Paradigmenwechsel im ÖV Schweiz muss gut reflektiert werden.

Die SBB hat die Stossrichtung des BAV für den künftigen Fernverkehr zur Kenntnis genommen und wird die Vorlage im Detail analysieren. Obwohl ein Grossteil der Strecken bei der SBB bleiben soll, handelt es sich doch um einen Paradigmenwechsel im bewährten ÖV-System Schweiz. Vor der inhaltlichen Stellungnahme sucht die SBB nochmals mit allen Beteiligten das Gespräch.

Ein Grossteil der Fernverkehrs-Linien soll laut Bundesamt für Verkehr (BAV) bei der SBB bleiben. Dies begrüsst die SBB. Gleichzeitig schlägt das Amt vor, die BLS solle neu die beiden Linien Bern–Biel und Bern–Burgdorf–Olten fahren. Dies wäre ein Paradigmenwechsel im heutigen ÖV-System Schweiz, das sehr leistungsfähig und eng abgestimmt ist. Dieser Paradigmenwechsel wäre eine irreversible Weichenstellung für den Fernverkehr der Schweiz. Dieser hat den Charakter einer in sich geschlossenen «S-Bahn Schweiz» und sollte deshalb aus einer Hand gesteuert werden.

 

Die SBB wird den Stossrichtungsentscheid des BAV nun im Detail analysieren bezüglich inhaltlicher und rechtlicher Punkte. Der SBB ist es wichtig, vor einer detaillierten Stellungnahme nochmals mit allen Beteiligten das Gespräch zu suchen. Denn sie strebt nach wie vor eine gemeinsame Lösung unter Bahnen an. Dies ist in der Schweiz gute Tradition und ermöglicht überhaupt erst den Grundsatz «eine Reise ein Billett». Die geplante Kooperation mit der SOB ab 2020 wird weiter konkretisiert.

Fernverkehr aus einer Hand: zum Vorteil von Kunden und Bestellern.

Die SBB fährt seit dem Fahrplanwechsel vom Dezember 2017 weiterhin alle Fernverkehrslinien in gewohnter Qualität und wird den Fernverkehr in den kommenden Jahren weiter laufend verbessern, etwa mit einem schweizweiten Halbstunden- und auf Linien mit grösster Nachfrage Viertelstundentakt, mehr Speisewagen, optimalem Mobilfunkempfang in allen nationalen und internationalen Fernverkehrszügen oder modernstem Rollmaterial. Sie ist überzeugt, dass der Fernverkehr aus einer Hand im Schweizer Netz für Kunden, Regionen und Besteller am effizientesten ist.

Deshalb hat die SBB die schweizweite Fernverkehrskonzession für 15 Jahre beantragt. Die SBB hat 0,8 Mrd. Franken für diesen Zeithorizont in neues Fernverkehrsrollmaterial investiert und für mehr als 3 Mrd. Franken Rollmaterialbestellungen ausgelöst. Zusätzlich werden aktuell rund 250 Mio. Franken in den Ausbau der Unterhaltsanlagen für die neuen Züge und damit in zusätzliche Industriearbeitsplätze und den Standort Schweiz investiert. Zudem hat sich die SBB verpflichtet, bis 2020 die Preise im Fernverkehr nicht zu erhöhen.

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