2015 stark gefordert, aber gut unterwegs: Mehr und zufriedenere Kunden – Ergebnis unter Druck wegen Frankenstärke.

Die SBB hat 2015 täglich rund 1,21 Mio. Passagiere befördert (+2,7 Prozent). Die Zufriedenheit der Kunden mit der SBB ist gestiegen. Der Konzerngewinn verringerte sich um CHF 127 Mio. auf CHF 246 Mio. Die Frankenstärke belastete das Ergebnis mit CHF 80 Mio. SBB Cargo verzeichnete einen Verlust von CHF 22 Mio. Die SBB leistete 2015 Zusatzaufwendungen beim Unterhalt am Schienennetz von CHF 109 Mio. Im Mischverkehrsnetz waren mehr Züge unterwegs als je zuvor, trotz mehr Unterhalt und Baustellen. Die Kundenpünktlichkeit konnte gehalten werden. Die SBB bleibt damit die pünktlichste Bahn Europas.

Die insgesamt mehr als fünf Mio. Kunden sind zufriedener mit den Angeboten und Dienstleistungen der SBB als im Vorjahr. Die Kundenzufriedenheit stieg insgesamt um 0,5 auf 74,8 Punkte. Zufriedener waren die Kunden mit dem Platzangebot, der Haltung der SBB Mitarbeitenden, der Sauberkeit in Zügen und Bahnhöfen und dem Preis-Leistungs-Verhältnis, die Pünktlichkeit wurde leicht kritischer bewertet.

87,8 Prozent aller Reisenden erreichten pünktlich ihr Ziel, 0,1 Prozent mehr als 2014 – der Zielwert wurde aber noch nicht erreicht. Während die Pünktlichkeit im Raum Zürich verbessert werden konnte, besteht auf der Süd-Nord-Achse und im Fernverkehr Handlungsbedarf, der in umfangreichen Programmen angegangen wird. Trotz weiter steigenden Bau- und Unterhaltsarbeiten bleibt die SBB pünktlichste Bahn Europas, auf dem weltweit am intensivsten genutzten Netz.

Der grösste Fahrplanwechsel seit Bahn 2000 hat Ende 2015 weitgehend reibungslos funktioniert. Zentral war die Inbetriebnahme der zweiten Etappe der Zürcher Durchmesserlinie. Der Fahrplan 2016 hat das Zugsangebot im Fernverkehr um 1 Prozent erhöht, im Regionalverkehr um 3,3 Prozent. Wichtige Ausbauprojekte sind 2015 gut vorangekommen, etwa «Léman 2030» oder der Vierspurausbau zwischen Olten und Aarau.

Rund 80 Bahnhöfe sind bis Ende 2015 mit kostenlosem WiFi ausgerüstet worden. Mit der Einführung des SwissPass ist ein erster Schritt hin zu einfachen Angeboten in der Mobilität getan. Nach und nach werden weitere Angebote in den SwissPass integriert werden. 2017 soll eine Smartphone-Version folgen.

Immer digitaler unterwegs

Immer beliebter sind SBB Mobile Tickets: 2015 kauften SBB Kunden täglich rund 34 000 Tickets via Smartphone-App – über 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 12,3 Millionen verkaufter Tickets, 14 Prozent der Verkäufe, ist SBB Mobile der «grösste Bahnhof». Am Schalter wurden 19,8 Mio. Billetts verkauft, rund 1 Mio. weniger als 2014 (-5,5 Prozent). Der persönlich bediente Verkauf wird aber noch lange eine grosse Bedeutung behalten. Die Kundeninformation hat die SBB auf der ganzen Reisekette weiter verbessert, etwa mit LED-Generalanzeigern in grossen Bahnhöfen, die auch Sofortinformationen im Störungsfall erlauben. Die App SBB Mobile wird gemeinsam mit den Kunden zum digitalen Reisebegleiter weiterentwickelt.

Kundenbedürfnisse sind im Wandel, die SBB passt sich laufend an. Per Ende 2015 hat sich die SBB aus dem Reisebürogeschäft zurückgezogen, weil die Nachfrage u.a. wegen Online-Buchungen rückläufig war. Wegen verändertem Konsumverhalten in Zügen und steigender Verpflegung in Bahnhöfen hat die SBB das künftige Bahncatering neu konzipiert. Zu tiefe Nachfrage führt zur Schliessung der Business-Points in Bern und Genf per Ende März 2016. Der jährliche Verlust in diesen drei Geschäftsfeldern betrug rund CHF 20 Mio.

