SBB Infrastruktur baute im Norden des Bahnhofareals ein neues Wendegleis für S-Bahn-Züge und verlängerte zu dessen Erschliessung das Perron Gleis 1 in Richtung Frenkendorf. Das Projekt war eine der Voraussetzungen für den S-Bahn-Viertelstundentakt zwischen Basel und Liestal.
Die S-Bahn Basel verkehrte bis Ende 2025 auf der Linie Olten–Liestal–Basel im Halbstundentakt. Dieses Angebot wollten die Kantone zwischen Liestal und Basel zu einem Viertelstundentakt verdichten, um mehr Kapazität für die wachsende Zahl der Reisenden zu schaffen. Im Bahnhof Liestal fehlte jedoch für die zusätzlichen Viertelstundentakt-Halte Basel–Liestal die nötige Kapazität.
Um im Bahnhof Liestal die Voraussetzungen für einen S-Bahn-Viertelstundentakt Basel–Liestal zu schaffen, erstellte die SBB im nördlichen Bahnhofareal, entlang des Emma-Herwegh-Platzes, ein neues Wendegleis für die zusätzlichen S-Bahn-Halte. Das Projekt umfasste folgende Massnahmen:
Abbruch des bestehenden Abstellgleises und Bau eines neuen Wendegleises inklusive mehreren Weichenverbindungen zu dessen Anbindung an die Stammlinie Richtung Frenkendorf;
Verlängerung des bestehenden Perrons Gleis 1 um 220 Meter in Richtung Frenkendorf inklusive Perrondach;
Verlängerung der neuen Personenunterführung Sichtern bis zum Emma-Herwegh-Platz für einen stadtseitigen Aufgang inklusive Anpassungsarbeiten.
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Der Liestaler Bahnhofbereich 2019 und seit Ende 2025, nach Umsetzung der Projekte Vierspurausbau und Wendegleis.
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Situation vor 2029: Der Güterzug und der S-Bahn-Zug müssen warten, bis der Schnellzug das Gleisfeld durchfahren hat und die Gleise freigibt. Für zusätzliche S-Bahn-Züge zwischen Basel und Liestal fehlt im Bahnhof die Kapazität.
Situation seit Ende 2025: Dank dem Vierspurausbau bieten sich mehr Optionen, um die Züge aneinander vorbei zu lenken. Das Wendegleis schafft im Bahnhof die Kapazität für einen stabilen S-Bahn-Viertelstundentakt zwischen Liestal und Basel.
Das Wendegleis schuf im Bahnhof Liestal die Voraussetzung für einen stabilen S-Bahn-Viertelstundentakt zwischen Basel und Liestal. Grund ist, dass die S-Bahn-Züge im Wendegleis keine durchfahrenden Züge blockieren. Das ermöglicht eine flexiblere Planung der Abfahrts- und Standzeiten und dadurch einen kundenfreundlicheren Taktzeitplan.
Der S-Bahn-Viertelstundentakt Basel–Liestal war eines der Ziele des Ausbauschritts 2025 des Bundes. Der verlängerte Perron zwischen Gleis 1 und dem neuen Wendegleis erlaubt einen komfortablen und stufenfreien Zugang in die Niederflurzüge. Die Anbindung an die neue Personenunterführung Sichtern ermöglicht ein rasches, bequemes Umsteigen.
Neben dem Wendegleis waren noch weitere Projekte notwendig, damit der S-Bahn-Viertelstundentakt Basel–Liestal gefahren werden kann.
Regionalverkehrsangebote, wie der S-Bahn-Viertelstundentakt Basel–Liestal, werden gemeinsam durch Kantone und Bund bei den Transportunternehmen bestellt und finanziert.
Die Kosten für das Wendegleis belaufen sich auf rund 15 Millionen Franken.
Das Wendegleis Liestal war Teil des Ausbauprogramms «Ausbauschritt 2025» des Bundes. Die Gelder für Planung und Bau stammen aus dem neuen Bahninfrastrukturfonds (BIF), welchen die Schweizer Stimmbevölkerung am 9. Februar 2014 mit der FABI-Vorlage angenommen hat. Aus dem BIF werden ab 2016 alle Instandhaltungs- und Ausbauprojekte der Schweizer Bahnen finanziert.
Weitere Informationen zur Finanzierung finden Sie auf folgenden Webseiten des Bundeamtes für Verkehr (BAV):