Sanierung des Bahndamms in Böckten.
Die SBB saniert von Mitte 2026 bis Ende 2027 den Bahndamm in Böckten.
Ziel ist, den Damm zu stabilisieren und so für einen weiterhin zuverlässigen Bahnbetrieb zu sorgen. Der zweispurige Damm ist Teil der Bahnlinie zwischen Basel und Olten.
Auf der Bahnstrecke zwischen Basel und Olten liegt beim Ort Böckten (BL) ein Bahndamm. Der Damm ist 6 bis 9 Meter hoch und trägt zwei Streckengleise. Er wurde von 1912 bis 1914 aufgeschüttet. Als Schüttmaterial diente der Ausbruch, der beim Bau des Hauenstein-Basistunnels (1912 bis 1916) anfiel. Dieses wurde damals kaum verdichtet und ist sehr heterogen. Heute setzt und verschiebt sich der Damm.
Bereits in den 1990er-Jahren führte die SBB geotechnische Untersuchungen und Sanierungsarbeiten durch. Mittels Injektionen und Verdübelungen mit Nägeln versuchte man, die innere Festigkeit des Dammkörpers zu erhöhen. Anschliessend wurden Messstellen installiert. Gemäss deren Messungen nahmen die Verformungen zunächst nur geringfügig zu. Inzwischen betragen die Verschiebungen im Dammkörper lokal bis zu über einem Zentimeter pro Jahr. Den stetig steigenden Anforderungen des Bahnverkehrs genügt der Bahndamm damit nicht mehr. Um die langfristige Nutzung zu gewährleisten, ist darum eine umfassende Sanierung erforderlich.
Bis zum Abschluss dieser Sanierungsarbeiten ist die Sicherheit des Bahnbetriebs gewährleistet. Dank der Messungen und der Überwachungen kann bei relevanten Veränderungen rasch reagiert werden.
Zur Stabilisierung des Damms hat die SBB eine spezialisierte Firma mit der Erarbeitung eines Sanierungskonzepts beauftragt. Dessen Ziel ist es, die Tragsicherheit des Damms zu gewährleisten. Der Damm soll stabiler werden. Die horizontalen und vertikalen Bewegungen sollen von aktuell bis zu über einem Zentimeter auf 0 bis 1 Millimeter pro Jahr reduziert werden. Das Konzept besteht aus drei Stufen.
Stufe 1 (Teil dieses Projekts).
Im Rahmen des laufenden Projekts von Mitte 2026 bis Ende 2027 setzt die SBB Stufe 1 um. Der Damm wird mit einem Fangedamm-System, bestehend aus Bohrpfählen, Longarinen und Zuggliedern, stabilisiert. Detailliertere Informationen zu diesen Massnahmen finden Sie auf dieser Webseite in den Kapiteln «Projektinhalt» und «Bauablauf».
Stufe 2 (nicht Teil dieses Projekts).
Nach der Sanierung wird das Setzungsverhalten beobachtet. Dazu wird die Überwachung mit verschiedenen Arten von Messungen fortgeführt. Wenn nötig, werden punktuelle Zusatzmassnahmen geplant und umgesetzt. Diese könnten vor oder zusammen mit Stufe 3 erfolgen.
Stufe 3 (nicht Teil dieses Projekts).
In 3 bis 5 Jahren nach Abschluss von Stufe 1 ist eine Erneuerung des Gleisunterbaus geplant. Dann wird auch die Entwässerung im gesamten Bereich erneuert. Die Finanzierung und der Zeitplan werden geprüft.
Um den Damm zu stabilisieren, sind innerhalb der Stufe 1 des Sanierungskonzepts folgende Massnahmen geplant:
Zone 1 (Unterführung Hauptstrasse bis Durchlass Ergolz) und Zone 3 (Unterführung Weiermattweg bis Unterführung Rebackerweg).
