Suizidprävention: SBB und Kanton Zürich starten nationale Kampagne.

«Reden kann retten»: Unter diesem Slogan starten die SBB und der Kanton Zürich eine gemeinsame Kampagne zur Verhinderung von Suiziden. Angesprochen werden gefährdete Personen und ihr Umfeld. Sie sollen ermuntert werden, über Suizidgedanken zu sprechen und Hilfsangebote zu nutzen. Unterstützt wird die Kampagne von der Dargebotenen Hand und weiteren Partnern.

Suizide und Suizidversuche führen zu grossem menschlichem Leid bei Betroffenen, Angehörigen
und Hinterbliebenen. Neben dem sozialen Umfeld der betreffenden Person lassen sie auch weitere Kreise, wie beispielsweise Kunden und Mitarbeitende von tangierten Unternehmen wie der SBB, in schwer verkraftbaren Situationen zurück. Sowohl die SBB wie auch der Kanton Zürich setzen bereits Präventionsprogramme um. Gemeinsam führen sie nun zudem eine dreijährige, nationale Kampagne zur Verhinderung von Suiziden durch, welche von zahlreichen Partnern unterstützt wird.

«Reden kann retten»
Die Kampagne steht unter dem Motto: «Reden kann retten» 2016 wird diese zentrale Botschaft vor allem online und medial in Erscheinung treten. Wichtiges Element ist die Website www.reden-kann-retten.chLink öffnet in neuem Fenster. mit  Hintergrundinformationen zum Thema, Gesprächsanleitungen für Betroffene und ihr Umfeld sowie Adressen mit Hilfsangeboten. Die Kampagne soll die  Enttabuisierung fördern. Sie bezweckt, dass  über Suizidgedanken gesprochen wird und Menschen in Lebenskrisen rascher Hilfe finden.

Menschen in suizidalen Krisen oder mit Suizidgedanken fällt es oft schwer, über ihre Situation zu sprechen. Auch das Umfeld ist häufig unsicher, ob und wie es Suizidalität thematisieren kann. Betroffene Personen sollen mit der Kampagne ermuntert werden, das Thema offen anzusprechen und sich Hilfe zu suchen. Bereits ein Gespräch über Suizidgedanken kann wichtige Entlastung bringen. Falsch ist, dass man damit jemanden erst recht auf die Idee zum Suizid bringt.

Umfangreiche Präventionsprogramme
Die Kampagne ergänzt bereits bestehende Präventionsprogramme der SBB und des Kantons Zürich.

Die SBB ist in hohem Grad von Schienensuiziden betroffen. Aufgrund der Entwicklung bei Schienensuiziden und ihrer sozialen Verantwortung engagiert sich die SBB aktiv in der Prävention. Im Fokus stehen die Kommunikation, die Sensibilisierung von Mitarbeitenden und die Prüfung weiterer Massnahmen im baulichtechnischen Bereich. So bringt sie an neuralgischen Stellen Schilder der Dargebotenen Hand an. Im Mai 2015 hat die SBB erstmals eine nationale Fachtagung zum Thema Schienensuizid durchgeführt. Bis Ende 2016 werden über 10‘000 Mitarbeitende geschult, damit diese gefährdete Personen besser erkennen und angemessen handeln können. Zudem arbeitet die SBB mit Anbietern und Hochschulen zusammen, um innovative Ansätze und neue Technologien nutzbar zu machen; beispielsweise Technologien zur frühzeitigen Erkennung von Personen mit suizidalen Absichten.

Der Zürcher Regierungsrat führt seit 2015 ein direktionsübergreifendes Schwerpunktprogramm
zur Suizidprävention im Kanton Zürich durch. Es deckt ein weites Spektrum von Massnahmen wie z.B. Bekanntmachung von Hilfsangeboten, Waffenrückrufe, Schulungen von Multiplikatoren u.v.m. ab. Ziel des Schwerpunktprogramms ist es, Suizide aufgrund von Lebenskrisen zu vermeiden. Mit der Koordination des Schwerpunktprogramms und der Massnahmen über die einzelnen Direktionen hinweg wurde die Abteilung «Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich» des Instituts für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention der Universität Zürich beauftragt. Zudem erhielt die Abteilung von der Zürcher Gesundheitsdirektion den Auftrag, eine massenmediale Kampagne zur Suizidprävention durchzuführen und die Öffentlichkeit über das Thema zu informieren.

Gemeinsam stark
Die SBB und der Kanton Zürich führen die Kampagne «Reden kann retten» in einer Kooperation gemeinsam durch. Sie können so wichtige Synergien nutzen. Es besteht zudem ein enger Austausch mit dem Bundesamt für Gesundheit welches aktuell einen Aktionsplan Suizidprävention erarbeitet. Mit der Dargebotenen Hand, der Föderation Schweizer Psychologinnen und Psychologen FSP, dem Schweizerischen Eisenbahn- und Verkehrspersonal Verband SEV und der BLS konnten zudem wichtige Partner gefunden werden. Weitere Organisationen sind an einer Zusammenarbeit in den Folgejahren interessiert.

Über Suizid berichten
Medienschaffende tragen in der Berichterstattung über Suizid eine grosse Verantwortung. Es ist erwiesen, dass Medienberichte zur Enttabuisierung des Themas beitragen können und damit einen Beitrag zur Verhinderung von Suiziden leisten. Gleichzeitig weiss man aber auch, dass unachtsame Berichterstattung über Suizid bei bereits gefährdeten Menschen Nachahmungshandlungen auslösen können. Mehr darüber, wie Sie als Medienschaffende Suizide verhindern können, erfahren Sie auf www.reden-kann-retten.chLink öffnet in neuem Fenster..

Informationen, die Sie möglichst bei jedem Bericht über einen Suizid vermitteln:
Diese Stellen sind rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen und für ihr Umfeld da:
Beratungstelefon der Dargebotenen Hand: Telefon 143
Beratungstelefon von Pro Juventute (für Kinder und Jugendliche): Telefon 147

Weitere Adressen und Informationen: www.reden-kann-retten.chLink öffnet in neuem Fenster.

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