Konzernergebnis gesunken – finanzielle Lage bleibt anspruchsvoll

Das Konzernergebnis sank um CHF 127 Mio. auf CHF 246 Mio. Ohne Auswirkungen der Frankenstärke wäre es rund CHF 80 Mio. höher ausgefallen. Dank Einstellungsstopps und Karenzfrist bei offenen Stellen oder Nachverhandlungen beim Einkauf konnten die negativen Effekte in Grenzen gehalten werden. Der Free Cash Flow lag bei CHF -523 Mio. (Vorjahr: CHF -205 Mio.). Die verzinsliche Nettoverschuldung erhöhte sich auf CHF 8252 Mio. (Vorjahr: CHF 7720 Mio.), insbesondere wegen der Investitionen in Rollmaterial und Bahnhöfe und wegen des Defizits von Infrastruktur Netz. Der Schuldendeckungsgrad (verzinsliche Nettoverschuldung/EBITDA) lag bei 6,9 (Vorjahr: 6,7).

Der Personalbestand hat sich um 270 Vollzeitstellen auf 33 000 erhöht (+0,8 Prozent). Bei den Konzernbereichen ist er um gut 200 auf 4489 Stellen gestiegen, weil die Informatik für vorher extern vergebene Aufgaben Stellen geschaffen hat und die Ausbildung weiter zusammengefasst wurde.

Mit dem Programm RailFit20/30 will die SBB das Kostenniveau bis 2020 gegenüber 2014 um CHF 550 Mio. und bis 2030 um CHF 1,75 Mrd. senken. Sie plant, bis Ende 2020 mindestens 900 Stellen abzubauen. Wo nötig werden Stellen aufgebaut, z.B. beim Lokpersonal, bei Ingenieuren oder für Innovationen.

Auf 1,21 Mio. Passagiere pro Tag zugelegt – SBB spürt Frankenstärke

Die SBB hat 2015 täglich durchschnittlich 1,21 Mio. Passagiere (Vorjahr: 1,18 Mio., +2,7 Prozent) befördert und erneut einen Rekordwert erreicht. Im Fernverkehr nahm die Nachfrage erfreulicherweise in Nebenverkehrszeiten mit 1,8 Prozent erstmals stärker zu als in Hauptverkehrszeiten (+1,6 Prozent). Rund 460 000 Kunden benützen ein Generalabonnement (+1,6 Prozent), 2,33 Mio. Kunden besitzen ein Halbtaxabonnement (-0,5 Prozent). Ende 2015 waren bereits 887 000 SwissPass-Karten im Umlauf.

Das Ergebnis des Personenverkehrs stieg auf CHF 131 Mio. (Vorjahr: CHF 104 Mio.). Ohne Auswirkungen der Frankenstärke wäre es um rund CHF 35 Mio. höher ausgefallen. Das Ergebniswachstum ist vorab den höheren Verkehrserträgen im Fern- als auch im Regionalverkehr zu verdanken.

SBB Immobilien verzeichnete mit CHF 342 Mio. ein tieferes Ergebnis vor Ausgleichszahlungen als im Vorjahr (2014: CHF 395 Mio.). Die Gewinne aus Immobilienverkäufen waren um CHF -50 Mio. tiefer; sie waren im Vorjahr aufgrund der Veräusserung von Bürogebäuden aussergewöhnlich hoch ausgefallen. SBB Immobilien profitierte aber nach wie vor von der Dynamik an attraktiven Zentrumslagen.

Mit einem Jahresergebnis von CHF -22 Mio. (Vorjahr: CHF 33 Mio.) konnte SBB Cargo die positiven Ergebnisse der beiden Vorjahre nicht bestätigen. Der starke Franken, konjunkturelle Abschwächung sowie die zunehmende Deindustrialisierung belasteten das Ergebnis mit rund CHF 35 Mio. Dank Spar- und Effizienzmassnahmen konnte im zweiten Halbjahr ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden.

