Doppelspurausbau zwischen Ligerz und Twann.

Die Bahnstrecke zwischen dem Weiler Poudeille in Schafis (Gemeinde Neuenstadt) und Twann ist der letzte Einspurabschnitt auf der Linie Lausanne–Biel. Dieses Nadelöhr soll mit dem Bau eines Doppelspurtunnels und der Anpassung der bestehenden Bahninfrastruktur behoben werden.

Die neue Streckenführung ermöglicht die Einführung des durchgehenden Halbstundentakts im Regionalverkehr, ohne den Güterverkehr zu beeinträchtigen.

Projektdetails.

Die Bauarbeiten betreffen die Gemeinden Neuenstadt, Ligerz und Twann auf der Bahnlinie Neuenburg–Biel. Sie umfassen den Ausbau der bestehenden Bahninfrastruktur sowie den Neubau eines 2,13 Kilometer langen Doppelspurtunnels, der parallel zum bestehenden Strassentunnel der N5 und dessen Sicherheitsstollen verläuft.

Damit Natur und Landschaft trotz Ausbau möglichst wenig belastet werden, gibt es keinen separaten Sicherheitsstollen für den Bahntunnel. Stattdessen nutzt die SBB den bestehenden Sicherheitsstollen des Strassentunnels zusammen mit dem ASTRA (Bundesamt für Strassen).  Für den Ereignisfall in einem der beiden Tunnel gibt es ein koordiniertes Einsatzdispositiv.

Um Synergien zu schaffen, wurden im  Projekt Instandhaltungsarbeiten an den Bahn- und Sicherungsanlagen in Tüscherz sowie an der Fahrleitung in Neuenstadt aufgenommen. Ebenfalls vorgesehen ist der Umbau des Bahnhofs Twann, um den Zugang zu den Zügen zu erleichtern und die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) zu erfüllen, namentlich mit der Erhöhung der Perrons und dem Bau von Zugangsrampen.

Nach der Inbetriebnahme des Tunnels wird das bestehende Bahntrassee am Bielerseeufer zurückgebaut und neu gestaltet. Die Bahninfrastruktur beim Bahnhof Ligerz wird abgerissen und die Bahn durch einen Busbetrieb ersetzt. Das Bahnhofsgebäude bleibt erhalten.

Die Umnutzung des freiwerdenden Trassees stellt die betroffenen Gemeinden vor eine grosse Aufgabe. Sie haben sich entschieden, einen neuen, überkommunalen Zonenplan zu erstellen, um Zonen für Natur, Reben und öffentliche Nutzungen zu schaffen.

Dieses Projekt berücksichtigt zahlreiche regionale Besonderheiten und gesetzliche Rahmenbedingungen, damit sich die neuen Tunnelportale optimal in die Landschaft integrieren. Dazu gehören etwa  das UNESCO-Welterbe der Pfahlbauer-Fundstätte, der Eintrag im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) oder die hydrogeologischen Einschränkungen (Grundwasser, Bielersee, Trinkwasserquelle Brunnmühle) und die geschützte Landschaft.

Finanzierung.

Der Doppelspurausbau am linken Bielerseeufer wird über den Ausbauschritt 2025 des Bundes finanziert. Die Projektkosten belaufen sich auf rund CHF 431 Millionen.

Terminplan.

Zeitachse Informationen
2013 bis 2015 Vorstudie (Machbarkeitsstudie, Kosten und Vorteile der verschiedenen Varianten)
2015 bis 2017 Vorprojekt (Konkretisierung der Studienergebnisse, Bestimmen und Detailplanung der Bestvariante)
2018 bis Mitte 2020 Planauflage, Bauprojekt (Projektabschluss, Veröffentlichung der Vernehmlassungsunterlagen)
16. August 2021 Erteilung der endgültigen Baubewilligung durch das BAV
Mitte 2020 bis Ende 2026 Ausschreibung und Werkvertragsvergabe der verschiedenen Bauarbeiten, Ausführung des Projekts
Ende 2026 Inbetriebnahme
Ab Mitte 2026 Rückbau der bestehenden Linie