Die ökologischen Flächen entlang der Verkehrsinfrastruktur bieten Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Die SBB setzt sich für ihren Schutz ein.
Die SBB trägt mit ihrer bestehenden Bahninfrastruktur, ihren Immobilien und den geplanten weiteren Bauvorhaben zum Verlust, der Degradierung der Qualität und der Zerstückelung von natürlichen Lebensräumen bei. Dies stellt eine Bedrohung der in der Schweiz einheimischen Flora und Fauna dar.
Die SBB besitzt mit den Bahnborden jedoch auch einen grünen Korridor von nationaler Bedeutung für die Biodiversität. Sie bietet dadurch wertvolle Lebensräume mit einer hohen Artenvielfalt und übernimmt eine tragende Rolle bei der Vernetzung von Lebensräumen. Um ihren Beitrag an die ökologische Infrastruktur der Schweiz zu leisten, pflegt die bis 2030 einen Fünftel ihrer Böschungen naturnah und sichert an diversen Standorten die Vernetzung der Lebensräume für Tiere längs und quer zu den Bahnlinien. Sie fördert standortgerechte und zukunftsfähige Arten in vorrangigen Schutzwäldern und Sicherheitsstreifen, bekämpft invasive Neophyten und passt sich somit vorausschauend an die Auswirkungen des Klimawandels an.
Die SBB setzt im Rahmen des Aktionsplans Biodiversität des Bundes zudem einen standortgerechten Unterhalt in Naturschutzgebieten um. Auch arbeitet die SBB daran, zukünftig 20 Prozent der Böschungen naturnah zu pflegen und deren ökologisches Potenzial zu erhalten und zu fördern. Anstatt zu Mulchen, werden diese Flächen gemäht und das Schnittgut zusammengetragen, damit sich das magere Milieu nicht mit Nährstoffen anreichert und die Vernetzung gefördert werden kann. Besondere Herausforderungen stellt dabei der Zugang zu diesen Flächen sowie der Abtransport des Schnittgutes dar.
Die SBB bewirtschaftet Böschungen und Gehölzflächen entlang des Schienennetzes regelmässig, um einen sicheren und möglichst störungsfreien Bahnverkehr zu gewährleisten. Dazu gehört das Zurückschneiden der angrenzenden Gehölze, das regelmässige Mähen der Böschungen sowie das Entfernen invasiver Gewächse. Der Unterhalt dieser Flächen ist eine Daueraufgabe, von der auch die Natur profitiert. So sind durch die wiederkehrende Pflege gestufte Waldränder und Saumstrukturen entstanden: wertvolle, extensive Lebensräume mit hohem Pflanzenreichtum.
Das dichte Schienennetz der SBB wird auf vielen hundert Kilometern von wertvollen Böschungen, Waldrändern, Hecken und Einzelbäumen gesäumt. Dieses ökologische Netzwerk innerhalb einer stark genutzten Landschaft bietet Lebensräume für verschiedene, auch seltene Pflanzen.
Der teils hohe ökologische Wert der Eisenbahnböschungen zeigt sich auch im Vorkommen seltener Pflanzen wie Orchideen. Die seltene Helm-Orchis – auch Helm-Knabenkraut genannt – wächst und gedeiht an einzelnen Böschungsabschnitten entlang des Bahnnetzes. Böschungen sind wichtige Standorte für seltene Pflanzen, da sie keiner landwirtschaftlichen Nutzung unterliegen und weder Herbizide noch Dünger eingesetzt werden. Das wirkt sich auf magerstandortliebende Pflanzen wie die Helm-Orchis positiv aus.
Invasive Neophyten stellen ein Problem für die einheimische Flora dar und können auch Auswirkungen auf die Sicherheit des Bahnbetriebes haben. Durch ihr starkes Wachstum verdrängen sie die einheimische Flora und können die Stabilität von Bahnböschungen und Bachläufen beinträchtigen.
Die SBB bekämpf invasive Neophyten auf ihren Böschungen gemäss der Strategie der SBB-Infrastruktur. Vorrang haben dabei die gesundheitsgefährdenden Arten, die bahnsicherheitsrelevanten Befälle sowie die Neophytenbekämpfung auf ökologisch wertvollen Flächen (Schutzgebiete, Biodiversitätsflächen und Ersatzflächen). Die SBB beteilig sich daneben aktiv an der Erforschung von wirksamen, herbizidfreien Methoden zur Bekämpfung der Neophyten.
Fauna.
Viele Infrastrukturanlagen der Eisenbahn wie begrünte Bahnhofsdächer, Böschungen oder Wälder beherbergen einen grossen Reichtum verschiedener Tierarten, wie die geschützten Aspisviper, Fadenmolche oder der Appolonfalter. Gleichzeitig zerschneidet unsere dichte Verkehrsinfrastruktur die Lebensräume von Tieren. Dies führt zu einer Isolierung der Populationen und einem Rückgang der Tierbestände.
Die SBB vernetzt deshalb geteilte Lebensräume und wertet sie auf, wie zum Beispiel in folgenden Projekten:
Fahrleitungsmasten können für Vögel mit grosser Spannweite zur tödlichen Falle werden. Besonders der Uhu ist betroffen – jeder Stromunfall kann seine Bestände gefährden. Doch es gibt Lösungen: Die SBB setzt zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) gezielte Massahmen um, um gefährliche Masten zu entschärfen. Diese Sanierungsprojekte sind ein wichtiger Beitrag zum Aktionsplan Strategie Biodiversität Schweiz, der den Schutz bedrohter Arten fördert und Lebensräume sicherer macht.
Aus Sicherheitsgründen befestigte die SBB das malerische Ufer des Luganersees. Davon profitieren neben den Bahnkundinnen und -kunden auch gefährdete Arten wie der Eisvogel und die Würfelnatter. Zudem hat die SBB den Wald mit den für die Zone typischen Pflanzen aufgeforstet und die Seeufer erweitert. So erhalten die Fische mehr Lebensraum. Mit diesem Projekt gelang es der SBB, verlorengegangene natürliche Lebensräume wiederherzustellen.
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Der Gretzenbach schlängelt sich durch eine üppige Naturlandschaft. Mittels einer offenen Fischrampe können die Fische von der Aare in den renaturierten Bachlauf aufsteigen. Neben dem Bachlauf hat die SBB Feuchtstandorte für Amphibien und Flora gebildet. Durch die zahlreichen Bepflanzungen entstand mit einer prachtvollen Blumenlandschaft ein neues Zuhause für Insekten. Auch die Bevölkerung profitiert von dem renaturierten Gretzenbach, indem sie die Flora und Fauna beobachten kann.
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In Oberrüti AG liegt ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung mit einer grossen Population von schweizweit sehr seltenen Kammmolchen. Gleise sind für Amphibien jedoch oft ein unüberwindbares Hindernis. Die SBB hat daher an einem 900 Meter langen Streckenabschnitt zwischen Sins und Oberrüti AG Amphibienableitbleche montiert und den Schotter an der Schiene tiefer gekehrt. Damit queren die Molche und weitere Amphibien die zweigleisige Anlage einfacher als bisher. Um die Querungen noch effektiver zu gestalten, hat die SBB in einem Pilotversuch erstmals drei gleisnahe Kleintierdurchlässe errichtet. Während eines zweijährigen Monitorings wird die Funktionsweise des neuen Systems untersucht und die beiden Systeme bezüglich ihrer Wirkung verglichen.