SBB Infrastruktur verzeichnete erneut ein negatives Ergebnis von CHF -96 Mio. (2014: CHF -66 Mio.). Dies ist vor allem auf zusätzlichen Unterhalt gegenüber den Annahmen in der Leistungsvereinbarung 2013 bis 2016 zurückzuführen. Den Mehraufwand hat die SBB 2015 wiederum aus eigenen Mitteln finanziert (CHF 109 Mio.). Gemäss Vereinbarung mit dem Bund übernimmt die SBB diese Zusatzkosten, welche sie seit 2013 trägt, im Jahr 2016 zum letzten Mal. Die SBB will die Effizienz des Unterhalts weiter steigern.

Neuer Gotthardtunnel: Jahrhundertbauwerk wird in Betrieb genommen

Am 1. Juni 2016 wird der mit 57 Kilometern längste Eisenbahntunnel der Welt offiziell eröffnet. Die Inbetriebnahme folgt mit dem Fahrplanwechsel vom 10./11. Dezember. Der Güterverkehr profitiert von einer prognostizierten Steigerung der Transportkapazität um 59 Prozent bis 2030. Die Reisezeit zwischen Zürich und Mailand reduziert sich um 30 Minuten, ab 2020 um 60 Minuten.

Netzzustandsbericht 2015 und Zielerreichung Leistungsvereinbarung mit Bund

Der Zustand der Bahninfrastruktur ist gemäss Netzzustandsbericht 2015, der heute veröffentlicht wurde, insgesamt gut bis ausreichend, die Sicherheit ist gewährleistet. Es gibt keine akut kritischen Anlagen, hingegen ist der Zustand der Fahrbahn nur ausreichend. Der Nachholbedarf konnte wie erwartet noch nicht nachhaltig stabilisiert werden: Er hat sich um CHF 275 Mio. auf 2796 Mio. (Vorjahr: CHF 2521 Mio.) erhöht, was gesamthaft nach wie vor rund 3 Prozent des Wiederbeschaffungswerts aller Anlagen entspricht.

Die SBB hat die Zielerreichung ihrer Leistungsvereinbarung mit dem Bund (LV) gegenüber 2014 leicht verbessert und 7 von 15 Zielen erfüllt (2014: 5). Über die Hälfte der Zielindikatoren messen aus Sicht SBB indessen nicht die effektiv erbrachten Leistungen der Infrastruktur oder kann durch diese nicht beeinflusst werden.

Netzzustandsbericht und Jahresbericht zur LV 2015 sind zu finden unter www.sbb.ch/geschaeftsbericht

SBB Konzern in Zahlen

Konzernerfolgsrechnung (in Mio. Schweizer Franken)

  2015 2014 Veränderung
ggü. Vorjahr
Betriebsertrag 8786 8664 +1,4%
Betriebsaufwand -8479 -8350 -1,5%
Betriebsergebnis/EBIT 307 314 -2,4%
Finanzergebnis -198 -133 -49,3%
Betriebsfremdes Ergebnis 142 190* -25,4%
Ergebnis vor Steuern 251 372 -32.6%
Steuern & Minderheitsanteile -5 1
Konzerngewinn 246 373 -34,1%

* hauptsächlich Immobilienverkäufe

Segmentergebnisse (in Mio. Schweizer Franken)

  2015 2014 Veränderung ggü. Vorjahr
Personenverkehr 131 104 +25,6%
Immobilien* 342 395 -13,3%
Güterverkehr -22 33 -165,2%
Infrastruktur -96 -66 -46,3%

* vor allen Ausgleichszahlungen

Mengen und Leistungen

  2015 2014 Veränderung ggü. Vorjahr
Personenverkehr      
Passagiere pro Tag (in Mio.) 1,21 1,18 +2,7%
Personenkilometer (in Mrd.) 18,6 18,2 +1,8%
Immobilien      
Mietertrag Dritte (in Mio. CHF) 433 417 +3,8%
Güterverkehr      
Nettotonnenkilometer (in Mrd.) 15,1 14,5 +4,1%
Infrastruktur      
Trassenkilometer (in Mio.) 174,8 173,3 +0,9%


Der vollständige Geschäftsbericht 2015 der SBB kann im Internet unter www.sbb.ch/geschaeftsbericht kostenlos herunter geladen werden.

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