Glossar.

Für die Arbeit mit digitalen Methoden wie Building Information Modeling (BIM) benötigt es ein einheitliches Verständnis über Begrifflichkeiten. Die folgenden Definitionen werden seitens SBB verwendet (Stand 01.04.2020).

Abkürzung Begriff Definition und Quelle
3D Räumlich-geometrisches Abbild von Bauteilen und Objekten.

3D Geometrien ohne Attribute, dh. das reine räumliche geometrische Abbild. Dies dient dazu, um beispielsweise rein geometrische Kollisionsprüfungen zu ermöglichen.

Quelle: Marktdefinition

4D Synonym für zeitbasierte Simulation von Aktivitäten

Aufgrund von Daten werden die Sequenzen von Ereignissen oder Aktivitäten dargestellt. Dies geschieht auf Basis von rein alphanumerischer oder auch geometrischer objektbezogener Daten. Deshalb ist '4D' nicht '3D plus Zeit'. Es existiert auch keine normative Definition zu 4D. Dieser Begriff wird bei der SBB daher nicht verwendet und ist zu vermeiden.

Quelle: keine Norm vorhanden, marktüblicher Begriff, jedoch nicht standardisiert

5D Synonym für Simulation von Kosten

Aufgrund von Daten (wie z.B. Oberflächenbeschaffenheiten, Geometrien etc.) werden die Kosten ermittelt. Dies geschieht auf Basis von rein alphanumerischer oder auch geometrischer objektbezogener Daten. Deshalb ist '5D' nicht '3D + Zeit + Kosten'. Es existiert auch keine normative Definition zu 5D. Dieser Begriff wird bei der SBB daher nicht verwendet und ist zu vermeiden.

Quelle: keine Norm vorhanden, marktüblicher Begriff, jedoch nicht standardisiert

AIM (en) Asset-Informationsmodell

Informationsmodell für die Betriebsphase
Dieses Asset-Informationsmodell unterstützt die vom Informationsbesteller festgelegten strategischen und täglichen Asset-Managementprozesse. Es kann auch Informationen zu Beginn des Projektabwicklungsprozesses bereitstellen. Das Asset-Informationsmodell kann beispielsweise
Ausrüstungsregister, kumulierte Wartungskosten, Aufzeichnungen über Installations- und
Wartungstermine, Eigentumsangaben und andere Details enthalten, die der Informationsbesteller als
wertvoll erachtet und systematisch verwalten möchte. Es wird aus dem in Planung und Realisierung entwickelte Projekt-Informationsmodell entwickelt und beinhaltet oftmals nicht die gleiche Informationsmenge und ist schlanker, da viele Informationen in der Betriebs- und Bewirtschaftungsphase nicht zwingend benötigt werden. 

Quelle: Deutsche Fassung der EN ISO 19650-1:2018 Abschnitte 3.3.9 und 5.6

AMA Auftraggeber Methoden Anforderungen

Ein temporäres Instrument zur einheitlichen Verständnis von BIM-Prozessen und deren Wirkung in der Art wie diese der Besteller möchte.

Quelle: nicht definiert und standardisiert, wird nicht bei der SBB verwendet

Attribut Attribut

Charakteristische Beigabe als Kennzeichen für ein Objektinstanz, mit Attributsname und Attributswert. Einfaches Beispiel: Ein Objekt 'Wand' kann ein Attribut 'Farbe' haben, mit dem Attributswert 'rot'.

Quelle: Marktdefinition

bcf BIM collaboration format

Das BCF Format (BIM Collaboration Format) ist eine standardisierte Datenschnittstelle zum vereinfachten Austausch von Informationen während des Erstellungsprozesses von BIM Modellen zwischen verschiedenen Softwareprodukten. Es basiert auf dem normierten IFC-Dokumentationsformat.
Es ermöglicht eine modellbasierte Kommunikation zwischen verschiedenen Anwendern und informiert unter anderem über den jeweiligen Status, Ort, Blickrichtung, Bauteil, Bemerkung, Anwender und Zeitpunkt im IFC Datenmodell.
Das BIM Collaboration Format (BCF) ist ein offenes Datei-XML-Format "bcfXML", das die Workflowkommunikation in BIM-Prozessen unterstützt.
Die BCF-Datei enthält dabei nur Kommentare;  sie verändert das Modell nicht und ist vergleichbar mit den "Revisionswolken" aus der 2D Planung.

