Gleiserneuerung zwischen Freiburg und Düdingen.

Vom 4. Juli bis 18. November 2022 finden zwischen Freiburg und Düdingen Gleiserneuerungsarbeiten statt. Während zehn Wochen ab dem 20. August können die Züge nur auf einem Gleis verkehren, was zu grossen Auswirkungen für die Reisenden führt. Erfahren Sie mehr über die Ausmasse der Baustelle und die Konzeption des Fahrplans der Extrazüge während dieser Arbeiten.

Welche Arbeiten wurden durchgeführt?

Das linke Gleis zwischen Freiburg und Düdingen wurde 1980 gebaut. Um weiterhin die Sicherheit und den Komfort der Reisenden gewährleisten zu können, muss es erneuert werden.

Das Projekt wurde im September 2020 öffentlich aufgelegt. Ab dem 4. Juli 2022 wurden entlang dem 4,5 Kilometer langen Gleis drei Baustelleneinrichtungsorte aufgebaut.

Nach der Instandsetzung von 2000 Meter Entwässerungsanlagen ab dem 20. August wurden am 12. September die Gleiserneuerungsarbeiten begonnen.

Es wurden riesige Maschinen eingesetzt, um das bestehende Gleis sowie Schotter und Unterbau zu entfernen, den neuen Unterbau und den neuen Schotter einzubringen sowie schliesslich erneut das Gleis zu verlegen und zu stopfen. Der Bauzug Puscal 3 ist 16 Stunden täglich im Einsatz und kommt pro Tag etwa 200 Meter voran.

So werden 4,5 Kilometer Gleis in zehn Wochen von rund 30 Arbeitern und Arbeiterinnen in Tag- und Nachtschichten erneuert.

Parallel dazu erfolgt die Instandsetzung von 1000 Meter Bankett.

Ein weiterer wichtiger Teil einer Baustelle solchen Ausmasses ist die Planung des Verkehrsangebots während der Bauarbeiten. Wie geht das? Drei Fragen an William Locher, Angebotsplaner bei der SBB.

Wie plant man ganz allgemein die Auswirkungen einer Grossbaustelle auf den Fahrplan ein?

Bei der SBB planen Fachleute mehrere Jahre vor Baustellenbeginn alle Arbeiten, die nötig sind, um die Qualität der Infrastruktur zu erhalten und gleichzeitig einen sicheren Zugverkehr zu gewährleisten. Die nötigen Arbeiten werden dann zusammengefasst und zu den Zeiten geplant, in denen die Auswirkungen auf den Zugverkehr (Personen- und Güterverkehr) für die Kundschaft am geringsten sind (darum werden viele Arbeiten nachts oder während der Sommerferien durchgeführt). Dann werden mit den anderen Bahnunternehmen die Fahrplanänderungen und die notwendigen Ersatzbusdienste abgestimmt, um die Auswirkungen für die Kundinnen und Kunden so gering wie möglich zu halten. Diese Auswirkungen werden auch den kantonalen Mobilitätsdiensten mitgeteilt, um sie bestmöglich mit den weiteren angeschlossenen öffentlichen Verkehrsmitteln zu koordinieren.

Was waren die grössten Herausforderungen bei der Fahrplananpassung im Rahmen des Projekts Freiburg–Düdingen?

Das Projekt Freiburg–Düdingen ist wegen der geografischen Lage der Arbeiten kompliziert. Diese werden an der Grenze zwischen zwei Regionen durchgeführt, auf einem Streckenabschnitt der täglich von mehreren Bahnunternehmen befahren wird: der SBB für den Fernverkehr, der TPF und der BLS für den Regionalverkehr und nicht zuletzt den Güterverkehrsunternehmen. Für die vielen Beteiligten musste eine gemeinsame Lösung her, die für alle annehmbar war und immer auch das Interesse der Endkunden im Auge behielt, unabhängig von der Farbe des Zuges, in dem sie reisen.

Die Fahrplanänderungen aufgrund der Arbeiten zwischen Freiburg und Düdingen haben sich sogar auf die RER Vaud (S-Bahn Waadt) ausgewirkt. Wie kam es zu diesen Auswirkungen auf eine so weit von der Baustelle entfernte Region?

Das SBB Netz ist äusserst dicht. Der durch die Baustelle entstandene Zeitverlust der Fernverkehrszüge InterCity (IC1 Genève-Aéroport–Fribourg/Freiburg–Bern–Zürich–St-Gallen) und InterRegio (IR15 Genève-Aéroport–Lausanne–Fribourg/Freiburg–Bern–Luzern) hat sich auf die gesamte Strecke zwischen Lausanne und Bern ausgewirkt, insbesondere auf Palézieux, wo die Züge sich bereits im normalen Fahrplan in der kürzesten Zeitspanne kreuzen und aufeinander folgen, die das System zulässt. Zeitverlust führt zur Instabilität der Transportkette, Verspätungen, Anschlussbrüchen usw. Daher mussten in Palézieux, wie übrigens auch zwischen Freiburg und Düdingen, die Regionallinien umgeplant werden, damit ein zuverlässiges Angebot für die Kundschaft sichergestellt werden konnte. Um die Auswirkungen auf die Kundinnen und Kunden gering zu halten, wurde durch die Erstellung eines Fahrplans für die Haupt- und eines für die Nebenverkehrszeiten eine pragmatische Lösung gefunden.

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