Netzzustandsbericht 2013: Infrastrukturanlagen insgesamt gut, Fahrbahn tiefer bewertet.

Der Netzzustandsbericht 2013 bescheinigt der SBB insgesamt einen guten Zustand ihrer Infrastrukturanlagen. Die Sicherheit konnte im Vergleich zum Vorjahr erneut leicht gesteigert werden. Leicht schlechter bewertet wurde der Gesamtzustand: Aufgrund steigender Belastungen ist die Bewertung der Fahrbahn tiefer ausgefallen. 2013 hat die SBB bekanntlich rund CHF 129 Mio. mehr in den Netzunterhalt investiert als geplant. Auch in den kommenden Jahren fallen Mehrkosten an. Die SBB hat ein Massnahmenprogramm lanciert, um möglichst viel aus eigener Kraft zu finanzieren und um Planung sowie Steuerung von Unterhaltsarbeiten zu verbessern. Bei allen Effizienzsteigerungen bleiben Sicherheit, Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit vorrangig.

Mit dem Netzzustandsbericht beurteilt die SBB Substanz, Sicherheit und Verfügbarkeit von rund 50 Anlagenarten wie Brücken, Fahrleitungen oder Kundeninformationssystemen. Fazit für 2013: Rund 71 Prozent der Anlagen sind in einem sehr guten oder guten Zustand, 22,5 Prozent in einem mittleren, 6,5 Prozent werden als schlecht oder kritisch beurteilt.
Akut kritisch ist keine Anlage. Damit zeigt der Netzzustandsbericht 2013 insgesamt einen guten Zustand der SBB Infrastrukturanlagen, die einen geschätzten Wiederbeschaffungswert von CHF 91,4 Mia. aufweisen. Die Sicherheit konnte im Vergleich zum Vorjahr erneut leicht gesteigert werden, insbesondere dank dem laufenden Ersatz der Zugbeeinflussungssysteme SIGNUM und ZUB durch moderne ETCS-Komponenten.

Genauere Messung der Fahrbahnqualität

Leicht tiefer bewertet wurde der Gesamtzustand des Bahnnetzes. Wichtigster Grund ist die um zehn Prozent tiefere Note bei der Fahrbahn, einer von 12 Anlagengattungen. Bereits der Netzzustandsbericht 2012 hatte hier auf offene Fragen hingewiesen, die 2013 geklärt werden konnten. Die intensive Nutzung des Netzes und vor allem auch schneller beschleunigende und schwerere Züge belasten die Fahrbahn. Das neu eingesetzte Diagnosefahrzeug ermöglicht seit 2013 den Schienenzustand präziser zu erfassen. Im vergangenen Jahr wurden daher dreimal so viele Schäden an den Schienen erkannt wie im Vorjahr. Die SBB hat 2013 umgehend reagiert und die Unterhaltsarbeiten deutlich erhöht.

Zur tieferen Benotung geführt hat auch die verkürzte Nutzungsdauer der Fahrbahn. Die Fahrbahn ist in den vergangenen Jahrzehnten im Verhältnis zur wachsenden Belastung zu wenig erneuert und unterhalten worden, wie interne und externe Analysen ergeben haben. Die Nutzungsdauer beträgt nicht wie bisher angenommen 37, sondern nur 33 Jahre. Unter anderem deswegen steigt der Nachholbedarf über alle Anlagen von CHF 1,8 auf 2,3 Mia. an.

Der Netzzustandsbericht wird seit 2010 jährlich erstellt. Er geht zurück auf das so genannte Netzaudit, der die SBB Infrastrukturanlagen 2009 erstmals umfassend analysiert hatte.

Hinweis: Den Netzzustandsbericht 2013 finden Sie unter www.sbb.ch/nzbLink öffnet in neuem Fenster.

 

Massnahmenprogramm „Finanzierung und Steuerung Bahnnetz“

Die SBB hat das Massnahmenprogramm „Finanzierung und Steuerung Bahnnetz“ lanciert. Sie will damit einen namhaften Beitrag leisten zur ungedeckten Finanzierungbeim Unterhalt bis zum Inkrafttreten von FABI. Zudem steht die SBB in Kontakt mitdem Bund für eine Gesamtlösung. Zum Massnahmenprogramm gehören die Umsetzunggeplanter und die Identifizierung zusätzlicher Effizienzsteigerungs- und Sparmassnahmenbei SBB Infrastruktur sowie Verbesserungen bei der Planung und Steuerung von Unterhaltsarbeiten. Geprüft werden zudem Sparmöglichkeiten beimAusbau. Die Massnahmen dürfen sich weder auf Bahnkunden auswirken, noch auf Sicherheit und Pünktlichkeit. Im Rahmen des Massnahmenprogramms sind zusätzlichrund CHF 20 Mio. jährlich für Kundenanliegen eingeplant (Wasserzapfstellen für WC-Anlagen).

Beim Bahnnetz hat die SBB 2013 Zusatzaufwendungen im Umfang von rundCHF 129 Mio. selbst finanziert, vorab für den Unterhalt von zwei von zwölf Anlagengattungen (Fahrbahn und Sicherungsanlagen). Auch im laufenden Jahr und in den Folgejahren werden deutlich mehr Mittel für den Unterhalt benötigt, als in der Leistungsvereinbarung mit dem Bund vorgesehen sind. Es fehlen bis zum Inkrafttreten von FABI jährlich Mittel in der Grössenordnung der Zusatzaufwendungen von 2013. Grund ist der nicht ausreichende Unterhalt zwischen 1995 bis 2010 bei zunehmendem Verkehrsangebot und deshalb steigender Belastung des Netzes, zudem beschleunigen Züge heute schneller und sind schwerer. Das neu eingesetzte Diagnosefahrzeugermöglicht seit 2013 den Schienenzustand präziser zu erfassen.

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