Bauprojekt.

Das Projekt beinhaltete den Bau einer Doppelspur bei Walchwil sowie Substanzerhaltungsmassnahmen zwischen Zug und Arth-Goldau.

Die Doppelspur Walchwil im Detail.

Ab dem Bahnhof Walchwil Richtung Norden wurde die Einspurstrecke auf einer Länge von 1,7 Kilometer abgebrochen und eine Doppelspur gebaut. Züge können sich seit Mitte Dezember auf einer Strecke von knapp 2,2 Kilometern kreuzen. Dies erhöht die Kapazität und erlaubt einen dichteren Fahrplan. Dank der Streckensperre kann die Linienführung leicht optimiert und idealer in die Landschaft eingepasst werden. Die Haltestelle Walchwil Hörndli wurde der neuen Gleislage an gepasst, der Tunnel Büel aufgeweitet und der Sagenbachviadukt mit einer zweiten Brücke ergänzt.

Mit der Doppelspur Walchwil ist die Infrastruktur zwischen Zug und Arth-Goldau für den Bahnverkehr der kommenden Jahrzehnte gerüstet.

Substanzerhalt Kunstbauten und Gesamterneuerung Gleisanlagen.

Der Substanzerhalt der Kunstbauten und der Gleisanlagen umfasste rund achtzig Objekte wie etwa:

  • Bahntrassee Zug–Arth-Goldau
  • Stadtviadukt in Zug
  • Unter- und Überführungen
  • Durchlässe

Das bestehende Bahntrassee (Unterbau, Entwässerung, Schotter, Schienen, Schwellen) wurde von Zug bis Arth-Goldau komplett und dauerhaft erneuert. Die Kunstbauten wurden instand gesetzt oder neu gebaut. Einzelne Unterführungen wurden vergrössert. 

Substanzerhalt an Tunnel.

Die Tunnel auf dem Streckenabschnitt Zug – Arth-Goldau wurden für den Betrieb mit Doppelstockzügen vorbereitet. Dazu waren bauliche Anpassungen an sieben, rund 115 Jahre alten einspurigen Eisenbahntunnel nötig: Die Fahrleitungshöhe sowie die Platzverhältnisse wurden angepasst, die Hochspannungskabel in Kabelrohrblöcke verlegt.

Sicherheitsmassnahmen Naturgefahren.

Die Bahnstrecke Zug–Arth-Goldau verläuft auf Boden der Gemeinde Arth entlang der steilen Westflanke des Rufibergs. In diesem Bereich ist die Bahnstrecke an verschiedenen Stellen Naturgefahren wie Hangmuren, Hochwasser, Murgang und Blocksturz ausgesetzt. Zusätzlich bestand bei starkem Niederschlag die Gefahr der Destabilisierung von Dämmen. Die SBB hat zusammen mit externen Experten die Schutzmassnahmen erarbeitet. Diese beinhalten den Bau von Schutzdämmen, Fangnetzen und die Vertiefung eines bestehenden Auffanggrabens.

Ökologische Massnahmen.

Das Projektgebiet entlang der Bahnlinie Zug–Arth-Goldau - insbesondere im Bereich der Doppelspur Walchwil - ist ökologisch sehr vielfältig. Typisch ist ein Mosaik aus verschiedensten Lebensräumen: Gehölze, Säume, Wiesen, Weiden, Felsen, Bäche. Der Abschnitt Doppelspur Walchwil und die übrige Strecke bis Arth-Goldau weisen eine reiche Reptilienfauna auf. Besonders erwähnenswert sind die zahlreichen Nachweise von Schlingnattern.

Für das Projekt Infrastrukturmassnahmen Zugersee Ost ist der temporäre und der permanente Flächenbedarf von wertvollen Lebensräumen bedeutend. Mit umfangreichen ökologischen Massnahmen wird der Eingriff für Flora und Fauna mehrheitlich ausgeglichen. Ein bedeutender Teil der Massnahmen wird vor Baubeginn ausgeführt, damit zum Zeitpunkt der Beanspruchung durch die Bauarbeiten neue Lebensräume bereits zur Verfügung stehen.

Kosten, Finanzierung und Termine.

Doppelspur Walchwil.

Die Investitionskosten betrugen rund 90 Mio. Franken. Die Finanzierung erfolgte über das Programm Zukünftige Entwicklung Bahninfrastruktur des Bundes (ZEB).

Substanzerhaltungsmassnahmen.

Die Kosten für die Substanzerhaltungsmassnahmen zwischen Zug und Arth-Goldau betrugen rund 110 Mio. Franken. Die Finanzierung erfolgte über das ordentliche Budget für den Erhalt der Eisenbahninfrastruktur (Leistungsvereinbarung SBB–Bund).