Rangierbahnhof Basel I: SBB schliesst Modernisierungsarbeiten ab.

Die SBB hat in den letzten dreieinhalb Jahren den Rangierbahnhof Basel I für 160 Mio. Franken komplett modernisiert. Die Modernisierung erlaubt einen deutlich effizienteren, leiseren und sichereren Rangierbetrieb. Insbesondere die neuen Balkengleisbremsen mit lärmdämpfenden Einlagen aus Spezialmetall haben sich im Pilotversuch bewährt. Sie sind nun auch in den Rangierbahnhöfen Basel II, Limmattal, Lausanne und Buchs im Einsatz.

Effizienter, leiser und sicherer: Unter dieser Prämisse modernisiert die SBB seit Anfang April 2010 den Rangierbahnhof (RB) Basel I in Muttenz. Im Herbst 2013 schliesst sie die Arbeiten ab. Auf einer Baustellenführung am 27. September 2013 präsentierte das Projektteam den modernisierten Rangierbahnhof den Medien. «Im Rangierbahnhof trennen wir die Wagen ankommender Güterzüge und formieren sie nach ihrem Bestimmungsort zu neuen Zügen,» erklärte SBB Rangierbahnhofleiter Thomas Baldinger. Eine Rangierlok schiebt dazu die Wagen über eine Erhebung, den sogenannten «Ablaufberg». Darauf rollen sie in die «Richtungsgleisgruppe», einem sich weit öffnenden Fächer mit Gleisen. Mittels Weichenschaltungen werden dabei pro Zielbahnhof die Wagen oder Wagengruppen in einem Gleis formiert.

25 Kilometer Schiene ersetzt.

Auf diese beiden Bereiche, den Ablaufberg und die Richtungsgleisgruppe, konzentrierten sich die Hauptarbeiten des Projektes. Die Stellwerke und Bremsanlagen hatten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und die Beschaffung von Ersatzteilen war schwierig geworden. Die SBB ersetzte darum drei Stellwerke sowie die Bremsanlagen und erneuerte Schwellen, Schotter und den Gleisunterbau. «Wir bauten 59 Weichen und 25 Gleiskilometer Schiene aus und ersetzten diese durch 38 Weichen und 24 Gleiskilometer Schiene», erklärte SBB Oberbauleiter Oliver Wittmeier.

«Insbesondere die neue Stellwerktechnik und das Bremssystem machen das Rangieren nun wesentlich effizienter und erst noch deutlich leiser», sagte SBB Gesamtprojektleiter Rudolf Burri. Früher mussten die Mitarbeitenden den Bremsprozess vor Ort mit einem Regler manuell steuern. Mit dem neuen Rangierstellwerk werden die Laufeigenschaften der abrollenden Wagen in die Richtungsgleisgruppe gemessen und individuell automatisch abgebremst. Das macht den Bahnhof wesentlich leistungsfähiger: Betrug die frühere maximale Kapazität der Anlage 2000 Wagen pro Tag, beträgt sie nach der Modernisierung neu 2400 Wagen.

Das neue Bremssystem beim Ablaufberg, eine Kombination aus zwei Staffeln Balkengleisbremsen reduziert die Geschwindigkeit der Güterwagen zudem wesentlich leiser. Grund ist der Einsatz eines neuen Typs von Einlagen aus Spezialmetall. «Bei den Bremsbalken sind Zapfen aus Sintermetall in die Gusselemente eingelassen, welche den Lärm deutlich reduzieren», erklärte Martin Müller, SBB Projektleiter Umwelt. Im Rahmen der Modernisierung des RBs testete die SBB diese neuen, «Silent Segments» genannten Einlagen zum ersten Mal, dies über längere Zeit und mit unterschiedlichen saisonalen und witterungsbedingten Verhältnissen.

Leiserer Betrieb in fünf Rangierbahnhöfen.

Die Resultate der Messungen waren erfreulich: Je nach Abnutzung und Witterungsverhältnissen reduzierten die optimierten Bremsen den Lärm um mehr als die Hälfte. Zudem verringerten sie die Anzahl der Kreischereignisse deutlich. Aufgrund der positiven Erfahrungen in Basel hat die SBB die Einlagen nun auch in die Balkengleisbremsen der Rangierbahnhöfe Basel II, Limmattal, Lausanne und Buchs eingebaut. Ebenfalls für mehr Ruhe sorgen zudem beim RB Basel I die vier Meter hohen Lärmschutzwände im Ablaufbereich auf einer Gesamtlänge von 280 Metern.

Die SBB verbesserte auch den Grundwasserschutz deutlich. In der Richtungsgleisgruppe legte sie Sickergräben an. Den Ablaufberg inklusive Bremsbereich stattete sie mit einer separaten Entwässerung aus. Das Regenwasser wird in ein eigenes, bewachsenes Sickerbecken geleitet, inklusive vorgelagerte Störfallschieber. Der RB ist zudem ein wichtiger Lebensraum und Vernetzungskorridor für seltene Kleintiere wie Mauereidechsen, Schlingnattern und Kreuzkröten sowie auf ein trockenwarmes Klima spezialisierte Pflanzen. Diesen Biotop-Charakter des RBs erhält die SBB mit fachgerechter Wiederherstellung, Pflege und naturnahen Strukturen wie Steinkörben.

Die Gesamtkosten für das Erneuerungsprojekt belaufen sich auf rund 160 Millionen Franken. Das ist deutlich weniger als die ursprünglich eingerechneten 195 Millionen Franken. Grund für die Einsparungen: Ein grosser Teil der Stellwerk- und Sicherungsanlagen stammt aus Deutschland. Die Verträge wurden 2007 in Euro abgeschlossen, als dieser bei 1.60 Franken lag. In der Folge sank der Eurokurs stark.

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