Spatenstich für den Ligerztunnel.

Heute, am 12. April feierten der Bund, der Kanton Bern und die SBB den Baustart für den Ligerztunnel. Mit dem neuen, über zwei Kilometer langen Bauwerk an der Jurasüdfusslinie steigert die SBB die Kapazitäten des Bahnverkehrs und schützt die Anwohnenden gegen den Bahnlärm. Letztere profitieren zusätzlich von neuem Lebensraum am Seeufer.

Christoph Neuhaus, Regierungsrat des Kantons Bern, Anna Barbara Remund, Vizedirektorin des Bundesamts für Verkehr (BAV), und Peter Kummer, Leiter der SBB Division Infrastruktur, enthüllten heute mit einer symbolischen Geste vor Ort eine Ansicht des zukünftigen Tunnelwestportals. Die Redner:innen zeigten sich zufrieden, dass der Bau des neuen Tunnels nach einer langen Vorgeschichte nun in Angriff genommen wird: Schon 1942 plante die SBB den Doppelspurausbau der 1860 eröffneten Jurasüdfusslinie. Das Projekt wurde jedoch zugunsten des Ausbaus der Kantonsstrasse in La Neuveville 1957 zurückgestellt. Nach mehreren Anläufen legte die SBB das Projekt 2013 schliesslich neu auf.

SBB beseitigt Engpass zwischen Neuenburg und Biel

Zwischen La Neuveville und Twann liegt die letzte eingleisige Strecke der Jurasüdfusslinie: ein regelrechter Flaschenhals. Die Züge können hier nicht kreuzen, was vor allem bei Verspätungen zu Problemen führt. Dank dem Doppelspurausbau des 4,5 Kilometer langen Einspurabschnitts und dem Bau des 2,1 Kilometer langen Ligerztunnels kann der zunehmende Verkehr auf dieser Strecke aufgefangen und die Fahrplanstabilität verbessert werden. Die Umleitung des Bahnverkehrs durch den neuen Tunnel ermöglicht die Ausweitung des Halbstundentakts im Regionalverkehr zwischen Neuenburg und Biel, ohne den Güterverkehr zu beeinträchtigen.

Der Tunnel schützt die Anwohnenden zudem vom Bahnlärm der bestehenden Strecke. Die bestehende Fahrbahn aus dem Jahr 1861 wird zurückgebaut, wodurch auf dem aktuellen Bahnareal 31 000 Quadratmeter neue Grünzonen, Rebzonen und Zonen für öffentliche Nutzungen entstehen.

Vorbereitungsarbeiten für den Tunnelbau

Die Arbeiten für den Doppelspurausbau zwischen La Neuveville und Twann mit dem Bau des Doppelspurtunnels bei Ligerz haben Ende 2021 begonnen. Derzeit wird im Gleisbogen bei Poudeille die Gleisgeometrie angepasst, damit die Züge schneller fahren können. Im Bereich des Westportals umfassen die Vorbereitungsarbeiten auch den Umbau einer Fabrikhalle sowie Erdbauarbeiten (Nagelwand) für das künftige Tunnelportal. Ab Sommer 2022 werden die Arbeiten mit der Realisierung der Tagbaustrecke mittels Bohrpfählen fortgesetzt.

Der eigentliche Tunnelbau beginnt 2023. Angesichts der engen Platz- und der besonderen geologischen Verhältnisse wird der neue Doppelspurtunnel im konventionellen Sprengvortrieb ausgebrochen, damit das Ausbruchmaterial möglichst vollumfänglich weiterverwendet werden kann.

Um die Anwohnenden bestmöglich vor dem Baulärm abzuschirmen, ergreift die SBB zahlreiche Massnahmen. So errichtet sie etwa Lärmschutzwände mit schallabsorbierenden Platten in den Hauptbaustellenbereichen, die die nächstgelegenen Wohnhäuser schützen. Zudem begrenzt die SBB die Nachtarbeiten auf ein absolutes Minimum.

Die Bauarbeiten sollen im Dezember 2026 mit der Inbetriebnahme der Doppelspur abgeschlossen sein. Die Kosten für das Projekt inklusive Ausbau des Bahnhofs Twann belaufen sich auf rund 431 Millionen Franken. Die Gelder stammen aus dem Bahninfrastrukturfonds (BIF), den die Schweizer Stimmbevölkerung am 9. Februar 2014 mit der FABI-Vorlage angenommen hat.

Mehr Informationen zum Projekt.

Fotos:

Bildmaterial (symbolischer Akt, Grafiken usw.) ist ab 14.00 Uhr auf der SBB Website verfügbar unter dem Stichwort «Ligerz».
 

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