Dienstkleider-Beschaffung: SBB lässt Kleider fair produzieren.

Die SBB wird in einer Petition der Organisationen «Fastenopfer», «Brot für alle» und «Partner sein», aufgefordert, Verantwortung bei der Beschaffung von Kleider und Uniformen zu übernehmen. Die SBB weist diesen Vorwurf als ungerechtfertigt zurück, denn sie verfolgt eine faire und verantwortungsvolle Einkaufspolitik und setzt sich neben sozialen Standards auch für die Einhaltung von ökologischen Aspekten ein.

Die Organisationen «Fastenopfer», «Brot für alle» und «Partner sein» lancierten gestern eine Petition an die Adresse SBB, wonach diese aufgefordert wird, Verantwortung bei der Beschaffung von Kleider und Uniformen ihrer Angestellten zu übernehmen. Die SBB solle dazu der «Fair Wear Foundation FWF» beitreten, welche den drei Organisationen nahesteht. Unterstellt wird der SBB im Petitionstext, ihre Rolle für eine faire Herstellung ihrer Bekleidung nicht ernst zu nehmen.

Eine faire und verantwortungsvolle Einkaufspolitik steht im Mittelpunkt der Anstrengungen der SBB. Ihre Lieferanten verpflichten sich zur Einhaltung der geltenden Arbeitsschutzbestimmungen, der vorgeschriebenen Arbeitsbedingungen und der Lohngleichbehandlung. Für Leistungen, die im Ausland erbracht werden, verlangt die SBB von den Lieferanten die Einhaltung der Kernübereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO und des Standards SA 8000 Dieser internationale Standard hat das Ziel, Arbeitsbedingungen von Arbeitnehmern kontinuierlich zu verbessern. Dazu gehören die Einhaltung des Mindestalters, das Verbot von Kinderarbeit sowie die Abschaffung von Zwangsarbeit. Seit 2007 ist die SBB Mitglied von Transparency International Schweiz, die sich weltweit für Korruptionsprävention und -bekämpfung engagiert. Ebenso ist die SBB auch im Ausschuss der Business Social Compliance Initiative (BSCI) vertreten. Der BSCI-Code-of-Conduct für die Produktion und Beschaffung von SBB Dienstkleidern hält fest:

  • Einhaltung von lokalen Gesetzen
  • Versammlungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen
  • Verbot der Diskriminierung
  • Einhaltung der gesetzlichen Mindestlöhne
  • Einhaltung der gesetzlichen Arbeitszeitregelungen
  • Gewährleistung der Gesundheit und der Sicherheit am Arbeitsplatz
  • Verbot von Kinderarbeit
  • Verbot von Zwangs- und Pflichtarbeit sowie Disziplinarmassnahmen
  • Einhaltung der gesetzlichen Umwelt- und Sicherheitsanforderungen
  • Einführung eines Managementsystems zur Sicherstellung einer Politik der sozialen Verantwortung

Im Zusammenhang mit der SBB werden durch die drei Organisationen auch Arbeitsbedingungen der Kleiderindustrie in Bangladesch genannt. Die SBB hält fest, dass sie keine Kleider für die SBB in Bangladesch produziert oder von dort beschafft.

Im Frühjahr 2014 finden zwischen SBB und der Fair Wear Foundation FWF Gespräche über die Möglichkeit einer Zusammenarbeit statt. Ein Hürde besteht jedoch darin, dass FWF die Audits von BSCI nicht akzeptiert. Die SBB erachtet es deshalb als fragwürdig, wenn aufgrund unterschiedlichen Auffassungen zweier Labels, die SBB mit ihrer nachhaltigen, fairen und verantwortungsvollen Einkaufspolitik öffentlich diskreditiert wird.

Fakten zur Kleiderbeschaffung bei der SBB:

Die SBB rüstet jährlich rund 18 000 ihrer über 28 000 Mitarbeitenden mit neuen Kleidern aus. 2013 wurden für rund 6 Mio CHF Bekleidung und für 2,5 Mio. CHF Schuhe beschafft. Die Konfektion der SBB Dienstkleider erfolgt nach dem öffentlichen Beschaffungswesen BöB/VöB nach klaren Regeln und die Konfektion der SBB-Kleider erfolgt aktuell zu 40 Prozent in Asien, zu 45 Prozent in Osteuropa, zu 10 Prozent in Tunesien und zu 5 Prozent in der Schweiz. Das Gewebe der SBB-Dienstkleider stammt zu 70 Prozent aus Europa und zu 30 Prozent aus Asien.

BSCI hat im Moment mehr als 1100 Mitgliederfirmen und führt jährlich 15 000 Sozialaudits durch. Die SBB wendet diese Standards bei der Kleiderbeschaffung seit 2007 an.

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