Quelle: buildingsmart International, übersetzt, gekürzt

BEP BIM Execution Plan, auch BIM Ausführungsplan

Ein Plan, in dem erläutert wird, wie die Aspekte des Informationsmanagements der Informationsbestellung vom Lieferteam durchgeführt werden.
Er wird vom Planungs-/Realisierungsteam gefertigt und beinhaltet die Umsetzung der vom Auftraggeber formulierten Anforderungen an Datenlieferungen etc. Meist wird dieser bereits bei Angeboten in einer groben Form seitens des Anbieters mitgeliefert, um dem Auftraggeber einen Überblick zu verschaffen, wie seine Anforderungen umgesetzt werden.

Quelle: Deutsche Fassung der EN ISO 19650-1:2018 Abschnitt 3.4.1

BIM (en) Bauwerksinformations-modellierung (en: Building Information Modeling)

Nutzung einer gemeinsamen digitalen Darstellung eines baulichen Vermögensgegenstand (Asset) zur Erleichterung von Planungs-, Bau- und Betriebsprozessen als zuverlässige Entscheidungsgrundlage.

Quelle: Deutsche Fassung der EN ISO 19650-1:2018 Abschnitt 3.3.14

BIM Informations-manager BIM Informationsmanager

Eine Rolle, die üblicherweise durch Auftraggeber wahrgenommen wird. Aufgabe ist es, die gelieferten Daten/Informationen zu den definierten Zeitpunkten auf die Übereinstimmung mit den Anforderungen des Auftraggebers zu vergleichen, Abweichungen zu erkennen, einzufordern und Informationslieferungen abzunehmen. 

Quelle: keine explizite Norm, jedoch Notwendigkeit auf Seiten Auftraggeber

BIM Koordinator BIM Koordinator

Eine Rolle, üblicherweise seitens des Auftragnehmers, welche den Abgleich und die Überprüfung der disziplinären Fach- und Teilmodelle verantwortet. Die genauen Leistungen sind vertraglich zu definieren.

Quelle: keine klare Norm für diese Rolle

BIM Manager BIM Manager

Eine Rolle, üblicherweise durch Auftragnehmer(n) wahrgenommen. Sie verantwortet u.a. die Koordination der Datenanforderungen, die Prozesse zur Erstellung von Daten, sowie die semantische Informationsmodellierung. Die genauen Leistungen sind vertraglich zu definieren.

Quelle: keine klare Norm für diese Rolle

BIM Verantwortlicher BIM Verantwortlicher

Eine Rolle, welche sowohl seitens Auftraggeber als auch Auftragnehmer(n) wahrgenommen werden kann. Die Rolle kann jeweils die Gesamtprojektleitung, ein separates BIM-Management oder BIM-Koordinator übernehmen. Sie verantwortet die erfolgreiche Umsetzung der BIM Methodik.

Quelle: keine klare Norm für diese Rolle

CDE (en) Gemeinsame Datenumgebung (en: Common Data Environment)

vereinbarte Informationsquelle für ein bestimmtes Projekt oder für ein Asset, um jeden Informationscontainer über einen verwalteten Prozess zu sammeln, zu verwalten und zu verbreiten.

Quelle: Deutsche Fassung der EN ISO 19650-1:2018 Abschnitt 3.3.15

CoBie Construction Operations Building Information Exchange

Darstellung einer Übergabesicht des IFC-Schemas, typischerweise als Tabellenkalkulationsblatt. Diese ist aus Endanwendersicht eine standardisierte Excel-Tabelle, welche nicht-geometrische Gebäudeinformationen zur Interaktion beispielsweise mit dem Facilitymanagement aufnehmen kann. 

Quelle: ISO 15686-4 Abschnitt 3.7

EIR (en) Informationsaustausch-anforderung (en: Exchange Information Requirement)

Informationsanforderungen im Zusammenhang mit einem Informationsbestellung.