Einbau eines sogenannten Fangedamm-Systems, bestehend aus Bohrpfählen, Longarinen und Zuggliedern: Longarinen sind lange Stützmauern aus Beton. Sie kommen beidseits auf mittlerer Höhe des Dammes zu liegen. Ihr Fundament bilden kurze Bohrpfähle. Diese liegen oberhalb des Grundwasserspiegels. Die beidseitigen Longarinen sind durch Zugglieder miteinander verbunden. Diese Stahlstangen verlaufen horizontal durch den Damm von einer Longarine zur anderen und dienen zur Aussteifung. Die Zugglieder sind erforderlich, da die Bohrpfähle nicht bis ins Grundwasser gebohrt werden dürfen und deshalb verkürzt ausgeführt werden. Das Fangedamm-System bildet somit eine sehr steife Struktur, die es ermöglicht, die wenig tragfähige Dammschüttung einzufassen und die Böschung zu stabilisieren.
Zone 2 (Durchlass Ergolz bis Unterführung Weiermattweg).
Einbau Fangedamm-System und Verbreiterung des Damms auf beiden Seiten: In diesem Abschnitt baut das Bauteam ebenfalls ein Fangedamm-System ein und führt zusätzlich vor den beidseitigen Stützmauern Erdaufschüttungen aus. Das schafft neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere und fügt sich besser ins Landschaftsbild ein. In den Zonen 1 und 3 sind Aufschüttungen aus platztechnischen Gründen nicht möglich. Dies liegt unter anderem daran, dass eine Aufschüttung jeweils beidseitig des Damms erfolgen muss, um dessen Gleichgewicht zu gewährleisten.
Installationsplätze für die Baulogistik.
Damit die Arbeiten ausgeführt werden können, legt das Bauteam einen Hauptinstallationsplatz am Dammweg sowie Baupisten und Installationsflächen beidseits des Damms an. Auf diesen Flächen und dem Platz werden Maschinen und Material gelagert.
Dies sind die wichtigsten Meilensteine des Projekts gemäss aktueller Planung:
|
Wann |
Was |
|---|---|
|
Juli 2024 bis Frühling 2026 |
Plangenehmigungsverfahren gemäss Eisenbahngesetz (Bewilligungsverfahren) inklusive öffentlicher Auflage im Herbst 2024. |
|
Januar 2026 |
Eingang der Teilverfügung (Teilbewilligung) für den Rückschnitt Vegetation |
|
Februar 2026 bis März 2026 |
Rückschnitt der Vegetation vor der Brut- und Setzzeit der heimischen Vögel und Säugetiere. |
|
Frühling 2026 |
Erwarteter Eingang der Verfügung (Bewilligung) für die Hauptarbeiten |
|
Juni 2026 bis August 2026 |
Vorarbeiten: Bau von Baupisten und Installationsplätzen |
|
August 2026 bis Ende 2027 |
Hauptarbeiten: Ausführung der Dammsanierung |
Bauzeit.
Die Bauarbeiten dauern ungefähr 18 bis 21 Monate, inklusive Rückbau. Die genaue Dauer ist witterungsabhängig. Bei starkem Regen können die Erdarbeiten erschwert sein. In allen drei Zonen wird ungefähr zur gleichen Zeit gearbeitet. So kann die Bauzeit möglichst kurz gehalten werden.
Arbeitszeiten.
Arbeiten ausserhalb des Gleisbereichs führen die Bauleute grundsätzlich tagsüber und unter der Woche aus. Arbeiten in der Nähe fahrender Züge und der Fahrleitung müssen dagegen in der verkehrsärmeren Nachtzeit ausgeführt werden. Dafür nutzen die Bauleute Zugspausen oder die SBB sperrt aus Sicherheitsgründen Gleisabschnitte. Insgesamt wird der Zugverkehr aber nur wenig beeinträchtigt. Es sind keine längeren Gleissperren für dieses Projekt geplant. Weitere Informationen zu den Nachtarbeiten finden Sie auf dieser Webseite unter «Nachtarbeiten».
