Nord-Süd-Achse: Die SBB ergreift Massnahmen zur Verbesserung der Qualität am Gotthard.

Die SBB ist nicht zufrieden mit der aktuellen Situation auf der Gotthard-Achse: Die Pünktlichkeit liegt mit 82 Prozent rund 7 Prozent unter dem gesamtschweizerisch angestrebten Wert. Heute hat sie in Arth-Goldau die Massnahmen vorgestellt, welche die Qualität verbessern sollen. Unter anderem fliessen 12.9 Millionen Franken in zusätzliche Instandhaltungsmassnahmen der Züge. Eine internationale Arbeitsgruppe soll die Verspätungen aus Italien reduzieren. Vermehrte Wochenendarbeiten und kurze Totalsperren anstelle von länger andauernder Langsamfahrstellen sollen die Störungsrisiken zu den Hauptverkehrszeiten reduzieren. Zudem wird die Kundeninformation verbessert.

Die Pünktlichkeit auf der Gotthard-Achse liegt mit 82 Prozent rund 7 Prozent unter dem gesamtschweizerisch angestrebten Wert. Zurückzuführen sind die Verspätungen vorwiegend auf technische Störungen beim Rollmaterial, Verspätungen aus Italien, neue Anlagen und zahlreiche Baustellen. Heute haben Jeannine Pilloud, Leiterin SBB Personenverkehr, und Philippe Gauderon, Leiter SBB Infrastruktur, anlässlich eines Medienanlasses in Arth-Goldau die Massnahmen vorgestellt, um die Qualität zu verbessern.

Die Verfügbarkeit der am Gotthard verkehrenden Neigezüge des Typs ETR 610 ist angespannt. Bis 2018 investiert die SBB 12.9 Millionen Franken in zusätzliche Instandhaltungsmassnahmen. Damit werden die technischen Störungen in der Neigetechnik und der Traktion (Antrieb) behoben. Eine internationale Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der SBB und der italienischen Bahn, arbeitet ausserdem daran, die Verspätungen aus Italien zu reduzieren. Auch die Kundeninformation soll besser werden: Die SBB hat die Konzepte im mobilen Kundeninformationssystem angepasst und ihre Mitarbeitenden entsprechend geschult.

Nach einer Häufung von Störungen bei der Inbetriebnahme der Führerstandsignalisierung (ETCS Level 2) auf den Strecken Brunnen-Erstfeld und Pollegio-Castione hat sich die Situation bei den streckengebundenen Anlagen entschärft. Hier erreichen die SBB wieder die gleiche Zuverlässigkeit wie vor der Inbetriebnahme. Weiterhin Sorgen bereitet das Zusammenspiel der neuen Führerstandsignalisierung mit den einzelnen Fahrzeugtypen. Die SBB arbeitet mit den Fahrzeugherstellern intensiv daran, diese Probleme zu beseitigen.

Viele Baustellen erhöhen die Anforderungen.

Eine Herausforderung stellen die vielen Baustellen auf der Gotthard-Achse dar. Im aktuellen Fahrplan sind die Reserven für die entsprechenden Langsamfahrstellen knapp bemessen. Hier schafft eine Änderung der Planung Abhilfe: Vermehrte Wochenendarbeiten und kurze Totalsperren anstelle von länger andauernder Langsamfahrstellen senken die Fahrplanrisiken und vermindern die Einschränkungen für die Kunden. Und der neue, ab Mitte Dezember 2016 gültige Fahrplan sieht dank der Verschiebung der Totalsperre Zugersee Ost mehr Zeitreserven vor.

Auch nach Inbetriebnahme des neuen Gotthardtunnels bleibt die SBB gefordert: Zur Entfaltung des vollen Zeitgewinns im Personen- und Güterverkehr wird sie bis Ende 2020 auch den Ceneri-Tunnel sowie den Vier-Meter-Korridor realisieren. Dafür setzt sie auf der gesamten Gotthard-Achse rund 25 Bauprojekte um.  

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