Die SBB versteht sich als Vorreiterin für nachhaltiges Bauen. Ihre Infrastrukturen, Areale und Gebäude sind integrativer Bestandteil eines attraktiven und umweltfreundlichen Mobilitätsangebots.
Planung, Bau und Betrieb dieser Anlagen erfolgen ressourcen- und klimaschonend, kreislauffähig und biodiversitätsfördernd. Den Auswirkungen des Klimawandels begegnet die SBB proaktiv und mit wirkungsbezogen Massnahmen.
Diese Seite bündelt nachhaltigkeitsrelevante Hinweise und Vorgaben für Planungs- und Bauphasen und richtet sich an Fachpersonen aus der Planung (Architektur, Ingenieurwesen, Umwelt) und ausführende Bauunternehmen.
Die jeweilige Projektleitung der SBB ist erste Anlaufstelle für projektspezifische Nachhaltigkeitsfragen. Allgemeine Anliegen oder weiterführende Fragen zur Nachhaltigkeit in Bauprojekten können an nachhaltigebauprojekte@sbb.chLink öffnet in neuem Fenster. gerichtet werden.
Die Planungsphase ist entscheidend für die Weichenstellung eines Projekts – insbesondere im Hinblick auf die Nachhaltigkeit.
Die Regelwerke und Vorgaben der SBB sind einzuhalten. Für Pilotanwendungen zur Förderung der Nachhaltigkeit sind nach Absprache mit der Projektleitung und Konsultation interner Fachstellen Ausnahmeregelungen möglich.
Kernaufgaben in der Planungsphase zur Förderung der Nachhaltigkeit.
Anforderungsmanagement.
Überprüfung der Notwendigkeit, Form und Materialisierung von Bauteilen für die Funktionserfüllung und von ressourcenschonenderen Alternativen. Jedes vermiedene Bauteil oder Material spart Kosten und Emissionen und ist damit eine klassische Win-win-Situation.
Nachhaltige Immobilien.
Alle Neubauten und Sanierungen erfüllen die Anforderungen von Minergie-A-Eco, sofern sinnvoll. Die gesetzlichen Anforderungen müssen immer erfüllt werden. Neubau- und Sanierungsprojekte werden nach dem Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) zertifiziert und erreichen die Stufe Gold. Bei Neubau, Sanierung und Anlagenersatz verzichtet die SBB konsequent auf fossile Wärmeträger wie Öl oder Gas. Bis 2030 ersetzet die SBB sämtliche in Betrieb stehenden Heizungen mit fossilen Brennstoffen durch Systeme mit erneuerbaren Energien.
Nachhaltige Variantenentscheide.
Bei jedem Variantenentscheid muss die Nachhaltigkeit in den Entscheid einfliessen. Dies kann qualitativ, beispielsweise durch Einschätzung des Materialverbrauchs, oder quantitativ mit einer Ökobilanz erfolgen. Für quantitative Variantenvergleiche steht ein Tool zur Verfügung (siehe Abschnitt Ökobilanzen).
Kreislaufwirtschaft.
Kreislaufwirtschaft leistet einen Beitrag zur Reduktion der indirekten Emissionen. Entsprechend wird die Möglichkeit zur Weiterentwicklung bestehender Gebäude und Bauteile priorisiert, bevor Rück- und Neubauten in Betracht gezogen werden. Bauteile, bei denen eine lokale Wiederverwendung nicht möglich ist, müssen auf der Bauteilbörse der SBB erfasst werden und können so anderen Projekten zugeführt werden. Lagerung und Logistik sind projektspezifisch abzuklären. Ist eine Wiederverwendung nicht möglich, werden die Materialien fachgerecht über die SBB rezykliert.
Umweltfreundliche Materialisierungen müssen frühzeitig geprüft werden. Dazu zählen alternative Konstruktionsweisen wie Holz statt Beton oder ressourcenschonendere Varianten innerhalb einer Materialklasse, etwa zementreduzierter Beton.