Quelle: Deutsche Fassung der EN ISO 19650-1:2018 Abschnitt 3.3.6

Fachmodell Fachmodell

Ein Datensatz mit thematisch, geometrisch und/oder disziplinär fokussiertem Inhalt, der visuell dargestellt werden kann. Er ist dabei unabhängig von einer weiteren geometrischen Repräsentanz.

Quelle: Marktdefinition

IDM (en) Informationshandbuch, Information Delivery Manual

Dokumentation, welche die betrieblichen Prozesse aufführt und detaillierte Spezifikationen hinsichtlich der Informationen enthält, die ein Anwender mit einer bestimmten Rolle zu einem bestimmten Zeitpunkt während eines Projekts als Informationsbereitsteller angeben muss.

Quelle: SN EN ISO 29481-1:2016 (D) Abschnitt 3.10

IFC Industry Foundation Classes

Das Datenmodell Industry Foundation Classes (IFC) ist eine computerinterpretierbare Darstellung von Bau- und Gebäudemanagement-Informationen für die Dokumentation und den Austausch von Gebäudedaten. Ziel ist es, einen (anbieter)neutralen Mechanismus bereitzustellen, der in der Lage ist, Gebäude und ähnliche Einrichtungen in der gebauten Umwelt während ihres gesamten Lebenszyklus' zu beschreiben. Dieser Mechanismus eignet sich nicht nur für den neutralen Dateiaustausch, sondern auch als Grundlage für die Implementierung, gemeinsame Nutzung von Produktdatenbanken und als Grundlage für die Archivierung.

Quelle: SN EN ISO 16739:2013, übersetzt und angepasst

Informationen Informationen

Reinterpretierbare Darstellung von Daten in formalisierter Form, geeignet für Kommunikation, Interpretation oder Verarbeitung. Informationen können durch Menschen oder mit automatischen Mitteln verarbeitet werden.


Quelle: Deutsche Fassung der EN ISO 19650-1:2018 Abschnitt 3.3.1

IR Informationsanforderung

Festlegung für was, wann, wie und für wen Informationen erstellt werden sollen. Verwendet in PIR (Projektspezifische Informationen) und OIR (Organisationsspezifische generelle Informationen).

Quelle: Deutsche Fassung der EN ISO 19650-1:2018 Abschnitt 3.3.2

Koordinations-modell Koordinationsmodell

Ein aus mehreren Datensätzen von unterschiedlichen Beteiligten bereitgestellten und zusammengeführten Datensatz mit thematisch, geometrischen und/oder disziplinär fokussiertem Inhalt. Es erhält den Status Koordinationsmodell, wenn die darin enthaltenen Daten nach vorher definierten Parametern koordiniert (d. h. überprüft und angepasst) sind und den Beteiligten wieder zur Verfügung gestellt wird. Dies passiert üblicherweise in einem regelmässigen Rhythmus. Die Vorgehensweise ist vergleichbar mit einem "Übereinanderlegen" von mehreren 2D Plänen.

Quelle: Marktdefinition

LOD Level of Development, Level of Detail, Level of Definition

Der digitale Reifegrad eines Objekts betr. Präzision alphanumerisch und geometrisch (vgl. LoG). Üblicherweise ist die Angabe der Präzision in Nummern zwischen 100 (für sehr unpräzise) und wenige alphanumerische Werte) und 600 (sehr präzise).

Quelle: nicht definiert und standardisiert, wird nicht bei der SBB verwendet

LOG Level of Geometry

Der digitale Präzisionsgrad von geometrischen Abbildungen wie Bauteilen oder Anlageobjekte. Vgl. Angabe der Präzision in Nummern wie in LOD.

Quelle: nicht definiert und standardisiert, wird nicht bei der SBB verwendet

LOIN (en) Informationsbedarfstiefe

(en: Level of Information Need)
Vorgabe, die den Umfang und die Anzahl der Untergliederung der Informationen (3.3.1) definiert
Anmerkung 1 zum Begriff: Eines der Ziele der Definition der Informationsbedarfstiefe ist, die Bereitstellung von zu vielen Informationen zu verhindern.

Quelle: Deutsche Fassung der EN ISO 19650-1:2018 Abschnitt 3.3.16

MIDP (en) Master-Informationsbereitstellung-splan

Dokument, der alle relevanten Pläne zur Bereitstellung von Aufgabeninformationen enthält.