Die einzelnen Bauphasen.
Die Arbeiten laufen in mehreren Schritten ab:
- Phase 1: Zunächst richtet das Bauteam die Baustelle ein. Der Boden wird vorbereitet. Dafür werden Nägel aus Stahl in den Boden eingebaut. Sie helfen dabei, die Böschung zu sichern.
- Phase 2: Nun werden Bohrpfähle gebohrt. Diese sind rund 90 Zentimeter breit und bilden beidseits des Damms das Fundament der sogenannten Longarinen, den Stützwänden aus Beton.
- Phase 3: Das Bauteam bohrt horizontal durch den Damm und bringt die Zugglieder ein. Diese werden später mit den Betonlongarinen verbunden.
- Phase 4: Das Bauteam erstellt die Betonlongarinen und schliesst die Zugglieder an.
- Phase 5: Das Bauteam trägt am Fuss des Dammes einen Teil der Baupiste ab und errichtet vor den Longarinen und den Bohrpfählen die Stirnwand aus Beton. Damit ist das Tragsystem erstellt.
- Phase 6: Das Bauteam dichtet die neue Stirnwand ab und baut eine Drainage ein. Diese leitet das Wasser sicher ab. Danach wird der Bereich wieder mit Erde aufgefüllt.
- Phase 7: Das Bauteam baut die Baupiste ab und führt Umgebungsarbeiten aus.
Die Projektkosten belaufen sich auf rund 27 Millionen Franken und werden über die Leistungsvereinbarung zwischen Bund und SBB finanziert. Im Rahmen dieser Vereinbarungen legen Bund und Bahnen jeweils periodisch fest, wie viel öffentliche Mittel für die Instandhaltung und kleinere Erweiterungen investiert werden können.
Weitere Informationen zur Leistungsvereinbarung zwischen Bund und SBB finden Sie auf der Webseite hier des Bundesamtes für Verkehr.
Link öffnet in neuem Fenster.Weitere Informationen zur Finanzierung der Bahninfrastruktur über den Bahninfrastrukturfonds BIF finden Sie auf der Webseite hier des Bundesamtes für Verkehr.Link öffnet in neuem Fenster.
Bauarbeiten tagsüber sind grundsätzlich effizienter und kostengünstiger. Die SBB führt Nachtarbeiten daher nur aus, wenn der Arbeitsbereich den fahrenden Zügen oder der Fahrleitung zu nahekommt. Dann muss sie aus Sicherheitsgründen Gleise sperren und Fahrleitungsabschnitte ausschalten. In der verkehrs- und passagierärmeren Nachtzeit haben diese Massnahmen deutlich geringere Auswirkungen auf die Reisenden.
Wann genau in Böckten Nachtarbeiten anstehen, gibt die SBB ab Mitte 2026 unter anderem auf dieser Webseite bekannt. Auch wenn die Arbeiten für dieses Projekt erst dann beginnen, müssen andere Teams wie bisher sporadisch nachts Unterhaltsarbeiten ausführen. Nur so kann die SBB ihre Infrastruktur instand halten und einen sicheren und pünktlichen Bahnbetrieb gewährleisten. Die Projektverantwortlichen werden die Anwohnerinnen und Anwohner mit eigenen Schreiben informieren.
Zudem können Anwohnende auf der folgenden Webseite einen Lärmanzeigen-Newsletter für ihre Region abonnieren:
So erhalten sie Inserate und Schreiben zu anstehenden Arbeiten auch per E-Mail. Auch die Schreiben zur Dammsanierung werden wir hier veröffentlichen.
Um die Arbeiten sicher durchführen zu können, sind gemäss aktuellem Stand folgende Verkehrseinschränkungen vorgesehen:
- von ca. Juni 2026 bis voraussichtlich Dezember 2027: Der Dammweg ist im Bereich von der Weiermattstrasse bis zum Tiergartenweg für den Strassen- und Fussverkehr gesperrt.