Biodiversität.
Die Aussenräume sind, wenn immer möglich, als naturnahe Verweil- und Begegnungszonen zu konzipieren, welche Hitzeinseln reduzieren, die Versiegelung minimieren sowie die Biodiversität fördern. Bei gutem Kosten-Nutzenverhältnis sind daher auch Massnahmen zu integrieren, welche über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen.
Erneuerbare Energien.
Das Ziel der SBB ist, möglich viel wirtschaftlichen PV-Strom zu erzeugen. Im Zuge der Projektierung ist eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Ergibt diese ein vorteilhaftes Kosten-Nutzen-Verhältnis, ist die entsprechende PV-Anlage in die Planung zu integrieren.
Klimaanpassung.
Die Konzeption der Bauten berücksichtigt, dass Gebäude und Infrastrukturen in Zukunft extremeren klimatischen Bedingungen, insbesondere Hitzewellen mit erhöhten Temperaturspitzen sowie Starkniederschlägen ausgesetzt sein werden.
Zur Einhaltung des öffentlichen Beschaffungsrechts ist die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in allen Ausschreibungen verpflichtend. Entsprechende Zuschlagskriterien, Vertragsbestandteile und Anreizsysteme sind in den Standardausschreibungsunterlagen der SBB enthalten.
Was in der Planung erarbeitet wurde, muss in der Ausführung konsequent umgesetzt werden – ressourcenschonend, klimafreundlich, biodiversitätsfördernd und qualitätsbewusst. Die Anforderungen an die Nachhaltigkeit sind in den Ausschreibungsbestimmungen des Projekts beschrieben. Die wichtigsten Ziele der SBB:
Einsatz nachhaltiger Baustoffe.
Die SBB erwartet von beauftragten Bauunternehmen eine umsichtige Beschaffung der ausgeschriebenen Materialien sowie die Wahl der klimafreundlichsten Lieferantin. Für den Baustoff Beton werden Referenzwerte zur Orientierung für die kommenden Jahre bereitgestellt.
Downloads.
Emissionsgrenzwerte für die Herstellung von Beton (PDF, 77 KB)
Die SBB setzt ab 2040 keine fossilen Energieträger mehr auf den Baustellen ein. Der Einsatz von alternativen Kraftstoffen, elektrischen Baumaschinen und Photovoltaik auf der Baustelle wird begrüsst.
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Vorbildfunktion.
Baustellen der SBB haben eine Vorbildfunktion gegenüber Umwelt und Öffentlichkeit. Vorbildliche Baustellen sind sauber und handeln schnell bei Ölverlust, ergreifen Sofortmassnahmen und informieren die zuständigen Stellen, um Umweltschäden zu vermeiden.
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Ökobilanzen ermöglichen eine Quantifizierung der Umweltauswirkungen von Bauprojekten und Projektvarianten und damit faktenbasierte Entscheidungen zur Förderung der Nachhaltigkeit.
Für Gebäude und Areale wird eine Ökobilanz nach Anforderungen des SNBS erstellt. Infrastrukturprojekte verfügen über eine kostenbasierte Emissionsschätzung seitens SBB. Die Erstellung einer Gesamtökobilanz ist nicht notwendig, die Zeit soll stattdessen in die Entwicklung von Massnahmen investiert werden.
Für einfache Variantenvergleiche auf Basis der SBB Emissionsfaktoren und KBOB Datenbank stellt die SBB einen Variantenrechner zur Verfügung.
Die Datenbank SBB Emissionsfaktoren 2025 beinhaltet mehrere hundert Datensätze für bahnspezifische Bauteile und Bauprozesse. Sie ergänzt damit die Liste der KBOB (Ökobilanzdaten im Baubereich) und soll bei der Planung von Infrastrukturprojekten der SBB angewendet werden. In der Dokumentation ist ersichtlich, welche Annahmen getroffen wurden.