Eckwerte für Gesamtperspektive festgelegt: SBB, Basler Kantone und Schweizerische Rhein-häfen entwickeln die Bahnzukunft im Raum Basel.

Die SBB hat zusammen mit den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt sowie den Schweizerischen Rheinhäfen die Eckwerte der Gesamtperspektive für den Raum Basel festgelegt. Sie zeigt auf, wie Bahnangebot, Bahnanlagen und Bahnareale für die Bevölkerung der Region in den nächsten beiden Jahrzehnten aufgewertet und entwickelt werden sollen.

Seit gut einem Jahr entwickeln die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft gemeinsam mit der SBB eine Gesamtperspektive (GP) für den Raum Basel. Die vereinbarten Eckwerte wurden heute im Rahmen eines Spitzentreffens zwischen Regierungsvertretern der beiden Kantone und der SBB vorgestellt. In einem nächsten Schritt sollen diese Eckwerte im Interesse der Bevölkerung, der Bahnkundinnen und -kunden und der Kantone vorangetrieben werden.

Mittel- bis langfristig soll das Bahnangebot auf einen Viertelstundentakt im Regionalverkehr ins Frick-, Ergolz- und Laufental ausgebaut werden – das macht den Schienenverkehr in der Region deutlich attraktiver. Dafür müssen die Bahnanlagen in Basel weiter ausgebaut werden. Es braucht Entflechtungen in Pratteln, Muttenz und im Osten des Basler Bahnhofs. Die wichtigsten Projekte für den Viertelstundentakt ins Ergolztal sind im ersten Ausbauschritt der bundesrätlichen FABI-Vorlage enthalten. Sofern das Schweizer Stimmvolk die Vorlage am 9. Februar 2014 annimmt, stehen Bundesgelder im Umfang von 900 Mio. Franken bereit, um die Projekte bis 2025 zu realisieren. In einem späteren Schritt sollen die Infrastruktur im Laufental ausgebaut und mit dem Herzstück rasche Durchmesserlinien quer durch die Region geschaffen werden.

Weiterentwicklung von Arealen im Raum Basel.

An der Medienkonferenz präsentierten die SBB und die beiden Basler Kantone Entwicklungsareale, welche in den nächsten beiden Jahrzehnten weiterentwickelt werden sollen:

