Eppenbergtunnel: Die Tunnelbohrmaschine kann kommen.

Seit April 2015 wird zwischen Olten und Aarau intensiv gebaut, damit die Züge künftig auf vier statt zwei Gleisen verkehren können. Das Herzstück des 855-Millionen-Franken-Projekts Vierspurausbau Olten–Aarau wird der künftige Eppenbergtunnel. Die Vorbereitungsarbeiten für den Tunnel sind auf Kurs und der nächste Meilenstein steht kurz bevor: die Anlieferung der Tunnelbohrmaschine. Die 2400 Tonnen schwere fahrende Fabrik wird sich ab Ende 2016 bis Anfang 2018 rund drei Kilometer durch den Eppenberg arbeiten. Für interessierte Besucher wurde oberhalb der Baugrube eine Aussichtsplattform eingerichtet von der aus die Montage der Maschine ab Ende August live mitverfolgt werden kann.

Die Baufortschritte für den Vierspurausbau zwischen Olten–Aarau in den letzten Monaten sind kaum zu übersehen. Heute führten SBB Gesamtprojektleiter Thomas Schweizer und sein Projektteam interessierte Medien über die Baustelle und berichteten über den aktuellen Stand der Arbeiten.

Beim Tunnelportal auf der Seite Wöschnau entsteht derzeit eine weitere grosse Baugrube. Im Bereich der Schachenbrücke sind die Aushubarbeiten für den Einspurtunnel in vollem Gange und die Rohbauarbeiten beginnen demnächst. Der Einspurtunnel führt unterhalb der beiden Gleise durch, die in den Tunnel münden. Direkt vor dem künftigen Tunnelportal wurde eine rund 300 Meter lange Baugrube ausgehoben. Von Aarau her kommend ist bereits rund die Hälfte davon durch einen Tagbautunnel wieder verbaut worden. Durch diesen führen die beiden Zufahrtsgleise. Im September wird die Aarauerstrasse provisorisch darüber verlegt, so dass der Verkehr stets zweispurig geführt werden und der Bau der Tunnelzufahrt gleichzeitig weiter voranschreiten kann. Die rund 150 Meter der Baugrube direkt vor dem Berg dienen als Montageplatz für die Tunnelbohrmaschine, die ab August angeliefert wird. Von der Aussichtsplattform oberhalb der Baugrube können interessierte Besucher die Montage live mitverfolgen. Das imposante Bohrgerät wird Ende Jahr die Arbeit aufnehmen. Im Vorfeld waren dazu umfangreiche Vorarbeiten nötig. Geologische Untersuchungen haben gezeigt, dass die ersten rund 60 Meter des Eppenbergs teilweise aus lockerem Gehängeschutt bestehen, der sich am besten konventionell, unter anderem mittels Sprengungen, ausbrechen liess.

Blickt man von der Aussichtsplattform weiter Richtung Westen, sticht ein blaues Förderband, das über die Gleise führt, ins Auge. Dieses wurde gebaut, um das Tunnelausbruchmaterial durch die Tunnelbohrmaschine zur baustelleneigenen Materialaufbereitungsanlage zu führen. Im Betonwerk gleich daneben, wird daraus ab Frühjahr 2017 Beton hergestellt und dieser sogleich wieder auf der Baustelle verbaut.

An der Aarauerstrasse wird ein horizontaler Querstollen ausgebrochen, der als Notausstieg aus dem Tunnel dient. Dieser ist bereits zu zwei Drittel ausgebrochen und führt bereits über 60 Meter in den Berg. Für die beiden weiteren Notausstiege in Schönenwerd und Gretzenbach, die vertikal aus dem Tunnel führen, haben die Bauteams erste Vorarbeiten ausgeführt, bevor in Gretzenbach noch im Herbst 2016 und in Schönenwerd ab Frühjahr 2017 der Bau des Schachts startet.

Am Bahnhof Däniken ist ein neues Aussenperron für die zusätzlichen Gleise entstanden und Lärmschutzwände zum Schutz der Anwohner wurden errichtet. In Dulliken installiert das Bauteam derzeit ein neues Perrondach und baut das Aussenperron stufenfrei aus, bevor die neuen Anlagen ab Ende 2016 schrittweise in Betrieb genommen werden.

Auf der westlichen Seite des Tunnels in Gretzenbach, wo die Tunnelbohrmaschine voraussichtlich Anfang 2018 einfahren wird, ist die Zielbaugrube bereits zu zwei Drittel ausgehoben. Weiter wurde im Portalbereich die Decke des Tagbautunnels betoniert, um die Oltnerstrasse provisorisch darüber verlegen zu können. Während der Verlegung wird das fehlende Mittelstück des Tagbautunnels erstellt und danach die Strasse wieder an die ursprüngliche Stelle zurückverlegt.

Die Tunnelbohrmaschine wird ihre Arbeit voraussichtlich Ende dieses Jahres aufnehmen und Anfang 2018 ihr Ziel nach rund drei Kilometer erreichen. Nach dem Innenausbau des Tunnels und der Fertigstellung der Anschlussbauwerke rund um den Tunnel sorgt der Vierspurausbau ab Ende 2020 für mehr Zug im Mittelland.

Vierspurausbau Olten–Aarau: Mehr Zug fürs Mittelland und die Schweiz

Mit dem Vierspurausbau Olten–Aarau (Eppenbergtunnel) beheben Bund und SBB eines der grössten Nadelöhre im Mittelland. Das 855-Millionen-Franken-Projekt umfasst im Wesentlichen Ausbauten in der Zufahrt Olten, ein viertes, 2,5 Kilometer langes Gleis zwischen Dulliken und Däniken und den doppelspurigen, drei Kilometer langen Eppenbergtunnel sowie umfangreiche Massnahmen zu dessen Anbindung. Er ermöglicht ab Ende 2020 unter anderem:

  • zusätzliche Intercity-Züge zwischen Bern und Zürich zur Hauptverkehrszeit, teilweise mit Halt in Aarau;
  • einen durchgängigen Halbstundentakt zwischen Olten und Aarau mit Zwischenhalten in Dulliken, Däniken und Schönenwerd;
  • eine neue, schnelle Direktverbindung von Zofingen nach Aarau (ohne Halt zwischen Olten und Aarau).

Im Güterverkehr stellt der Vierspurausbau sicher, dass trotz den geplanten Verkehrszunahmen im Personenverkehr genügend Kapazitäten vorhanden sind, um auf diesem Abschnitt die erforderlichen Gütermengen schnell und sicher zu befördern.

Weitere Informationen zum Projekt sowie die aktuellen Öffnungszeiten der Projektausstellung in Wöschnau sind auf www.sbb.ch/eppenberg aufgeschaltet.

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