinie wieder aufgenommen werden.

Seit Dienstag haben die Brandschutzarbeiten auf der Baustelle im Durchgangsbahnhof Löwenstrasse geruht. Ursache dafür war ein Streit über zu geringe Löhne und Scheinselbständigkeit durch eine Gruppe von polnischen Arbeitern. Diese arbeiteten für zwei Subunternehmen, die im Auftrag der AB Brandschutz AG auf der SBB-Baustelle tätig waren.

Intensive Verhandlungen zwischen Unia und der Firma AB Brandschutz AG im Bei-sein der SBB haben in der Nacht auf Donnerstag zu einer Einigung geführt. Dabei wurde vereinbart, dass die AB Brandschutz AG für die betroffenen Arbeiter der fehl-baren Subunternehmen 700'000 Franken auf ein Sperrkonto einbezahlt. Diese Summe dient dazu, die korrekten Löhne nachzuzahlen. Eine erste Anzahlung von 5000 Franken pro Person wird den Betroffenen noch diese Woche ausbezahlt. Die restlichen Ansprüche werden den Arbeitern nach Vorliegen der genauen Abrechnungen bis zum 6. November 2013 vergütet.

Damit sind für alle beteiligten Parteien die Voraussetzungen geschaffen, dass die Arbeiten auf der Baustelle Löwenstrasse per sofort wieder aufgenommen werden können.

Roland Kobel, Leiter Durchmesserlinie SBB, zeigt sich sehr befriedigt über die erzielte Einigung: «Wir haben allen Beteiligten von Beginn weg unsere Gesprächsbereitschaft signalisiert. In intensiven Verhandlungen ist es uns gemeinsam gelungen, einen Arbeitsunterbruch im Bahnhof Löwenstrasse abzuwenden, der den Eröffnungstermin der Durchmesserlinie in Gefahr gebracht hätte.»

Markus Hungerbühler von der AB Brandschutz AG nimmt seine Verantwortung als Auftragnehmer ernst: «Mit unserer Bereitschaft, für sämtliche Lohnnachzahlungen einzustehen, beweisen wir, dass wir für die Mitarbeitenden einstehen und das Fehl-verhalten unserer Subunternehmen ausbügeln.»

Roman Burger, Geschäftsleiter der Unia Zürich-Schaffhausen, ist zufrieden, dass die betroffenen Mitarbeitenden zu den korrekten Löhnen kommen, stellt aber leider fest, dass es sich hier nicht um einen Einzelfall handelt: «Es ist ein Musterbeispiel, wie Schweizer Arbeitsbedingungen mit Subunternehmerketten systematisch unterlaufen werden. Um solche Fälle in Zukunft zu verhindern, braucht es eine deutliche Verschärfung der flankierenden Massnahmen. Anders ist das Versprechen, die Löhne in der Schweiz trotz Personenfreizügigkeit zu schützen, nicht einzuhalten.»

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