  • Bahnhof Basel: Die SBB und der Kanton Basel-Stadt treiben die Planungen für die neue unterirdische Perronquerung West voran. Im nächsten Jahr startet das Vorprojekt, Ziel ist die Inbetriebnahme im Jahr 2022 – eine gesicherte Finanzierung vorausgesetzt. In einer späteren Etappe sollen neue Perronzugänge von der Margarethenbrücke im Westen und langfristig eine zweite Personenunterführung im Osten des Bahnhofs die Nebenzugänge bilden. Weiter soll der Westflügel im Bahnhof bis 2019 umgestaltet werden.
  • Trimodales Terminal Basel Nord: Derzeit wird die Planung eines trimodalen Terminals (Verlad zwischen Schiene, Wasser und Strasse) für den Weitertransport und die Verteilung der ankommenden internationalen Warenströme vorangetrieben. Dieses soll mit einem neuen Hafenbecken 2020 in Betrieb gehen. Damit können die künftig benötigten Umschlagskapazitäten, insbesondere auch für die Transportkette Schiff-Bahn, sichergestellt werden.
  • Rangierbahnhof Muttenz (RB Basel I und II): Der Rangierbahnhof Muttenz ist heute schon ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für den internationalen Güterverkehr. Auch für die Bahnzukunft im Raum Basel wird er eine wichtige Rolle spielen. Die Modernisierung des RB Basel I wurde diesen Herbst abgeschlossen, der RB Basel II soll teilsaniert werden. Darüber hinaus wird evaluiert, ob die kombinierten Binnenverkehre aus dem Güterbahnhof Wolf auf freiwerdenden Flächen integriert werden können.
  • Hafen Kleinhüningen: Ein trimodales Containerterminal (Schiff-Schiene-Strasse), ein drittes Hafenbecken und eine optimierte Hafenbahn sollen den Basler Hafen weiter stärken. Deshalb werden ein Ausbau, eine Modernisierung und die teilweise Verlagerung der Anlagen angestrebt.
  • Basel St. Johann: In St. Johann wird zurzeit das Entwicklungspotenzial eines rund 18 Hektaren grossen Industrieareals (St. Johann Nord) mit einer Testplanung evaluiert. Die kooperative Planung zwischen Grundstückseigentümer und Kanton Basel-Stadt wird die Grundlagen für eine mögliche städtebauliche Entwicklung des Areals liefern. St. Johann Nord grenzt an das Entwicklungsgebiet ProVolta und den Bahnhof St. Johann.
  • Güterbahnhof Wolf: Die SBB und die beiden Basler Kantone prüfen eine Verlagerung der Umschlagsanlagen für den kombinierten Verkehr, damit Flächen städtebaulich entwickelt werden können. Mit dem Bau des Terminals Basel Nord wird eine leistungsfähige Drehscheibe für den kombinierten Verkehr geschaffen. Zusätzlich wird geprüft, ob weitere Güterverkehrsfunktionen in den Rangierbahnhof Muttenz verlegt werden können.
  • Bahnhof Liestal: Die SBB beabsichtigt, das Bahnhofsareal Liestal zu einem modernen, kundenfreundlichen Bahnhof für den Hauptort des Kantons Basel-Landschaft zu entwickeln. Der Kanton will Räumlichkeiten in einem neuen Gebäude mieten und darin Teile der kantonalen Verwaltung unterbringen. Derzeit laufen die Vorarbeiten für einen städtebaulichen Wettbewerb, den die SBB gemeinsam mit der Stadt Liestal und dem Kanton Basel-Landschaft 2014 durchführt. Dabei soll das Potenzial des erweiterten Bahnhofperimeters untersucht werden.

Zitate der Referierenden.

Kanton Basel-Stadt

  • Dr. Hans-Peter Wessels, Regierungsrat, Vorsteher des Bau- und Verkehrsdepartements: «Immer mehr Pendler und Reisende im Raum Basel fahren mit dem Zug. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Erschliessung der Perrons im Bahnhof Basel SBB weiter verbessern. Die Umorganisation des Gleisfelds ermöglicht es, die Margarethenbrücke neu zu gestalten und mit direkten Perronzugängen zu versehen. Auch die Personenunterführung West, die als erstes realisiert werden soll, sichert einen besseren Zugang zu den Zügen.»

Kanton Basel-Landschaft

  • Dr. Sabine Pegoraro, Regierungsrätin, Vorsteherin des Bau- und Umweltschutzdirektion: «Mit der Gesamtperspektive haben wir eine klare Vorstellung, wie die Verkehrszukunft in der Region aussehen soll. Und mit klaren Vorstellungen lassen sich Partner, die sich finanziell beteiligen sollen, auch leichter mit ins Boot holen.»

SBB

  • Andreas Meyer, CEO SBB AG: «Die Gesamtperspektive für den Raum Basel gestaltet mit mehreren zusammenhängenden Entwicklungsprojekten die Verkehrszukunft in der Region. Heute haben wir einen Meilenstein in der konstruktiven und zukunftsorientierten Zusammenarbeit mit den beiden Basler Kantonen erreicht. Nun wollen wir im Sinne unserer Kundinnen und Kunden die Entwicklungsareale weiter entwickeln und aufwerten.»
  • Jürg Stöckli, Leiter SBB Immobilien: «Das Gebiet am und um den Bahnhof Basel wird in Zukunft stark aufgewertet. Das Areal am Güterbahnhof Wolf sowie das Industrieareal St. Johann Nord gehören für die SBB zu den wichtigsten städtischen Entwicklungsgebieten der nächsten Jahre.»

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