Quelle: Deutsche Fassung der EN ISO 19650-1:2018 Abschnitt 3.4.3

Modelle  Modelle

Diversen Zwecken zugeordnete Datensätze mit thematisch, geometrisch und/oder disziplinär fokussiertem Inhalt, der visuell dargestellt werden kann. Dazu existieren auf dem Markt diverse Namen für die Spezifizierung der einzelnen Modelle. Diese sind nicht genormt und deren Inhalt stets abzustimmen.

Quelle: Marktdefinition

MVD (en) Model View Definition, auf Deutsch Modell-Bereichs-Definition

von Computern lesbare Definition einer Datenaustauschanforderung, ausdrücklich gebunden an ein oder mehrere Standarddatenformate.
MVD definieren Inhalt und Semantik eines oder mehrere Datensätze z.B. für einen Fachbereich. Es ist dadurch als Filter zu verstehen.

Quelle: SN EN ISO 29481-1:2017 (D) Abschnitt 3.16

Natives Format Natives Format

Die Datei, welche die Software derart lesen- und schreiben kann, dass möglichst viele Informationen beinhaltet sind. Meist von Drittanbietern nicht les- oder schreibbare Dateiformate.

Quelle: Marktdefinition

nD Synonym für weitere Simulationsaktivitäten

Weitergehende Simulationsaktivitäten, die nicht normativ definiert sind, es existieren auch unterschiedliche Definitionen zu 6D, 7D, etc. Deshalb werden diese Begriffe nicht bei der SBB verwendet und sind zu vermeiden.

Quelle: keine Norm vorhanden, marktüblicher Begriff, jedoch nicht standardisiert

Objekt Objekt

Inhaltlich und geometrisch klar abgegrenzte und benennbare Entität mit für das Objekt spezifizierte Attribute und Funktionen. Bei geometrischen Objekten meist als Instanz einer bestehenden Objektklassifizierung . Z.B. 'Wand'.

Quelle: Marktdefinition

OIR (en) Organisatorische Informationsanforderungen

Informationsanforderungen in Bezug auf organisatorische Ziele. Bei SBB bisher oftmals "AIA" genannt.

Quelle: Deutsche Fassung der EN ISO 19650-1:2018 Abschnitt 3.3.3

Parameter Parameter

In Funktionen und Gleichungen eine entweder unbestimmt gelassene oder konstant gehaltene Grösse, die bei Änderung des Wertes bei geometrischen Aufgaben die Form beeinflussen, bei alphanumerischen Parametern jeweils der Aufgabe entsprechende Änderungen bewirken.

Quelle: Unterschiedliche Definitionen in Normen, Marktbegriff

PIM (en) Projekt-Informationsmodell (en: Project Information Model)

Informationsmodell für die Lieferphase (Hiermit ist meistens die Planungs- und Bauphase gemeint)

Quelle: Deutsche Fassung der EN ISO 19650-1:2018 Abschnitt 3.3.10

PIR (en) Projekt-Informationsanforderungen (en: Project Information Requirements)

Informationsanforderungen in Bezug auf die Bereitstellung eines Anlageobjekts.

Quelle: Deutsche Fassung der EN ISO 19650-1:2018 Abschnitt 3.3.5

PM (en) Prozessdiagramm (en: Process Map)

Darstellung der relevanten Merkmale eines Prozesses, der in Zusammenhang mit einem definierten Geschäftszweck steht

Quelle: SN EN ISO 29481-1:2016 (D) Abschnitt 3.18

Referenzmodell Referenzmodell

Ein Datensatz mit thematisch, geometrisch und/oder disziplinär fokussiertem Inhalt, der visuell dargestellt werden kann. In ihm sind projekt- oder portfoliorelevante Informationen hinterlegt, wie grundlegende Strukturen, auf die von anderen Beteiligten referenziert werden können. Dieser Datensatz ist dabei unabhängig von einer weiteren geometrischen Repräsentanz. Üblicherweise wird dieses Referenzmodell während einer Projektbearbeitung nicht verändert.

Quelle: Marktdefinition

Weiterführender Inhalt