Gipfeltreffen zwischen SBB und SNCF in Zürich: Doppelspitze für die Einführung der grenzüberschreitenden S-Bahn Léman Express.

An einem Treffen gestern Abend in Zürich haben Andreas Meyer, CEO der SBB, und Guillaume Pepy, Präsident der SNCF, die Absicht bekräftigt, dass die beiden Bahnunternehmen gemeinsam die Einführung des Léman Express vorbereiten. Ziel ist es, das grenzüberschreitende regionale Bahnnetz Ende 2019 in Betrieb zu nehmen. Das 230 Kilometer lange Netz bedient 45 Bahnhöfe und verbindet mehr als eine Million Menschen in den Kantonen Waadt, Genf und der Region Auvergne-Rhône-Alpes.

Der Léman Express mit der neuen, 16 Kilometer langen Neubaustrecke zwischen Genf und Annemasse (CEVA) verbindet ab Dezember 2019 die Kantone Waadt, Genf und die Region Auvergne-Rhône-Alpes. Die Bahnchefs von SBB und SNCF haben bei ihrem Treffen gestern in Zürich die verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit vereinbart: Die bisherigen Teams werden zusammengelegt, um die Konzepte des neuen Bahnangebotes umzusetzen. Die neue Organisation nimmt im ersten Trimester 2017 die Arbeit auf und besteht, bis der Léman Express eingeführt ist.

Verantwortlicher Leiter seitens SBB ist Daniel Leuba. Er bringt eine breite Erfahrung in der Leitung von Infrastrukturprojekten bei der SBB und den Verkehrsbetrieben der Region Lausanne mit. Seitens SNCF wird Armelle Laugier die gleiche Funktion besetzen. Sie leitet für SNCF schon seit längerem das Projekt Léman Express und wird nun auch die Umsetzung des gemeinsamen Gesamtprojektes verantworten; dies zusammen mit SNCF Réseau und SNCF Mobilités.

Die Hauptaufgabe der Einführungsorganisation wird sein, die reibungslose und termingerechte Inbetriebnahme der 16 Kilometer langen Neubaustrecke CEVA sowie der grenzüberschreitenden S-Bahn Léman Express zu gewährleisen. Dazu gehört auch die Inverkehrssetzung der neuen Flotte mit 40 Zweistromzügen (FLIRT France und Régiolis CEVA) auf dem grenzüberschreitenden Netz mit zwei Sicherheitssystemen. Auch die Schulung des im Betrieb tätigen Personals gehört zu den Aufgaben dieser Organisation, z.B. des Lokpersonals, das bei den Mutterhäusern SBB und SNCF verbleibt.

Parallel zur neuen Einführungsorganisation für die Inbetriebnahme des Léman Express wird die gemeinsame Tochtergesellschaft Lémanis SA im Rahmen eines Kooperationsvertrages Ende 2016 gegründet und im Lauf des nächsten Jahres ihre Arbeit aufnehmen. Sie wird die kommerzielle Einführung des Léman Express begleiten und den Betrieb des grenzüberschreitenden Netzes koordinieren. Die Lémanis SA pflegt zudem die Beziehungen zu den Bestellern des regionalen Angebotes und der Kundschaft. Die SBB wird 60 Prozent der Anteile an der Gesellschaft innehaben, die SNCF 40 Prozent. Sitz des Unternehmens wird in Genf sein. Die Studien- und Marketinggesellschaft Transferis, die 2008 als erster Meilenstein in der Zusammenarbeit zwischen der SBB und SNCF geschaffen wurde, wird mit der Gründung von Lémanis SA aufgelöst.

40 Züge für 230 km Linien

Der Léman Express, der seinen Betrieb im Dezember 2019 aufnimmt, wird mit seinen insgesamt 230 km langen Linien und 45 Bahnhöfen auf beiden Seiten der französisch-schweizerischen Grenze die grösste grenzüberschreitende S-Bahn Europas sein. In den 40 Zügen auf dem neuen Netz werden täglich 50‘000 Reisende im Pendlerverkehr für Arbeit und Ausbildung sowie im Freizeitverkehr erwartet. Die Flotte besteht aus 23 FLIRT France, welche die SBB für 236 Mio. Franken beim Schweizer Hersteller Stadler kaufte, und 17 Régiolis CEVA des französischen Herstellers Alstom, beschafft von der Region Auvergne-Rhône-Alpes (FRA) für 220 Mio. Euro.

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