- von ca. Juni 2026 bis voraussichtlich Dezember 2027: Die Unterführung Weiermatt ist für den Strassen- und Fussverkehr gesperrt.
- von ca. Juli 2026 bis voraussichtlich Ende März 2027: Der Rebackerweg ist im Bereich zwischen dem Tiergartenweg und dem Abzweiger Limbergweg für den motorisierten Verkehr gesperrt. Fuss- und Veloverkehr können den Abschnitt nutzen. Kurze Wartezeiten sind möglich.
Genauere Angaben zu den Sperren folgen, auch auf dieser Webseite. Entsprechende Umleitungen werden vor Ort signalisiert.
Das Bauteam fährt die Baustelle über die öffentlichen Strassen und Wege an. Dies kann teils zu kurzen Wartezeiten führen.
Gemäss aktuellem Planungsstand werden für die Dammsanierung keine längeren Gleissperren benötigt. Alle Arbeiten mit schweren Maschinen finden ausserhalb des Gleisbereichs statt. Für die Arbeiten im Gleisbereich genügen kürzere Sperren in den Nachtstunden. Nichtsdestotrotz sind auf der Linie Basel–Olten teils grössere Fahrplanänderungen nötig, insbesondere wegen der Grundinstandsetzung des Hauenstein-Basistunnels.
Auf der SBB Webseite hier finden Sie eine Übersicht zu Fahrplanänderungen aufgrund von Bauarbeiten oder StörungenDetaillierte, auf Ihre Reisepläne zugeschnittene Informationen finden Sie wie immer im Online-Fahrplan auf sbb.ch oder in der App SBB Mobile. Über die App können Sie zudem Ihre persönliche Pendelstrecke einrichten. Wenn Sie Push-Benachrichtigungen abonnieren, werden Sie so auch ohne Fahrplanabfrage über Störungen oder Fahrplanabweichungen durch Bauarbeiten informiert.
Weitere Informationen:
Webseite SBB zur Grundinstandsetzung des Hauenstein-Basistunnels
Video «Fahren und bauen». Das Video hier zeigt die allgemeinen Herausforderungen beim Bauen unter laufendendem Bahnbetrieb. Link öffnet in neuem Fenster.
Die SBB ist sich bewusst, dass Bauen mit Lärm verbunden ist. Sie versucht, diesen so gut wie möglich zu reduzieren und hält sich an die Baulärm-Richtlinie des Bundesamtes für Umwelt. Dazu gehören folgende Massnahmen:
- Die Baumaschinen halten die Schallleistungspegel ein.
- Die Maschinen entsprechen dem neuesten Stand der Technik.
- Die SBB stellt die Information der Anwohnerinnen und Anwohner sicher.
- Die SBB bietet eine Anlaufstelle für Fragen rund um die Bautätigkeit.
- Die Massnahmen werden durch eine Umweltbaubegleitung überwacht.
Projektleitung.
SBB AG
Infrastruktur Ausbau- und Erneuerungsprojekte
Raphael Stadlemann, Gesamtprojektleiter
Bahnhofstrasse 12, 4600 Olten
raphael.stadelmann2@sbb.chLink öffnet in neuem Fenster.
sbb.ch/boeckten
Sonstige Bauarbeiten:
Auf folgender Webseite finden Sie Anwohnerschreiben und Inserate aller aktuell laufenden Bauarbeiten der SBB: sbb.ch/bauarbeiten
Sonstige Themen:
Auf folgender Webseite finden Sie weitere Kontakte für Fragen zu anderen SBB-Themen: sbb.ch/kundendienstLink öffnet in neuem Fenster.
Jobs und Karriere:
Auf folgender Webseite finden Sie Angaben zu Jobs und Karriere im Ingenieurwesen und der Planung der SBB: sbb.ch/engineering
Für Medienschaffende:
Bitte wenden Sie sich an unsere Medienstelle: sbb.ch/pressLink öffnet in neuem Fenster. oder press@sbb.chLink öffnet in neuem Fenster.