Idee für ein neues Sitzplatzreservations-System.

Mit steigender Nutzung des öffentlichen Verkehrs werden in der zweiten wie auch in der ersten Klasse die Sitzplätze immer stärker ausgelastet. Insbesondere während der Hauptverkehrszeiten wird es zunehmend eng. 

Heute wird in IC sowie allen Zügen, die ins Ausland fahren, eine Reservationsmöglichkeit angeboten. Im Inland wird dies aber kaum genutzt. 

Ein weiteres Problem bildet die ungleiche Verteilung der Reisenden entlang des Zuges, insbesondere beim Ein- und Aussteigen. Hierdurch werden Abfahrpünktlichkeit und Passagierfluss beeinträchtigt. 

Doch wie sollte ein neues Sitzplatzreservations-System aussehen, damit Reisende in Zukunft ihren Sitzplatz zuverlässig 

Ziel des Projekts?

Im Fokus des Projektes stand die Entwicklung eines Sitzplatzreservations bzw. -Belegungs-Systems, das auch mit spontanen und unangekündigten Reisen vereinbar ist. Ebenso sollte das System darauf vorbereitet sein, dass nicht alle Billette an eine spezifische Zugverbindung gekoppelt sind.

Künftig sollte das System Reisenden in erster Linie eine entspannte Sitzplatzsuche durch Unterstützung von digitalen Technologien ermöglichen.

Wann und wie wurde getestet?

Im Mai und Juni 2020 wurden 20 Online-Interviews mit Kundenstimmen durchgeführt. Mit Hilfe eines Kurzfilms wurde ein Prototyp für ein Echtzeit-Platzbelegungssystem gezeigt.

Was kam dabei heraus?

  • Der kurze Film hat sehr gute Reaktionen ausgelöst. Die Kundenstimmen fanden die Idee für ein solches System allgemein sehr gut. Der Prototyp wurde von den Kundenstimmen als echter Kundennutzen wahrgenommen. Einzig bei der technischen Umsetzung hatten Kundenstimmen Zweifel an der Machbarkeit.
  • Im nationalen Verkehr möchten sich die Kundenstimmen gar nicht im Voraus festlegen und reservieren. Aber eine sitzplatzscharfe Belegungsanzeige wäre wünschenswert vor allem kurz vor Einfahrt des Zuges, wo man sich auf dem Perron positionieren muss, um einen guten Platz zu erhalten. 
  • Die Kundenstimmen meinten ebenso, dass die Sitzplatzbelegung gut sichtbar gemacht werden müsse, wie zum Beispiel in einem Parkhaus mit den Farben rot und grün.

Wie weiter?

  • Den entsprechenden Stellen wurden die Ergebnisse mitgeteilt, sodass die Idee weiterverfolgt werden kann. In der Bahnproduktion wurde das Thema ins künftige Projekt CAPRE (Capacity and Reservation) eingereicht. 
  • Die Umsetzung eines solchen Systems dauert schätzungsweise zwei bis vier Jahre, da Züge und Waggons angepasst werden müssten. Eine berührungslose Detektion muss zuerst entwickelt werden, was nicht ganz einfach ist. Dementsprechend handelt es sich um ein langjähriges Projekt.
  • Die Projektleitung findet nach wie vor, dass die Idee unbedingt weiterverfolgt und realisiert werden sollte, da ein solches System einen grossen Nutzen für die Kunden der SBB hätte.

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